Land investiert „in die Zukunft“

Weniger Güterumschlag in den Bremer Häfen

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Das Autoterminal in Bremerhaven. Im Hintergrund ist die Stromkaje mit dem Containerterminal zu sehen.

Bremen - Von Jörg Esser. Bremen investiert „in die Zukunft der Häfen“. Eine dreistellige Millionensumme wird in den Bau von Kajen und Terminals sowie in den Ausbau der Hafeneisenbahn gesteckt.

„Die Häfen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft“, sagte Wirtschafts- und Häfensenator Martin Günthner (SPD) heute vor Pressvertretern im Rathaus. Der Seegüterumschlag in den Bremischen Häfen ist derweil in diesem Jahr um 4,8 Prozent von 78,2 Millionen auf 74,5 Millionen Tonnen gesunken. Günthner sprach von einer „stabilen Seitwärtsbewegung“.

Die schwache Weltwirtschaft hat das bremische Hafengeschäft belastet. Vor allem die nachlassende Konjunktur in China, der Einbruch des Handels mit Russland und die gesunkene Nachfrage in den Schwellenländer habe sich negativ ausgewirkt, sagte Günthner. Sichtbar wird das vor allem beim Containerumschlag – hier gab es in Bremerhaven einen Rückgang von 3,6Prozent auf 5,6 Millionen Standardcontainer (TEU). Beim Stückgut sank die Umschlagsmenge um sechs Prozent auf 64,7 Millionen Tonnen. Der Umschlag von Massengut in Bremen legte um 4,2 Prozent auf 9,8 Millionen Tonnen zu. Und der Autoumschlag am Terminal der BLG Logistics Group in Bremerhaven kratzte mit prognostizierten 2,23 Millionen Fahrzeugen an dem Rekordwert des Vorjahres (2,27 Millionen).

„Die Warenströme haben sich verändert“, sagte BLG-Chef Frank Dreeke. Es werden mehr Autos importiert. Das Verhältnis betrage jetzt 25 Prozent Import zu 75 Prozent Export. Vor einem Jahr lag es noch bei 20 zu 80. Die Veränderungen der Transportwege führen auch dazu, dass mehr Fahrzeuge auf dem Terminal stehen. Die Flächen seien zeitweise nahezu ausgelastet gewesen, so Dreeke. Die BLG hat reagiert und im Oktober im Nordhafen ein weiteres Autoregal mit 7000 Stellplätzen in Betrieb genommen. Und die Stammbelegschaft um 300 Mitarbeiter erweitert. „Wir haben die Weichen für die Zukunft gestellt.“

Auch Dreeke sprach von einer „Seitwärtsbewegung“ beim Containerumschlag. Den leichten Rückgang in Bremerhaven habe die BLG durch die positive Entwicklung am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven aufgefangen. Hier stieg die Menge der umgeschlagenen Container von 67000 auf mehr als 400000.

„Die Bremischen Häfen sind stabil, ausgesprochen gut aufgestellt und leistungsfähig“, fuhr Günthner fort. Und weiter: „Jede Investition in die Häfen ist richtig angelegtes Geld.“ Und so will Bremen für 180Millionen Euro das Offshore-Terminal Bremerhaven (OTB) am Blexer Bogen bauen. Ende November gab es grünes Licht von der Oberen Wasserbehörde. Allerdings will der Bund für Umwelt und Naturschutz gegen das Großprojekt klagen.

Rund 30 Millionen Euro fließen in den Ausbau der Hafeneisenbahn in Bremerhaven. Dort wird der Bahnhofsbereich Insumer Deich von acht auf 16 Parallelgleise ausgebaut. Zuletzt war der Containerhafen Start- und Zielort für 580 Güterzüge pro Woche. „Wir erwarten einen Anstieg auf knapp 800 Züge wöchentlich“, sagte der Senator.„Um den Verkehrsinfarkt zu verhindern, muss die Schiene bei uns noch leistungsfähiger werden“, ergänzte Robert Howe, Geschäftsführer von Bremenports. Die Hafenplaner wollen zudem die Westkaje am Kaiserhafen III für knapp 33Millionen Euro erneuern. „Die alte Kaje ist marode“, so Howe, „sie hat technisch ihr Lebensende erreicht.“ Der Baubeginn für die neue Kaje wird für April 2016 anvisiert.

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