Das Bremer Rathaus öffnet für die „Nacht der Jugend“ seine Türen

Kontakte knüpfen

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Valerie Rohde (l.) und Gisela Zach vom Schulmuseum haben gestern Abend bei der „Nacht der Jugend“ im Bremer Rathaus einen Einblick in die neue Dauerausstellung gegeben. Die Schau wird sich ab Anfang 2016 mit der Nachkriegszeit befassen.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Tanz, Musik, Theater, Lesungen, Diskussionen und beeindruckende Berichte von Zeitzeugen – das ist die „Nacht der Jugend“. Dafür öffnete das Bremer Rathaus gestern Abend bis kurz vor Mitternacht seine Türen. Etwa 3 000 junge und ältere Menschen aus vielen Kulturen strömten ins Weltkulturerbe.

Es war die 18. „Nacht der Jugend“. Sie erinnert an die Pogromnacht im Jahr 1938 und setzt sich für gegenseitigen Respekt ein. Angesichts des aktuellen Flüchtlingsthemas „Welcome“ trat allerdings das Gedenken an die Pogromnacht ein wenig in den Hintergrund. Wie gut, dass die Ausstellung „Bremen – Theresienstadt – Riga: 3 000 Schicksale“ in der Unteren Rathaushalle miteinbezogen war. Denn hier hatten die Besucher Gelegenheit, sich mit der Deportation von rund 250 Juden nach Theresienstadt sowie den Transport von 3 000 Juden von Theresienstadt nach Riga und in weitere Lager auseinanderzusetzen. Allerdings verweilten hier nur wenige Besucher, während die Gänge im Rathaus voll waren.

Organisationen, Vereine, Parteien stellten dieses Jahr weniger themenbezogene Projekte als vielmehr ihre Arbeit vor. Es gab Flyer, Karten, Kulis. Wen es irritierte, dass sogar eine Versicherung Werbung machte, für den hatte Mitorganisator Ulli Barde eine Antwort parat: „Sie will ein Ausbildungsprogramm für Flüchtlinge auflegen.“ An anderer Stellen konnten Taschen bemalt, beispielsweise mit „Refugees welcome“, oder Buttons bedruckt werden. Barde zeigte sich froh über die zahlreichen Organisationen, denn so könnten Menschen, die Flüchtlingen helfen wollten, Kontakte knüpfen.

Das Jugendzentrum „Atid“ (Zukunft) der Jüdischen Gemeinde fragte danach, was das Gefühl des Willkommens bedeutet. Zwei der Antworten: „Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ und „Gebraucht zu werden“. „Atid“ unterstützt ein Programm der Uni, indem junge Asylbewerber, die studieren wollen, Fahrtgeld bekommen.

Einen Einblick in die ab 2016 geplante neue Dauerausstellung bot das Schulmuseum. Dabei soll es um die Nachkriegszeit, die 50er Jahre, gehen. Bildung, Jugendkultur, der Einfluss der USA sind einige Themen. Valerie Rohde, Gisela Zach und ihre Mitstreiter greifen dabei auf die Ausstellung „Hunger, Demoktratie, Rock‘n‘Roll“ zurück, die in der Unteren Rathaushalle zu sehen war. Das Schulmuseum gewährt unter anderem Einblicke in Bilder, den 131 Fragen umfassenden „Entnazifizierungsbogen“ und den Dienstvertrag einer Lehrerin.

Junge Flüchtlinge vom „Hood-Training“ (wir berichteten) zeigten unter Applaus, was sie sportlich drauf haben. Multikulturelle Tanzprojekte sorgten für Begeisterung. Und für den späten Abend hatte sich Sänger Tim Fischer angekündigt.

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