Wieder-Eröffnung

Bremer Polizei kehrt eineinhalb Jahre nach Anschlag ins Steintor-Revier zurück

Symbolischer Eröffnungsakt mit echtem Polizeiabsperrband – von links gesehen: Daniel Heinke, Leiter der Direktion Einsatz, und die Leiter des Steintor-Reviers, die Polizeihauptkommissare Lars Freymark und Ralf Martens.
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Symbolischer Eröffnungsakt mit echtem Polizeiabsperrband – von links gesehen: Daniel Heinke, Leiter der Direktion Einsatz, und die Leiter des Steintor-Reviers, die Polizeihauptkommissare Lars Freymark und Ralf Martens.

Praktisch regelmäßig kommt es in Bremen zu Farbattacken und Brandanschlägen auf Einrichtungen und Fahrzeuge der Polizei. Straftaten, die zuweilen langwierige Folgen haben. Ein Beispiel dafür ist das Polizeirevier Steintor.

Bremen – Ende Januar vorigen Jahres hatte es am Revier Steintor einen Brandanschlag gegeben. Knapp eineinhalb Jahre später ist das Revier nun – am Donnerstag – wieder eröffnet worden. Gegen 2.40 Uhr hatten Anrufer damals ein Feuer auf dem Areal des über Nacht geschlossenen Reviers gemeldet. Der Brand wurde schnell gelöscht, hieß es anschließend.

Fassade und Eingang des seit 1984 denkmalgeschützten Gebäudes an der Hoyaer Straße waren durch die Flammen stark beschädigt worden. Und nicht nur das: Rauch und Ruß zogen durch das Revier. An Polizeiarbeit war hier nun erst einmal nicht mehr zu denken.

Es genügte also nicht, Fassade und Tür zu sanieren. „Das Gebäude musste dekontaminiert und gereinigt werden“, so Dr. Daniel Heinke, Leiter der Direktion Einsatz (sprich: der uniformierten Polizei). Renovierung und Sanierung des Hauses haben nach Angaben der Gesellschaft Immobilien Bremen insgesamt etwa 320.000 Euro gekostet.

Revier Steintor: Sicherheit „angepasst“

Zudem galt es, die Sicherheitsstandards „anzupassen“ (sprich: zu erhöhen) – Details dazu werden nicht weiter offenbart. Erst am Mittwoch hatte die Innendeputation mit Blick auf den Brandanschlag auf die Bereitschaftspolizei in Huckelriede über die Sicherheit der Bremer Polizeieinrichtungen diskutiert. Liegenschaften und Fahrzeuge der Polizei müssen besser geschützt werden, forderte der CDU-Abgeordnete Marco Lübke. „Im präventiven Bereich gibt‘s erheblichen Nachholbedarf nach den vielen Anschlägen der vergangenen Jahre.“

Seit 2019 ist durch Brandanschläge gegen Einrichtungen und Fahrzeuge von Polizei und Bundeswehr ein Gesamtschaden von schätzungsweise 990 .000 Euro entstanden, heißt es in einer Deputationsvorlage des Innenressorts. Die Täter bleiben zumeist unerkannt. Oft stammen sie aus dem linksextremistischen Spektrum. Ein entsprechendes Bekennerschreiben gibt es für den Huckelrieder Anschlag.

Linksextremisten bekennen sich zu Anschlag

Und auch nach dem Brand im Eingangsbereich des Steintor-Reviers war ein Bekennerschreiben „autonomer Gruppen“ aufgetaucht. Zum Ermittlungsstand und zur Arbeit der Ermittlungsgruppe „Feuer“, die sich mit Anschlägen dieser Art beschäftigt, machen die Behörden allerdings keine detaillierten Angaben.

Ein Schmuckstück ist das Treppenhaus des in den Jahren 1912 bis 1914 nach Plänen von Hermann Basselmann errichteten Bauwerks.

Das Bauwerk an der Hoyaer Straße (und direkt am Brommyplatz) war ursprünglich eine Schule, ein von der Bremer Reformpädagogin Anna Schomburg (1875 bis 1955) gegründetes Lyzeum – eine höhere Mädchenschule. „Und Dein Streben / Sei‘s in Liebe / Und Dein Leben / Sei die Tat“, so steht‘s über dem Portal in Stein gemeißelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das von 1912 bis 1914 nach Plänen von Hermann Basselmann errichtete Bauwerk zunächst weiter als Schule genutzt. In den 70er Jahren zog die Polizei ein.

So wie jetzt wieder – nach der Zwangspause durch den Brandanschlag. Während ihr Gebäude renoviert wurde, kamen die Polizeikräfte aus dem Revier Steintor behelfsmäßig in Räumlichkeiten der Bahnhofswache unter. Insgesamt 16 Kräfte teilen sich das Revier Steintor. „Einhergehend mit der Umsetzung der Polizeireform und der damit verbundenen Einführung von stadtweit sechs Polizeikommissariaten“, so Ines Roddewig von der Abteilung Mitte/Süd der Bremer Polizei, versehen nun Kontaktpolizisten, Verkehrssachbearbeiter sowie Führungskräfte ihren Dienst an der Hoyaer Straße. Die Leitung übernehmen die Polizeihauptkommissare Lars Freymark (49) und Ralf Martens (50).

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