Landesbank wird zur Filiale 

BLB fährt Rekordverlust ein

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Christian Veit ist Vorstandschef der BLB. Er präsentierte Donnerstag die letzte Bilanz des Geldinstituts, das im Laufe des Jahres komplett in die NordLB integriert wird. 

Bremen - Von Jörg Esser. Es ist kein Aus. Aber ein Schlusspunkt. Die Bremer Landesbank (BLB) bleibt als Marke erhalten. Das Geldinstitut, das jüngst seinen rund 50 Millionen Euro teuren Neubau auf dem Domshof bezog, verliert aber seine Eigenständigkeit. Die Fusion mit der Mutter, der NordLB mit Sitz in Hannover, wird vollzogen. Spätestens am Jahresende soll alles abgewickelt sein. „Die Fusion ist die einzig sinnvolle Weiterentwicklung“, sagte am Donnerstag Vorstandschef Christian Veit auf der Bilanzpressekonferenz der BLB in Bremen. Auf der letzten Bilanzpressekonferenz der BLB. Die Landesbank wird zu einer reinen Konzernfiliale.

Im Geschäftsjahr 2016 hat die Bank einen Rekordverlust von 1,4 Milliarden Euro eingefahren, weil das Geschäft mit Schiffskrediten eingebrochen ist. Die Risikovorsorge musste in diesem Sektor um 1,5  Milliarden Euro aufgestockt werden. Das hat der BLB das Genick gebrochen. Das Land Bremen hat seinen 41-prozentigen Anteil auf Druck aus Hannover verkaufen müssen – für einen Gegenwert von 262 Millionen Euro. Der Sparkassenverband Niedersachsen zog nach. Seit Jahresbeginn ist die NordLB alleiniger Eigentümer der Bremer Landesbank.

Und jetzt nimmt die Mutter aus Hannover auch die Zügel fest in die Hand. Die BLB bleibt als „Etikett“, heißt es. Und die Standorte in Bremen und Oldenburg blieben erhalten. „Es gibt keinen Grund, die Marke verschwinden zu lassen“, sagt Veit. Zumindest vorerst. Ob die Marke BLB ewig erhalten bleibe, müsse man sehen. Auch auf die Frage nach Veränderungen in der Chefetage gab es keine konkreten Aussagen. Noch bilden vier Banker den Vorstand. Und die Arbeitsplätze? Derzeit arbeiten an den Standorten in Bremen und Oldenburg für die BLB gut 1 000 Mitarbeiter. „Die Integration führt zum Arbeitsplatzabbau“, sagt der Vorstandschef. Ziel sei es, den Arbeitsplatzabbau so sozialverträglich wie möglich darzustellen. Konkrete Zahlen nannte Veit nicht.

Die BLB wird zudem gestutzt. Sie soll sich „voll auf das Kerngeschäft als Kunden- und Mittelstandsbank konzentrieren“, heißt es. Und sie wird die Strippen im Inlandsgeschäft mit den Erneuerbaren Energien ziehen. Dafür wird das Geschäft mit den Schiffsfinanzierungen aus Bremen abgezogen und nach Hannover verlagert.

Auf dem Energiesektor sind die Bremer erfolgreich. Das Neugeschäft mit Onshore-Windrädern bezifferte Vorstand Björn Nullmeyer auf 900 Millionen Euro. Die BLB hat in Deutschland und Frankreich 600 Windparks mit 2 350 Windmühlen im Portfolio. Der Marktanteil am Neugeschäft liege bei zehn Prozent. Jedes neunte Onshore-Windrad in Deutschland istvon der BLB finanziert worden. Geht doch. Auch bei der Finanzierung mit Leasing- und Factoringgesellschaften legte die Bank zu.

Nur die faulen Schiffskredite lassen die Bilanz havarieren. Die BLB steuert gegen und hat die Zahl der finanzierten Schiffe seit 2011 um 40 Prozent reduziert. Ende 2016 waren noch 575 Schiffe bei einem Gesamtvolumen von 6,1 Milliarden Euro im Bestand.

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