Vorhänge des Konferenzraums blieben zum Schutz geschlossen

AfD zeigt sich auf Sonderparteitag gespalten

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Bremerhaven - Die nach Rücktritten und Machtkämpfen zerstrittene Bremer AfD kommt nicht zur Ruhe. Auf einem Sonderparteitag in Bremerhaven sollte der Landesverband am Sonntag vier neue Vorstandsmitglieder wählen. Unterbrochen wurde der Parteitag immer wieder von hitzigen Debatten.

Wiederholt kritisierten einzelne Mitglieder die Arbeit und den Stil des Vorstands. Rund 180 Menschen demonstrierten lautstark gegen den Parteitag. Vermummte hatten am Morgen in Bremen außerdem das Haus eines AfD-Vorstandes mit Farbbeuteln beworfen.

Die Alternative für Deutschland (AfD) war im vergangenen Jahr mit vier Abgeordneten in den Bremer Landtag eingezogen. Drei von ihnen wechselten kurz darauf zu Alfa, einer Abspaltung von AfD-Gründer Bernd Lucke. Gegen den letzten verbliebenen Abgeordneten Alexander Tassis läuft zurzeit wie gegen drei andere Mitglieder ein Parteiausschlussverfahren. Diese hätten bewusst versucht, die Partei zu spalten, begründete Landeschef Frank Magnitz auf dem Parteitag die Entscheidung. "Das ist parteischädigendes Verhalten."

Tassis und seine Mitstreiter fordern die Abwahl der Parteiführung. Bis April hatte Tassis dieser selbst angehört, war nach eigenen Angaben aber aus Protest gegen deren Arbeit zurückgetreten. "Der Führungsstil in diesem Landesverband ist diktatorisch und indiskutabel", sagte Tassis am Rande des Parteitags. Über die Ausschlussverfahren muss noch ein Schiedsgericht entscheiden.

Der stellvertretende Landesvorsitzende Thomas Jürgewitz warf Tassis auf dem Parteitag unter anderem vor, ein anderes Vorstandsmitglied angegriffen zu haben. "Sowas kennen wir nur vom Balkan", sagte Jürgewitz und bezeichnete den in Athen geborenen Tassis als "Prügel-Griechen". Empörte Mitglieder unterbrachen seine Rede mehrmals. Tassis bezeichnete den Angriff als Lüge und warnte die AfD davor, zu einer rechtsextremistischen Kaderpartei zu werden.

Erst am Nachmittag konnten die Vorstandswahlen beginnen. Knapp 60 Prozent der Mitglieder stimmten für Peter Jadasch als zweiten Vorsitzenden und etwa 56 Prozent für Susanne Schmidt als zweite stellvertretende Vorsitzende. Gegenkandidaten gab es nicht. Die beiden offenen Posten der Beisitzer konnte die Partei mangels Kandidaten nicht besetzen. Die Vorhänge des Konferenzraums blieben während des gesamten Parteitags geschlossen - zum Schutz vor den neugierigen Blicken von Kameraleuten, Fotografen und Gegendemonstranten.

dpa

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