Landesvorsitzender wurde 54 Jahre alt

„Jemand, dem unser Bundesland etwas bedeutete“: Bremer CDU-Chef Jörg Kastendiek ist tot

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Jörg Kastendiek ist am Montag mit 54 Jahren gestorben.

Jörg Kastendiek, der Landesvorsitzende der Bremer CDU ist tot. Der 54-Jährige ist am Montag nach schwerer Krankheit gestorben, heißt es auf der Homepage der Christdemokraten. Aus Bürgerschaft und Senat melden sich Wegbegleiter und bekunden ihr Mitgefühl.

Bremen - Die CDU Bremen trauert um ihren Landesvorsitzenden Jörg Kastendiek. Thomas Röwekamp, Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion, sprach in einem Nachruf auf der Homepage der Christdemokraten von einem „großen menschlichen Verlust“. Der 54-jährige Kastendiek war seit 1991 fast ununterbrochen Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und damit der dienstälteste Abgeordnete der CDU in Bremen.

„Wir sind tief erschüttert von der Nachricht vom Tod unseres Freundes und Kollegen“, schreibt Röwekamp im Namen aller Fraktionsmitglieder. Der Tod habe Kastendiek mitten aus dem Leben gerissen. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei seiner Frau, seinem Sohn und seinen Angehörigen.“ Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Jens Eckhoff sagte: „Kastendieks viel zu früher Tod hinterlässt uns alle fassungslos.“

Antje Grotheer, die Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft, drücke ebenfalls ihr Beileid und das aller Bürgerschaftsmitglieder aus: „Jörg Kastendiek hat sich an vielen Positionen um unser Land verdient gemacht“, heißt es in einer Meldung. „Es hat mich sehr beeindruckt, wie er in den vergangenen Wochen und Monaten – schon schwer gezeichnet – hier weitergearbeitet und sich für Bremen und im Parlament engagiert hat.“

Tschöpe: „Jemand, der für Überzeugungen eintrat“

Bis zuletzt hat sich Kastendiek in der Bremer Landespolitik engagiert und diese aktiv mitgestaltet. Auf seinen Vorschlag hin wurde Carsten Meyer-Heder Anfang 2018 zum Spitzenkandidaten für die anstehende Bürgerschaftswahl ernannt, bis zum Februar war Kastendiek maßgeblich an der Erstellung des CDU-Wahlprogramms beteiligt. „Er hat sich in den Wahlkampf gestürzt und auf den 26. Mai hingearbeitet – obwohl er gleichzeitig einen sehr viel schwereren Kampf führen musste“, sagte Grotheer mit Hochachtung über das Engagement des Verstorbenen.

„Jörg Kastendiek ist ein Mensch gewesen, mit dem mich trotz aller politischen Differenzen immer eines verbunden hat: ein großer gegenseitiger Respekt“, teilte Björn Tschöpe, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bürgerschaft mit. Mit Kastendiek verliere Bremen „jemanden, dem unser Bundesland etwas bedeutete, jemanden, der für seine Überzeugungen eintrat.“

Im Namen des Bremer Senats sprach auch Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) Mitgefühl für den Tod Kastendieks aus. „Mit Jörg Kastendiek haben wir einen engagierten Menschen verloren, der sich in seiner langjährigen politischen Tätigkeit immer für unser Bundesland eingesetzt hat.“ Auch Karoline Linnnert (Grüne) und Martin Günthner (SPD), der derzeitige Wirtschaftssenator, sprachen ihr Beileid aus.

Kastendiek in Bremen „bis zuletzt“ politisch aktiv

Kastendiek führte die CDU in Bremen seit Ende 2012 und war von 2005 bis 2007 Senator für Wirtschaft, Häfen und Kultur. Zuletzt war er zudem Vorsitzender der Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Mitglied im Landeshafenausschuss sowie stellvertretender Vorsitzender im Controllingausschuss. „Wir verlieren mit Jörg Kastendiek einen vorbildlichen Parlamentarier, der sich trotz seiner schweren Erkrankung bis zuletzt intensiv in die Fraktion und das Parlament eingebracht hat“, schreibt Röwekamp weiter.

Jörg Kastendiek hinterlässt Ehefrau und Sohn. Um Trauernden die Möglichkeit eines Abschieds zu geben, liegen für Kondolenzbücher aus - und zwar sowohl im Bremer CDU-Haus (Am Wall 135) und im Haus der Bremischen Bürgerschaft.

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