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Bremer Innenstadt: Kaufhof-Abriss gilt nicht mehr als „zwingend“

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Von: Thomas Kuzaj

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Das frühere Kaufhof-Gebäude gilt nicht mehr zwingend als Abriss-Kandidat.
Das frühere Kaufhof-Gebäude gilt nicht mehr zwingend als Abriss-Kandidat. © Kuzaj

Bremen – Ein zentrales Kapitel der Bremer Innenstadtentwicklung könnte jetzt fortgeschrieben werden. Die Planungen rund um das Parkhaus Mitte kommen wieder in Fahrt. Für das stockende Großprojekt des Investors Kurt Zech gibt es jetzt einen Plan, der das weitere Vorgehen regelt.

Das ehemalige Kaufhof-Gebäude ist Teil der ursprünglichen Zech-Pläne, von Abriss war die Rede. Das Gebäude aber gehört der Frankfurter Immobiliengesellschaft DIC Asset AG. Bislang gab es keine Einigung über einen Verkauf. Um die Planungen wieder in Gang zu bringen, schaltete der Senat sich ein. Und bei diesen Gesprächen – an denen DIC-Vertreter nicht beteiligt waren – kam nun eine neue Variante ins Spiel: Der frühere Kaufhof-Bau (in dem nach wie vor der Elektronikmarkt Saturn zu finden ist und in den auch das Möbelhaus Opti-Wohnwelt einziehen will) soll nicht mehr zwingend abgerissen werden. Und wenn das Gebäude nicht abgerissen wird, wäre es nicht mehr zwingend nötig, dass Zech (oder auch die Stadt) sich Gedanken über einen (teuren) Ankauf machen.

Damit scheint es möglich, dass eine auch das Umfeld von Parkhaus Mitte und Kaufhof-Gebäude lähmende Zeit der Ungewissheit endet und eine verlässliche Perspektive entwickelt werden kann. Bei der Gesprächsrunde saßen neben Wolfrat Voigt von der Gustav-Zech-Stiftung Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), Bau- und Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) und Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) am Tisch. Es war offenbar kein Putin-Tisch mit Riesenabstand, sondern: Man kam sich näher. Die mündlichen Verabredungen müssen allerdings noch schriftlich fixiert werden, hieß es.

Architekturwettbewerb soll Pläne weiter vorantreiben

Die Beteiligten seien am Dienstag übereingekommen, dass „bis September dieses Jahres ein Werkstattverfahren begonnen wird“, teilte das Bauressort am Freitag mit. „Ziel des städtebaulich-architektonischen Werkstattverfahrens wird sein, eine Gesamtentwicklung für das Areal aus Parkhaus Mitte und der Karstadt- sowie der Kaufhof-Immobilie zu planen.“ Und eben dabei sollen die Architekten „gleichwertig auch Ideen für einen Umbau und die Revitalisierung des Kaufhof-Gebäudes entwickeln“.

Rund um das Parkhaus Mitte soll ein vollkommen neuer Innenstadt-Kern entstehen.
Rund um das Parkhaus Mitte soll ein vollkommen neuer Innenstadt-Kern entstehen. © Kuzaj

Zudem wird das Großprojekt gestaffelt. Gewünscht ist ein „Denken in Bauabschnitten“, um „schrittweise Impulse für die Innenstadt in diesem zentralen Bereich zu setzen“. Die Stadt sicherte zu, im Rahmen einer „baufachlichen Machbarkeitsstudie“ untersuchen lassen, wie „eine technisch und städtebaulich sinnvolle Trennung des Parkhauses Mitte vom Kaufhof-Gebäude möglich ist, um es in eine städtebauliche Gesamtentwicklung zu integrieren“, so die Formulierung. Noch nämlich ist das Kaufhof-Gebäude mit dem Parkhaus Mitte verbunden. Nur über die Hochgarage sind die Parkplätze auf dem Kaufhausdach zu erreichen.

Bremer City: Bovenschulte „positiv gestimmt“

Das Immobilienunternehmen DIC sei über die Bremer Gespräche „informiert“ und habe „signalisiert, den Prozess positiv zu begleiten“, hieß es am Freitag weiter. „Ich bin ausgesprochen positiv gestimmt, dass die Entwicklung im Herzen unserer Stadt jetzt Fahrt aufnehmen wird“, ließ Bürgermeister Bovenschulte beschwingt verlauten.

Bausenatorin Schaefer erklärte: „Es muss uns mit vereinten Kräften gelingen, das Zentrum zwischen Wall und Weser zu beleben und urbaner zu machen. Das kann nur mit einem veränderten Mix aus Wohnen, Kultur, Gastronomie und mehr Aufenthaltsqualität zusätzlich zum Einzelhandel gelingen.“ Wirtschaftssenatorin Vogt: „Bremen ist als Oberzentrum im Nordwesten auf eine funktionierende und attraktive City angewiesen.“

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