Individuell bis ins Detail

Modemanufaktur „La Gitana“ schneidert und verkauft fair produzierte Kleider

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Ein Geschäft wie ein Kunstwerk – Gitana Schilowitsch ist umgeben von ihren eigenen Mode-Schöpfungen.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Eine kleine Augenweide auf der Kleiderstange: ein Sommerkleid, offen, aus reiner Viskose. Auf dem Stoff zu sehen sind zarte Blüten und Blätter, dazwischen Freiräume in strahlendem Weiß. Vorne ist der feine Sommerstoff gedoppelt, ein hoher Materialeinsatz und viel Arbeit. Auf der Haut fühlt sich das Kleid weich an. Es ist eine Kreation der Designerin und Schneiderin Gitana Schilowitsch, die mit der Modemanufaktur „La Gitana“ nach einem Umzug aus Findorff nun im Fedelhören in Citynähe vertreten ist.

Zugegeben, mit 260 Euro ist das Kleid nicht günstig. Aber es besteht aus edlen Stoffen und wird auch direkt vor Ort fair produziert. „Gewaschen bei 30 Grad, als Feinwäsche, hält das richtig lange. Das ist kein Kleid nur für eine Saison“, sagt Gitana Schilowitsch. Röcke und verschiedene Basics sind aber auch schon ab 60 Euro zu haben. „Die Preise sind transparent und setzen sich aus dem Stoff, dessen Verbrauch und Aufwand für das Design zusammen“, sagt Schilowitsch.

Nebenan: ein kürzeres Kleid. Wenig weißer Untergrund schimmert durch. Dafür ist ein starker Kontrast zu sehen: Rosenblüten und sehr dunkle Blätter. Manufakturarbeit, passend für jede Party. Wo auch immer man bei „La Gitana“ hinguckt, sieht man frische Farben: auch an Tops, Röcken und Blusen, etwa 80 Modelle sind ausgestellt. Einige sind schlicht, andere haben dezente grafische Muster. Auch der Raum ist schön: Kleiderstangen in Kupferfarbe, Industrielampen, ein grünes Samt-Sofa. Die Designerin bietet mit ihrem Label, das ebenfalls den Namen „La Gitana“ trägt, Modelle an, die zu unterschiedlichen Figur-Typen passen.

„Am Stoff hole ich die Idee dann in die Welt“

„Frauen entsprechen keinen Normen. Sie sind klein oder groß, dünn, athletisch oder kurvig. Wenn eine Frau ein Kleid sucht, sehe ich an der Form ihrer Figur, welche Modelle zu ihr passen“, sagt Schilowitsch. „Dann probiert die Kundin zwei oder drei Teile an und dann merken wir schnell, was passt. Die Frau kann dann kreativ sein und eigene Farben und Muster und auch die individuelle Länge auswählen.“ Schilowitsch versucht, Zwischentöne zu bedienen, das gebe es bei der Massenware eben nicht. „Wenn man sich mit Schnitttechnik auskennt, kann man die individuelle Figur besser nachzeichnen. Standardgrößen sind einfach weniger detailliert ausgeformt“, sagt sie. Erste Ideen umfassen bei Schilowitsch meist ein Muster, einen besonderen Schnitt oder auch den Einsatz eines Materials. Dann erstellt die Designerin erstmal eine Zeichnung. „Am Stoff hole ich die Idee dann in die Welt“, sagt Schilowitsch.

Mit ihrem Angebot will sie eine Alternative zum Mainstream bilden. „In den 80ern und 90ern kam der Trend auf, dass Kleidung nichts Kostbares mehr ist. Es wird suggeriert, kauf, soviel Du willst“, sagt Schilowitsch. Der Trend gehe jetzt jedoch wieder zurück, hin zu einem „weniger ist mehr“.

Schilowitsch hat die Herkunftsländer des Großteils der heute angebotenen Textilien gesehen. In Ländern wie Kambodscha und Vietnam seien die Arbeitsbedingungen menschenunwürdig. Dagegen helfe nur bewusstes Einkaufen. „Meine Kundinnen kaufen lieber ein Teil statt drei, die weniger Qualität haben und weniger getragen werden“, sagt sie. www.lagitana-bremen.de

Zur Person

Gitana Schilowitsch beschreibt sich als „echtes Landei“. 1968 geboren in Hoya, geht sie im Alter von 18 Jahren aber nach Bremen. Dort zieht sie zwei Töchter groß, arbeitet selbstständig als Schneiderin, um eigene Mode für Frauen zu designen. Vor fünf Jahren entschied sie sich, nachhaltige Mode in Bremen zu produzieren und gründete das Mode-Label „La Gitana“. Ihr Geschäft im Fedelhören 12 hat dienstags bis freitags von 11 bis 18.30 Uhr sowie sonnabends von 11 bis 15 Uhr geöffnet.

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