Wohnungsmarkt

Bremer Mietspiegel: Senat macht den Weg frei

Seit diesem Sommer müssen Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern einen Mietspiegel vorweisen. Bremen hat diesen gerade auf den Weg gebracht.

Bremen – Die Stadt Bremen braucht dringend einen Mietspiegel. Um dem gerecht zu werden, hat der Senat in seiner Sitzung am Dienstag, 23. November 2021, beschlossen, die Einführung des Mietspiegels vorzubereiten. Senatorin Maike Schaefer (Grüne) ist nun damit beauftragt, ein entsprechendes Konzept zu erstellen. Berücksichtigt werden sollen in der Ausarbeitung von Schaefer die Besonderheiten des Bremer Wohnungsmarktes. Seit dem Beschluss des Bundestags im Sommer sind Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern dazu verpflichtet, einen Mietspiegel zu erstellen*.

Stadt im Land Bremen:Bremen
Fläche:318,21 Quadratkilometer
Einwohner:566.573 (Stand: 31. Dezember 2020)
Vorwahl:0421
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte (SPD)
Zuständige Bausenatorin:Maike Schaefer (Grüne)

„Mit einem guten Mietspiegel wollen wir insbesondere mehr Transparenz auf dem Bremer Mietwohnungsmarkt herstellen. In der Praxis sorgt er zwischen Mieterin oder Mieter und Vermieterin oder Vermieter für mehr Rechtssicherheit, beispielsweise bei der Vereinbarung einer angemessenen Miete oder bei Mieterhöhungsverlangen“, so Senatorin Maike Schaefer. Die Überschreitung gesetzlicher Regelungen werde durch einen qualifizierten Mietspiegel aufgrund einer eindeutig ermittelten, ortsüblichen Vergleichsmiete deutlich erschwert.

Mietspiegel für die Stadt Bremen: Bereits 2020 über die Einführung eines Mietspiegels beraten

Schaefer: „Bremen strebt einen qualitativ überzeugenden Mietspiegel an, da dieser bislang die definierten Anforderungen am besten erfüllt. Zudem basiert er auf einer repräsentativen Datengrundlage und folgt wissenschaftlichen Standards. Mit einem solchen Mietspiegel kann die tatsächliche Lage auf dem Mietwohnungsmarkt abgebildet werden und stünde allen als objektive Marktinformation zur Verfügung.“

Vertreterinnen und Vertreter aus der Bremischen Verwaltung und den kommunalen Wohnungsunternehmen hatten diesbezüglich 2020 erstmalig über die Einführung eines Mietspiegels für Bremen beraten. Dieser Kreis wurde im Verlauf dieses Jahres um Vertreter der Interessensverbände der Mieterinnen und Mieter und Vermieterinnen und Vermieter erweitert.

Die Stadtgemeinde Bremen muss einen Mietspiegel aufstellen. (Archivbild)

In diesem Zusammenhang wurden insbesondere Anforderungen an den Inhalt und den Erstellungsprozess für einen Bremer Mietspiegel erörtert. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in das Konzept zur Erstellung eines Mietspiegels einfließen. Dazu gehört auch ein Kosten- und Finanzierungsplan.

Stadt Bremen bekommt Mietspiegel: Methode zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete

Bei einem Mietspiegel handelt es sich um eine gesetzlich vorgesehene Methode zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete. Das Konstrukt betrachtet dabei auf Basis einer repräsentativen Datenerhebung die Mietpreise der vergangenen sechs Jahre. Unterschieden wird dabei beispielsweise nach der Ausstattung der Wohnungen sowie deren Lage.

Bedürfnisse für einen Mietspiegel kommen aus verschiedenen Bereichen, beispielsweise dem Mietrecht, Sozialrecht oder auch der Wohnungsmarktbeobachtung. Expertinnen und Experten betonen, dass gerade ein qualifizierter Mietspiegel erheblich zu Objektivität bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete beiträgt und ein rechtssicheres Instrument sowohl für Mieterinnen und Mieter wie auch Vermieterinnen und Vermieter darstellt. * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Ole Spata/dpa

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