Bremer Forscher setzen auf Selbstständigkeit: „PR2“ holt Infos aus dem Internet

Der Roboter hilft im Haushalt

+
Da fallen die Maiskörner in den Kochtopf: Roboter bei der Popcorn-Zubereitung.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Wenn er auf die Küchenzeile zugeht, dann weiß er, dass da Schubladen sind“, sagt Professor Michael Beetz, der vor einem Jahr von der TU München an die Universität Bremen wechselte. Er spricht von „PR2“. Das ist ein Roboter, der aus Mais Popcorn zubereiten und Pfannkuchen wenden kann.

Oder besser: „PR2“ ist ein Roboter, der „lernt“, diese und andere Aufgaben immer besser zu erledigen. Er „wohnt“ im Forschungslabor des Technologie-Zentrums Informatik und Informationstechnik (TZI). Seine „Eltern“ sind der Robotik-Forscher Beetz und dessen wissenschaftliche Mitarbeiter. Von ihnen „lernt“ er, Herausforderungen des Alltags selbstständig zu bewältigen. All das geschieht im Rahmen eines EU-Projekts mit dem Namen „RoboHow“. „Ziel ist es, dass wir einen Roboter als Gebrauchsgegenstand sehen“, sagt Beetz. „Wie ein Auto.“

Staubsauger-Roboter etwa gibt es bereits. Der Ansatz des auf vier Jahre angelegten EU-Projekts aber geht noch weit darüber hinaus. „Ein Hilfsmittel“ soll entstehen, sagt Beetz. „Ein Werkzeug, das Menschen Unabhängigkeit geben kann.“ Alten und hilfebedürftigen Menschen zum Beispiel. Der Roboter wird keine Pflegekraft ersetzen – aber er sei 24 Stunden einsetzbar, um die Lebensqualität zu steigern, indem er im Haushalt hilft: „Das ist der seriöse Hintergrund.“

„PR2“ etwa kann, im TZI-Labor führte er es gestern vor, Pfannkuchen wenden. „Filigran, sehr herausfordernd“, hieß es über diese Aufgabe. Und er kann Schubladen öffnen, Töpfe und Schüsseln herausnehmen, einen Topf auf eine Kochplatte stellen, Mais hineinfüllen, die Kochplatte einschalten, einen Deckel auf den Topf legen, eine vorgegebene Zeit abwarten, den Topf vom Feuer nehmen und die Kochplatte ausschalten. So bereitet der Roboter Popcorn zu.

Es ist, sagen die Wissenschaftler, eine Folge komplexer Bewegungen: „Was der Mensch unbewusst macht, muss der Roboter lernen und entscheiden. Wo stelle ich mich hin? Welche Hand nehme ich? Welchen Griff? Welche Kraft brauche ich? Wo muss ich den Topf hinhalten?“ Und so weiter, und so fort. Lauter Dinge, über die der Mensch im Alltag gar nicht nachdenkt. „Man lernt auch sehr viel über sich selbst“, sagt Moritz Tenorth, wissenschaftlicher Mitarbeiter und „Robo-How“-Projektleiter. Es klappt noch nicht immer alles. Zuweilen sind es Kleinigkeiten, die „PR2“ aus dem Konzept bringen. Wenn ein Gegenstand nicht genau da steht, wo der Roboter ihn erwartet. Es ist wie bei den Menschen – „PR2“ (und das Forscherteam, das hinter ihm steht) lernt aus Fehlern.

Roboter „PR2“ kann Popcorn machen

Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa
Zuhause bügelt der Roboter die Wäsche, kocht und räumt auf. Diesem Traum sind Bremer Forscher einen Schritt nähergekommen. Ihr Roboter „PR2“ kann Popcorn machen - wie das geht, hat er sich zum Teil selbst beigebracht. © dpa

Um den Programmieraufwand zu senken, wollen die Bremer Wissenschaftler ihrem Roboter – der seit sieben Wochen im Einsatz ist – auch beibringen, selbstständig auf vorhandene Informationen zurückzugreifen. Auf Informationen aus dem Internet. Auf Gebrauchsanweisungen zum Beispiel, erklärende Videos und 3D-Modelle von Gegenständen, wie sie in speziellen Google-Datenbanken zu finden sind. Am Ende soll der Roboter „robust, flexibel und effizient“ mit seiner Umwelt umgehen. Dabei setzen die Wissenschaftler auch „Hardware“ ein, die den Alltagstest schon bestanden hat. Eine Playstation-Bedienkonsole zum Beispiel. Sie gilt als robust.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Patron Hoeneß hat "fertig" - Flick bleibt länger Chefcoach

Patron Hoeneß hat "fertig" - Flick bleibt länger Chefcoach

Finnland erstmals für EM qualifiziert

Finnland erstmals für EM qualifiziert

Trump greift Ex-Ukraine-Botschafterin während Aussage an

Trump greift Ex-Ukraine-Botschafterin während Aussage an

Immer mehr Gegenwind für Windkraftpläne der Bundesregierung

Immer mehr Gegenwind für Windkraftpläne der Bundesregierung

Meistgelesene Artikel

Bund will „Seute Deern“ retten - Sanierung dauert wohl sieben Jahre

Bund will „Seute Deern“ retten - Sanierung dauert wohl sieben Jahre

Nach Schlägerei: 16-Jähriger wehrt sich massiv gegen Polizeibeamte

Nach Schlägerei: 16-Jähriger wehrt sich massiv gegen Polizeibeamte

Prostituiertenmorde bei „Aktenzeichen XY“: Polizei geht 100 neuen Hinweisen nach

Prostituiertenmorde bei „Aktenzeichen XY“: Polizei geht 100 neuen Hinweisen nach

Bremens Zentrale für linke Revolutionäre: „Lila Eule“ wird 60

Bremens Zentrale für linke Revolutionäre: „Lila Eule“ wird 60

Kommentare