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Bremer Kulturkirche zeigt Kunst aus Licht und Glas

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Von: Thomas Kuzaj

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Das Licht des Projektors fällt durch die Glasplatten des Mobiles – und sorgt in der Bremer Kulturkirche für Projektionen, die sich ständig verändern.
Das Licht des Projektors fällt durch die Glasplatten des Mobiles – und sorgt in der Bremer Kulturkirche für Projektionen, die sich ständig verändern. © Kuzaj

Bremen – Ihr Thema ist das Licht, die Fotografin und Künstlerin Sara Förster stellt Licht in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Licht spielt auch eine zentrale Rolle in der Bibel: „Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Jetzt hat die Bremische Evangelische Kirche (BEK) Kunst und Licht auf besondere Weise zusammengeführt.

Die BEK nämlich machte Sara Förster zu ihrer mittlerweile elften Kunststipendiatin – und das wiederum führte zu einer Ausstellung, die am Donnerstag, 17. März, um 19 Uhr in der Bremer Kulturkirche St. Stephani im Faulenquartier eröffnet wird. An einem Ort also, an dem Licht ebenfalls eine bedeutende Rolle spielt – das Licht etwa, das durch die Kirchenfenster fällt und den Kirchenraum in besondere Farben und Stimmungen taucht.

Bis Sonntag, 26. Juni, soll Försters Ausstellung in der Kulturkirche zu sehen sein, und ihr Thema ist – natürlich – Licht. Schon der Titel der Schau verkündet es: „Lichtbild“, so heißt sie, die Ausstellung. In dem Jahr ihres BEK-Kunststipendiums hat Förster, Jahrgang 1984, ortsspezifische Arbeiten für die Bremer Kulturkirche geschaffen, die sich unter anderem auf die Fenster des Bauwerks und die Bedingungen der sakralen Architektur hier beziehen.

Mit Metaphern förmlich aufgeladen

Und das ist auch zu hören. Vor zwei Overhead-Projektoren bewegen sich Mobiles, die aus Glasplatten bestehen; schlagen die Platten kurz aneinander, erklingt ein Ton. Pling! Die Töne untermalen auf beinahe aufreizend meditative Weise die immerzu wechselnden Bilder, die an den Kirchenwänden entstehen, Projektionen beweglicher Licht- und Farbflächen – sie entstehen, weil das Licht der Projektoren durch die sich drehenden und sanft schaukelnden Mobile-Glasplatten fällt. Bilder des Lichts sind es, die sich hier bilden; vergänglich und immer wieder neu (wie das Leben).

Mehr Metaphorik geht kaum an einem ohnehin mit Metaphern aufgeladenen Ort – in einer Kirche! Hinzu kommt die „Lichtmetaphorik in der Bibel“, auf die Pastorin Diemut Meyer verweist, die Leiterin der Kulturkirche. „Mit Hilfe des Lichts wird das Chaos zum Kosmos.“ Darauf verweise die Schöpfungsgeschichte: „Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht.“

Aus Kirchenfensterglas wurden die Platten am Mobile gefertigt. An der Wand hängen
Aus Kirchenfensterglas wurden die Platten am Mobile gefertigt. An der Wand hängen © Kuzaj

Bremer Kulturkirche zeigt Ausstellung anfangs nur abends

Försters Projektionen ergeben ein Licht-Spiel im Wortsinne, das mal klar umrissene Formen zeigt und sich im nächsten Augenblick in Unschärfen auflöst – das wirkt durchaus faszinierend und strahlt Ruhe aus. Die Glasplatten übrigens sind mundgeblasen, sie weisen feine Bläschen und Strukturen auf: Handwerklich gefertigtes Glas, wie es sonst für – erraten! – Kirchenfenster verwendet wird. Dieser Teil der Ausstellung entfaltet seine Wirkung vor allem bei stärkerer Dunkelheit… und so öffnet die Kulturkirche von Freitag, 18. März, bis Donnerstag, 24. März, jeweils in der Zeit von 18 bis 21 Uhr. Ab Freitag, 25. März, gelten wieder die üblichen Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr, Montag geschlossen.

In den Fokus rückt dann der zweite Teil der Förster-Ausstellung: Fotogramme, die die Künstlerin ebenfalls mit Hilfe der Kirchenfensterglasplatten geschaffen hat. „Fotografie ohne Kamera“, wie Kurator Dr. Frank Laukötter das Verfahren zusammenfasst: Sara Förster hat die Platten in wechselnden Formationen über Fotopapier gelegt. Mehrfachbelichtungen erzeugen Farb- und Struktureffekte, wieder spielen Glas und Licht die Hauptrollen – wie es in der Fotografie im Grunde seit ihrer Erfindung ist. Jedes Fotogramm ist ein Unikat. Der Ausstellungstitel „Lichtbild“, er ist hier ganz wörtlich zu verstehen: Förster macht mit Licht Bilder vom Licht. Kurator Laukötter sagt es so: „Malen, zeichnen, schreiben mit Licht – die Arbeit von Sara Förster zeigt, was Fotografie ausmacht.“

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