Bremer „Foralex“-Team entwickelt Experiment für die Internationale Raumstation

Auf dem Weg zur ISS

Er betreut die Experimente der siegreichen Studententeams des „Überflieger“-Wettbewerbs im nächsten Jahr auf der Internationalen Raumstation: Astronaut Alexander Gerst, hier bei seinem letzten Bremen-Besuch 2015 bei Airbus. - Foto: Reineking

Bremen - Von Viviane Reineking. Ein eigenes Experiment für den Test im Weltraum entwickeln derzeit acht Studenten der Universität Bremen. Mit ihrem Versuchsaufbau nimmt das Team „Foralex“ am „Überflieger“-Wettbewerb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) teil. Die drei Siegerexperimente fliegen mit Astronaut Alexander Gerst im kommenden Jahr zur Internationalen Raumstation (ISS).

Mit Hochdruck arbeiten die Studenten verschiedener Fachrichtungen derzeit an ihrem weltraumtauglichen Experiment. Denn schon in wenigen Tagen präsentieren sie ihren Versuch im Finale des bundesweiten Wettbewerbs für studentische Teams beim DLR in Bonn. 24 Teams waren beim Wettbewerb angetreten, „Foralex“ ist eines von acht Projekten, das es bis in die Endrunde geschafft hat. Die drei von einer Expertenjury ausgewählten Teams dürfen ihre Experimente bauen und zur ISS fliegen lassen, wo sie in rund 400 Kilometern Höhe von ESA-Astronaut Alexander Gerst betreut werden.

Die Meeresbiologie-Studenten Kristina Beck und Maria Jung, Jan Blumenkamp (Informatik), Christoph Kulmann (Lehramt Biologie und Chemie), Systems-Engineering-Student Nils Kunst sowie Maria Emrich und Scarlett Gac Caceres (Biologie) bringen ihre unterschiedlichen Fachkenntnisse in das Projekt ein. „Derzeit führen wir noch Vorversuche im Labor durch, wo wir ähnliche Bedingungen des finalen Versuchsaufbaus simulieren“, so Teamleiterin Greta Sondej, die ebenfalls Biologie an der Uni studiert.

Arbeiten unter der Sterilwerkbank: Teamleiterin Greta Sondej bei der Vorbereitung von Wasserproben aus dem Vorexperiment zur Bestimmung des Kohlenstoffdioxidgehalts. - Foto: Foralex

Gemeinsam wollen sie das Wachstum der Schale von Einzellern, die im Wasser leben, unter Schwerelosigkeit untersuchen. „Unsere Ergebnisse könnten später in der Bionik und in der Medizin bei der künstlichen Herstellung biologischer Gewebe Anwendung finden“, so die 29-jährige Teamleiterin und Initiatorin des Projektes.

Damit das Experiment im Weltraum auf der Mission 2018 mit 28000 Stundenkilometern 30 Tage lang um die Erde kreisen kann, muss alles in eine kleine Box passen. Die Maße des sogenannten „Nano-Labs“ sind vom DLR streng vorgegeben: Es hat ein Volumen von 1 500 Kubikzentimetern und darf nur weniger als zehn Kilogramm wiegen. Platz finden müssen hier nicht nur Kameras, Sensoren und ein smartphonegroßer Computer, sondern auch die Einzeller. Das achtköpfige Team bekommt sie vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (Marum), ursprünglich stammen sie aus dem Schwarzen Meer. Mit den winzigen Organismen geht auch eine der größten Anforderungen des Projektes einher, „das Überleben unserer Einzeller zu garantieren“, so Sondej. Beim Bau des Experimentes werden die Studenten unter anderem vom DLR Raumfahrtmanagement finanziell unterstützt.

Bremer „Überflieger“: Christoph Kulmann (hinten, v. l.), Nils Kunst, Jan Blumenkamp und Maria Jung. Vorne: Kristina Beck (v. l.), Maria Emrich, Scarlett Gac Caceres und Greta Sondej. - Foto: Foralex

„Natürlich sind wir etwas aufgeregt, sind aber auch sehr gespannt, mehr über die Projekte der anderen Teilnehmer zu erfahren und einen Einblick in die Raumfahrtbranche zu erhalten“, sagt Sondej. Gehört „Foralex“ zu den Gewinnerteams, dürfen die Bremer Studenten den Start der Mission zur Raumstation live mitverfolgen.

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