Freiheitssymbol und Nationaldenkmal

Historiker wirft neuen Blick auf den Roland

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Weltkulturerbe – der Roland und das Rathaus auf dem Bremer Marktplatz. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Er steht – mit dem Rathaus – auf der Welkulturerbeliste, er gilt als Bremens Freiheitssymbol, er ist eines der beliebtesten (touristischen) Fotomotive der Stadt. Und was ist er noch, der Roland? Der Historiker Dr. Jörn Brinkhus, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bremer Staatsarchiv, wirft nun einen neuen Blick auf Bremens (neben den Stadtmusikanten) bekanntestes Wahrzeichen – bei einem Vortrag für die Historische Gesellschaft. Der Termin: Donnerstag, 27. April, um 18 Uhr im Haus der Wissenschaft an der Sandstraße. „Der Vortrag ist öffentlich. Der Eintritt ist frei“, so Eva Determann von der Historischen Gesellschaft.

Die im Jahr 1404 errichtete Steinstatue auf dem Marktplatz ist vieles zugleich. So beispielsweise „Zeichen für städtische Selbstständigkeit und Freiheit, Symbol der mittelalterlichen Karlstradition, Objekt literarischer Aneignung, ideologischer Instrumentalisierung und wissenschaftlicher Erforschung seit dem 19. Jahrhundert“, wie es in einer Vorschau heißt.

Brinkhus geht in seinem Vortrag dem „im Laufe der Jahrhunderte wechselnden Erinnerungsgehalt des Rolands sowie seiner Bedeutung für das kollektive Gedächtnis und die Identität Bremens als Stadt und Gemeinwesen nach“. Er berücksichtigt zudem auch die „Neuerfindung“ des Rolands als Nationaldenkmal zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Fitgers Einfluss auf den Zeitgeschmack

In etlichen Bürgerhäusern waren seine Bilder zu sehen, viele Jahre galt er als „Malerfürst“ in Bremen – der Maler und Dichter Arthur Fitger, 1840 in Delmenhorst geboren, 1909 in Bremen gestorben. Wie berichtet, widmet das Vegesacker Overbeck-Museum ihm, dem erbitterten Worpswede-Gegner, bis zum 2. Juli eine Ausstellung. In einem Vortrag stellt die Kunsthistorikerin Dr. Katharina Erling den Maler vor – am Mittwoch, 26. April, um 19 Uhr. „Mit seinem Urteil und seinem umfangreichen Werk prägte er den Kunstgeschmack der Bremer Bürger über Jahrzehnte“, heißt es in einer Ankündigung.

Ausstellungseröffnung mit Rock-Konzert

Der Bremer Fotojournalist Karsten Klama präsentiert bei der Arbeitnehmerkammer (Bürgerstraße) Bilder aus seinem Fotoband „Ruhestand – Die wollen nur spielen“. Für sein Buchprojekt hat er die Rentnerband „Never Too Late“ drei Monate lang durch das Bremer Umland begleitet – bei den Proben, hinter der Bühne und auch mitten im Publikum.

„Gemeinsam mit dem Autor Albrecht Lampe ist eine Reportage über das Leben nach dem Arbeitsleben entstanden“, sagt ein Kammer-Sprecher. Zur Ausstellungseröffnung werden am Sonnabend, 29. April, um 19.30 Uhr Fotograf und Autor erwartet. Und natürlich ist auch die Band „Never Too Late“ dabei. Sie spielt Rock, Blues und Soul der 60er, 70er und 80er.

Laut Prognosen des Statistischen Bundesamtes wird im Jahr 2060 etwa jeder Dritte in Deutschland mindestens 65 Jahre alt sein. Etwa 13 Prozent werden 80 Jahre und älter sein – im Vergleich zu heute ist das etwa eine Verdopplung. In vielen Medien kommen Rentner als Stereotypen vor, so der Kammer-Sprecher. „Die Altersbilder in den Medien spiegeln oft nicht die Vielfalt realer Altersformen wider“, sagt Fotograf Klama und möchte diesem Eindruck mit seiner Arbeit etwas entgegensetzen.

Die Band „Never Too Late“ spielt Songs aus der Jugendzeit ihrer Mitglieder. Zehn bis zwölf Auftritte jährlich schaffen die 13 Musiker in der Regel. Ihre Gagen spenden sie.

Die Fotoserie „Ruhestand – Die wollen nur spielen“ ist bis 28. Juli zu sehen, geöffnet von montags bis donnerstags von 8 bis 18.30 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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