Die Bremer Matjes-Premiere wird wieder als volkstümliches Spektakel inszeniert

Präsident mit Handtuch

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Die Matjes-Prozession.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Jetzt ist sie wieder ein volkstümliches Spektakel, die Premiere des Matjessaison in Bremen. Vergessen sind die Diskussionen hinter den Kulissen – gestern wurde er einfach gefeiert, der Fisch. „Der milde Winter hat ihn so gut gemacht.“ Dieses Urteil fällten Bürgerschaftspräsident Christian Weber (SPD), „Fisch-König“ Peter Koch-Bodes und „Matjes-Hermann“ (bürgerlich: Hermann Kopp) auf dem gut besuchten Domshof.

Es war die Neuauflage eines Traditionsspektakels. Alles war wieder so wie einst – beim Start der nunmehr schon 31. „Tour de Matjes“.

Die Matjes-Barkasse mit den frischen Fässern macht am Martinianleger fest, die „Ehrenwerte Gesellschaft“ (Herren mit Zylinder) aus Bremen-Nord ist dabei, die Fässer werden durch die Böttcherstraße – die ja nach den Fassmachern des Mittelalters benannt ist – und über den Marktplatz zum Domshof gerollt (und getragen). Dort steigt die eben wie ein kleines Volksfest aufgezogene Matjespremiere samt Versteigerung.

Kindergartenkinder aus Vegesack, dem historischen Heringsloggerhafen, singen: „Wir essen nur noch Matjes, und essen alles weg.“ Präsident Weber und „Matjes-Hermann“ öffnen das Premierenfass. Weber darf als erster probieren und ruft: „Was hier drinliegt, das schmeckt!“ Der Sozialdemokrat hat sich extra ein altes Handtuch mit der Aufschrift „Bürgerschaft“ mitgebracht. So wird der gute Anzug nicht bekleckert.

In den vergangenen Jahren war das Bremer Matjes-Fest mehr und mehr als „Event“ für den Lebensmittelhandel inszeniert worden – mit Promi-Auftritten und Auktionen in feinen Hotels (wir berichteten). Die Holländer wollten es angeblich so. Der Volksfest- und Spektakelcharakter ging dabei allerdings mehr und mehr verloren.

In diesem Jahr hat das Holländische Fischbüro die offizielle Saisoneröffnung dann gar nach Hamburg verlegt. An der Weser sieht man das mit missbilligender Geste. Aber es lag auch eine Chance in dem Schwenk Richtung Elbe. Jetzt können die Bremer ihre eigene Premiere wieder wie ein kleines Volksfest feiern.

Präsident Weber gestern geradezu kämpferisch: „Die Holländer sind in einem exklusiven Hotel in Hamburg. Da sollen sie auch bleiben. Wir Bremer wollen den neuen Matjes hier auf dem Domshof essen!“ Mitten in der Stadt, ohne elitäre Note. Der Sozialdemokrat weiter: „Die Grünen wollen den ‚Veggie Day‘ einführen. Ich bin mehr für die Fischtage. Die sind noch gesünder!“

Bei soviel Lob standen „Fisch-König“ Koch-Bodes beinahe die stillen Tränen des Glücks in den Augen. „Ich freue mich wahnsinnig, dass Ihr alle da seid“, rief er mit Blick auf den vollen Domshof. Und gab dann seiner Hoffnung Ausdruck, dass Weber nach der Bürgerschaftswahl im nächsten Jahr erneut Bürgerschaftspräsident wird, weil er das immer so schön macht mit dem Matjes-Saisonauftakt.

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