„Bremer Frauen-Geschichten“

Klassisch, zeitlos, modern: Die Bildhauerin Maria Ewel

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Aus dem Jahr 1967stammt die Bronze-Skulptur „Mädchen mit Reifen“ von Maria Ewel vor der Bürgermeister-Smidt-Schule an der Contrescarpe. Der Reifen fehlt – er wurde gestohlen.

Bremen - Von Nina Seegers. Des Kunststudiums wegen kommt sie gleich nach dem Zweiten Weltkrieg nach Bremen und widmet sich der Bildhauerei. Noch heute prägen einige ihrer Skulpturen das Bremer Stadtbild. Der Bildhauerin Maria Ewel (1915 bis 1988) ist die heutige Folge unserer Serie „Bremer Frauen-Geschichten” gewidmet.

Der Erste Weltkrieg hat bereits begonnen, als Maria Ewel 1915 in der damaligen Hauptstadt Ostpreußens, Königsberg, geboren wird. Ihr Vater, Otto Ewel, ist Maler und Professor an der Königsberger Kunst- und Gewerbeschule, der ihr künstlerisches Talent erkennt und fördert. So darf die junge Maria schon mit 13 Jahren in der Keramikklasse der Kunst- und Gewerbeschule mitarbeiten, bevor sie zum Kunststudium 1936 nach Dresden zieht.

Während des Zweiten Weltkriegs ist für Ewel an Kunst nicht zu denken, erst nach 1945 kann sie ihr Kunststudium wieder aufnehmen. „Die Wirren am Ende des 2. Weltkrieges führten mich nach Fischerhude in die Nähe Bremens. Im Jahre 1946 schrieb ich mich als Studentin der Bildhauerei bei der Staatlichen Kunstschule in Bremen ein”, erinnert sich Ewel später.

Inmitten von Kriegstrümmern studiert sie an der Schule, die sich damals noch am Wandrahm 23 befindet.

Die ersten Jahre muss sie zwischen Fischerhude und Bremen pendeln. „1952 konnte ich endlich nach Bremen übersiedeln, was mir viel Zeitersparnis einbrachte”, so Ewel. Ihr Studium finanziert sich die Bildhauerin mit Restaurierungsarbeiten: Im Rahmen der Baudenkmalpflege restauriert sie unter anderem die Stadtwaage, das Gebäude der Sparkasse am Markt und an der Schlachte 31. „Der Bauhütte gehörte ich von 1948 bis 1954 an. 1950 erhielt ich meinen ersten Auftrag vom Land Bremen: Ich schuf einen lebensgroßen Bären für den Kindergarten im Waller Park. Dafür erhielt ich 1000 DM.”

Rheuma erschwert das Bildhauern zunehmend

Ab Mitte der 50er Jahre schließlich arbeitet Ewel als freischaffende Künstlerin, bevor bei ihr schon wenige Jahre später – da war sie gerade einmal Anfang 40 – Gelenkrheumatismus diagnostiziert wird. Mit der Bildhauerei hört sie trotzdem nicht auf. Bis Anfang der 60er Jahre erschafft sie noch einige große Steinskulpturen, bevor sie sich ihrer Krankheit wegen der modellierten Plastik zuwendet und aus Bronze gegossene Skulpturen erschafft. Drei Jahre vor ihrem Tod wird die Künstlerin in Bremen 1985 noch einmal mit einer Einzelausstellung gewürdigt.

Bis heute kann man ihre Skulpturen im öffentlichen Raum in einigen Städten Deutschlands, vor allem aber in Bremen bewundern: Der „Bär” (1950) am Waller Park, „Großer Tiger” (1955) am Hohentorsplatz in der Neustadt und der „Panther” (1958) an der Grundschule in Borgfeld sind nur einige Beispiele. Vielen Bremern bekannt ist auch das „Mädchen mit Reifen” das vor der Bürgermeister-Smidt-Schule an der Contrescarpe steht.

„Maria Ewel ist klassisch, zeitlos, modern. Und darum haben ihre Werke über alle Richtungen hinweg Bestand und Gültigkeit”, schreibt der Professor Gert Duwe in dem Verzeichnis ihres plastischen Gesamtwerkes.

Lesen Sie auch: Die „Bremer Frauengeschichten“ im Überblick

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