Der 31. Bremer Sambakarneval setzt ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

Spektakel im Dauerregen

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Tropfen auf dem Spiegel: Szene vom Bremer Sambakarneval.

Bremen - Von Steffen Koller. Kunterbunt, schrill und bester Laune: Tausende von Besuchern strömten trotz des Dauerregens zum 31. Bremer Sambakarneval in die Innenstadt. Mehr als 1500 Sambistas sorgten mehrere Stunden lang für ausgelassene Stimmung. Während für manch einen der Gang über den Laufsteg zur Rutschpartie wurde, setzten die Organisatoren ein Zeichen gegen Fremdenhass.

Klitschnasse Schuhe, kaputte Regenschuhe, kleine Pfützen auf den Trommeln der Teilnehmer – der Wettergott scheint an diesem Sonnabend kein Freund südamerikanischer Rhythmen zu sein, pünktlich zum Beginn der Narrenzeit beginnt der Dauerregen. Doch die Sambistas – die in diesem Jahr unter anderem aus den Niederlanden, Polen, Großbritannien und aus ganz Deutschland angereist sind – lassen sich davon nicht die Laune verderben.

Ganz im Gegenteil: Füße wippen zum Rhythmus der Trommelklänge, Zuschauer klatschen und feuern die Teilnehmer an. Hexen jagen über den Laufsteg, Wikinger bahnen sich ihren Weg durch die Menschenmengen. Stelzenläufer – bei diesem Wetter ganz besonders gefordert – müssen den einen oder anderen Anlauf mehr nehmen, um die steilen Treppen der Bühne zu erklimmen. Doch bester Laune sind sie alle. Kinder schauen mit großen Augen zu den fantasievoll geschmückten Elfen, Piraten, Außerirdischen und Clowns, während die Erwachsenen das Spektakel mit ihren Kameras für die Ewigkeit festhalten.

31. Bremer Sambakarneval

Trotz heftiger Windböen und Temperaturen um sieben Grad zeigen die Karnevalsbegeisterten immer wieder nackte Haut. Hüften kreisen gekonnt im Takt, so manches Perlweiß-Lächeln bietet dabei den perfekten Kontrast zum grauen Himmel. Manchen läuft die frische Schminke über das Gesicht, andere warten bis zu zwei Stunden bibbernd auf ihren Auftritt.

Doch alles Jammern bringt ja nichts, Bewegung ist angesagt, die Parade macht eindrucksvoll vor, wie es gehen kann. Oder – wie es eine Zuschauerin treffend ausdrückt: „Wozu muss es trocken sein? Tanzen kann man auch im Regen.“ Recht hat sie!

So bunt und ausgelassen der 31. Sambakarneval ist, so vielfältig sind auch die Teilnehmer. Die Aussage, die hinter dem diesjährigen Motto „Die Reise“ steckt, ist schnell klar: „Egal, woher die Menschen kommen – hier seid Ihr willkommen! Bremen heißt Euch willkommen!“ So hallt es aus den Lautsprecherboxen. Das Publikum klatscht und macht damit deutlich, dass dieses Fest auch ein Zeichen gegen Intoleranz und Fremdenhass ist. Heute zählt Vielfalt – bei Kostümen und Nationalität.

Auf ihrem Weg in Richtung Viertel, in dem bis spät in die Nacht Karnevalsparty angesagt ist, passieren die Teilnehmer etliche Zuschauer. Busse und Straßenbahnen werden für einige Stunden umgeleitet, manche Haltestellen fallen vorübergehend ganz aus. Die meisten nehmen es gelassen, denn sie wissen: Samba ist nur einmal im Jahr.

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