CORONA Öffnung ab 18. Mai / Veranstaltungen weiter verboten

Bremer Gastronomie muss warten

Die Bremer Gastronomie (hier an der Schlachte) muss noch bis zum 18. Mai warten, bis sie öffnen darf. Foto: DPA/SCHULDT

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Die Bremer Gastronomen müssen noch ein paar Tage warten, bis sie wieder öffnen dürfen. Anders als in Niedersachsen, wo die Restaurants bereits am Montag wieder loslegen durften, erlaubt Bremen den Gastronomiebetrieben die Öffnung erst ab Montag, 18. Mai. Starten darf dann aber auch die Hotellerie. Aufgehoben sind die Beschränkungen im Einzelhandel. Alle Läden dürfen wieder öffnen. Hart trifft es die Veranstalter, Events bleiben zunächst verboten.

Entsprechende Beschlüsse des Senats verkündeten im Anschluss an die Sitzung Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) und die Senatorinnen. Bovenschulte sagte, das Land Bremen sei bei den Corona-Auflagen „behutsam“ vorgegangen und behalte diese Linie auch beim Öffnen bei. Man müsse stets das Infektionsgeschehen im Blick behalten. „Ziel bleibt, mit der Pandemie leben zu lernen“, so der Bürgermeister. „Es darf nicht passieren, dass wir bisher Erreichtes verlieren.“ Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) räumte später ein, dass der Lockdown „fast leichter“ gewesen sei, als der „schrittweise Weg in eine andere Normalität“. Und das hat der Bremer Senat am Dienstag beschlossen:

Einzelhandel

Die 800-Quadratmeter-Grenze fällt weg. Alle Geschäfte, auch die großen, dürfen am Mittwoch (13. Mai) wieder öffnen. Zugelassen ist eine Person (mit Mund-Nasen-Schutz) auf zehn Quadratmeter Verkaufsfläche. Viele Läden regeln das über Körbe oder Einkaufswagen.

Gastronomie/Hotels

Ab 18. Mai dürfen Restaurants, Gaststätten, Kneipen, Discos, Bars, Hotels und Campingplätze unter strengen Auflagen wieder aufmachen. Die Tische müssen zwei Meter auseinanderstehen, zwischen den Gästen muss der Abstand 1,50 Meter betragen, zwischen dem Personal auch. Eine Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz besteht nicht, es sei denn, der Abstand kann nicht eingehalten werden. Es besteht aber eine Sitzplatzpflicht, „damit es kein Enge am Tresen gibt“, wie Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) sagte. Büfetts sind verboten, auch in Hotels, das Frühstück muss also wieder serviert werden. Wer in einem Lokal speisen will, muss seine Kontaktdaten hinterlassen, sie werden drei Wochen aufgehoben. Die Betriebe müssen ein Konzept zur Hygiene und zum Arbeitsschutz vorlegen. Er sei sich durchaus bewusst, dass es beim Ausgehen „schwierig und nicht gemütlich wird“, sagte Bürgermeister Bovenschulte. Doch die Alternative wäre eine weitere Schließung, das wolle Bremen der Gastronomie ersparen.

Veranstaltungen

Sie bleiben zunächst komplett verboten. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) erinnerte an Veranstaltungen wie Ski-Partys und Karneval, die das Ausbruchsgeschehen förderten. Fußballspiele erwähnte sie nicht. . . Bis Ende August bleiben Events ab 1 000 Zuschauer unter freiem Himmel und ab 200 Menschen in geschlossenen Räumen untersagt. Kleinere Veranstaltungen könnten möglicherweise im August genehmigt werden – mit starken Einschränkungen und einem Konzept, ließ Bovenschulte durchblicken. Aber erstmal läuft nichts. Vogt betonte, Bremen werde sich auf Bundesebene für einen Rettungsschirm für Gastronomie, Hotellerie, Veranstalter, Schausteller und Reisebranche einsetzen. Auch wenn es in einigen Bereichen nun unter Auflagen wieder losgehe, sei ein wirtschaftliches Arbeiten kaum möglich.

Kitas/Schulen

In den Kitas soll es ab 18. Mai mehr geben als die derzeitige Notbetreuung. Hinzu kommen dann Kinder mit Sprachförderbedarf und die aus Problemstadtteilen. Ab 1. Juni kehren schrittweise die Vorschulkinder zurück – das wären dann insgesamt laut Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) 40 Prozent aller Kita-Kinder. Ab Mitte Juni sollen weitere Kinder kommen, wenn es der Infektionsschutz zulässt. In die Schulen sollen schrittweise alle Jahrgänge zurückgeholt werden. Ab 25. Mai sollen die Kinder an zwei Tagen Unterricht in der Schule (mindestens acht Stunden) haben, ab Mitte Juni soll die Hälfte aller Schüler in wechselnden Schichten lernen. Homeschooling geht weiter.

Pflege

Apropos Pflege: Fünf Millionen Euro macht das Land Bremen für den von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angeregten Pflegebonus für die in Corona-Zeiten besonders geforderten Pflegekräfte locker. 1 500 Euro sind pro Kraft vorgesehen. Den Hauptteil zahlt der Bund, der Beschluss steht noch aus. Auf den Anteil der Einrichtungen verzichtet Bremen laut Sozialsenatorin, denn viele könnten diese Ausgabe nicht finanzieren. Sie machte deutlich, dass sie sich neben dem Bonus ein „beherztes Zugehen“ auf einen verbindlichen Tarifvertrag für Pflegekräfte wünscht, damit die Bezahlung auf Dauer besser werde.

Aktuelle Corona-Zahlen

Im Land Bremen gibt es bislang 1 079 (+20) bestätigte Corona-Infektionen (davon 83 in Bremerhaven). Das teilte das Gesundheitsressort am Dienstagabend mit. Als genesen gelten von dieser Gesamtzahl inzwischen 633 (+40) Menschen. Ein weiterer Patient mit Covid-19 starb, damit sind es bisher 35. 53 Patienten liegen im Krankenhaus, sechs müssen beatmet werden.

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