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Bremer Krankenpfleger soll Patienten getötet haben

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Von: Yannick Hanke

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Zu sehen ist das Bremer Krankenhaus Diako.
Im Bremer Krankenhaus Diako soll ein Krankenpfleger zwei Patienten getötet haben. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Ein Krankenpfleger aus Bremen wird verdächtigt, zwei Patienten getötet zu haben. Er soll seinen Beruf nicht mehr ausüben dürfen. Die Hintergründe.

Bremen – Dem 34-jährigen Krankenpfleger aus Bremen sei ein entsprechendes Schreiben am Dienstag, 8. Februar 2022, zugestellt worden. Das habe eine Sprecherin des Gesundheitsressorts „buten un binnen“ mitgeteilt. Laut der zuständigen Staatsanwaltschaft soll der Krankenpfleger 2021 zwei Patienten im Diakonie-Krankenhaus (Diako) in Bremen-Gröperlingen mit einer Überdosis Insulin absichtlich getötet haben.

Bremen: Krankenpfleger soll für Tod von zwei Patienten verantwortlich sein – Mann saß bereits in U-Haft

Das streitet der Krankenpfleger jedoch ab. Zudem wird ihm vorgeworfen, einem weiteren Patienten ohne Notwendigkeit ein Zugang zum Knochenmark gelegt zu haben. Wie „buten un binnen“ berichtet, habe das Diako die Ermittlungen gegen den 34-jährigen Krankenpfleger selbst angestoßen. Kurz darauf sei ihm auch schon gekündigt worden.

Bereits seit Juli 2021 saß der Angeschuldigte in Untersuchungshaft. Im Januar 2022 wurde er wieder entlassen, da das Landgericht aufgrund eines aus ihrer Sicht mangelhaften Gutachtens keinen hinreichen Tatverdacht mehr gesehen hatte. Und solange der Mann nicht verurteilt ist, könne er trotz der schweren Vorwürfe gegen seine Person wieder als Krankenpfleger arbeiten.

Bremer Gesundheitsressort ordnet an, dass unter Verdacht stehender Krankenpfleger seinen Beruf nicht mehr ausüben darf

Nun bleibt es jedoch vorerst beim Konjunktiv. Denn dem Bremer Gesundheitsressort geht dieser Schritt entschieden zu weit. In ihrer Rolle als zuständige Aufsichtsbehörde ordnete das Gesundheitsressort der Hansestadt jetzt an, dass der 34-Jährige vorläufig nicht mehr als Krankenpfleger arbeiten darf.

Eine Anordnung, die bundesweit gilt. Wie die dpa berichtet, hätte das Bremer Gesundheitsressort diesen Vorgang im Grundsatz bestätigt, jedoch nicht explizit von einem Berufsverbot gesprochen. Es wird sich auf Paragraf 3, Absatz 3 des Pflegeberufegesetzes, berufen, demzufolge das Ruhen der Erlaubnis zum Führen des Berufsbezeichnung angeordnet werden könne.

Bremer Landgericht muss über Hauptverfahren gegen beschuldigten Krankenpfleger entscheiden

In diesem Paragrafen heißt es wie folgt: „Das Ruhen der Erlaubnis kann angeordnet werden, wenn gegen die betreffende Person wegen des Verdachts einer Straftat, aus der sich die Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Pflegeberufs ergeben würde, ein Strafverfahren eingeleitet wurde“. Doch sei die Anordnung aufzuheben, wenn die Voraussetzungen nicht mehr vorliegen.

Derweil hat das Bremer Landgericht noch immer nicht entschieden, ob das Hauptverfahren gegen den beschuldigten Krankenpfleger eröffnet wird – oder eben nicht. Laut „buten un binnen“ wurde nun ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben. Und mindestens bis dahin werde die Anordnung vom Bremer Gesundheitsressort wohl auch gelten.

Weitere Blaulicht-Meldungen aus Bremen und Niedersachsen: Brand in Lagerhalle – Mann sticht auf schlafende Frau ein

Der Fall des 34-jährigen Krankenpflegers aus Bremen erinnert an den nachgewiesenen Patientenmörder Niels Högel, der 2019 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Acht ehemaligen Vorgesetzten von Högel wird seit Januar 2022 der Prozess vor dem Landgericht Oldenburg gemacht. Im Klinikum Oldenburg und im Krankenhaus Delmenhorst wurden dem ehemaligen Krankenpfleger insgesamt 85 Patientenmorde nachgewiesen.

Von Brutalität zeugt aber auch die Tat eines 28-Jährigen in Niedersachsen. Der Mann soll erst in eine WG eingebrochen sein und dann auf eine schlafende Frau eingestochen haben. Eine schnelle Auffassungsgabe beweist indes ein Anrufer in Bremen-Woltmershausen, der die Feuerwehr über einen Brand in einer Lagerhalle informieren sollte. Akkus für E-Scooter hatten hier Feuer gefangen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

* Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am Mittwoch, 9. Februar 2022, um 11:10 Uhr aktualisiert.

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