Jahresplanung

Bremer Focke-Museum zeigt die Geschichte eines Fotografen

Selbstporträt von Julius Frank, fotografiert 1936 nach der Ankunft in Amerika. Das Focke-Museum widmet dem
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Selbstporträt von Julius Frank, fotografiert 1936 nach der Ankunft in Amerika. Das Focke-Museum widmet dem

Bremen – Das Focke-Museum in Schwachhausen hat seine Pläne für 2022 bekanntgegeben. Das Ausstellungsprogramm soll ein breites Publikum ansprechen – eine maritim durchwirkte Mitmachausstellung im Frühjahr richtet sich besonders an Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren.

Noch bis zum 1. Februar zeigt das Museum die Ausstellung „Lebenswege – Hayat Yollari“, die im Herbst vorigen Jahres zum 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen der Bundesrepublik und der Türkei eröffnet worden war.

Das maritime Erbe Bremens zeigt sich in der nächsten großen Sonderausstellung des Hauses, die am 13. März beginnen soll: „Navigieren: Von hier nach dort – Eine Mitmachausstellung für Kinder“ richtet sich an Familien, die „gemeinsam an vielen Mitmachstationen erkunden können, wie man sich mit welchen Geräten auf See und an Land orientieren kann“, so eine Sprecherin.

Aus dem historischen Bestand des Focke-Museums werden zudem Hilfsmittel wie zum Beispiel Sextanten vorgestellt. Moderne, satellitengestützte Navigationstechniken wie etwa GPS wären ohne die in Bremen stark vertretene Raumfahrtbranche nicht möglich – so schlägt die Schau Bögen nicht allein zur maritimen Tradition, sondern auch zur zeitgenössischen Industrielandschaft Bremens.

Flucht in die Vereinigten Staaten

Im November folgt dann die nächste große Sonderschau, die dem jüdischen Fotografen Julius Frank gewidmet ist. Im Herbst 2020 hatte das Focke-Museum den Nachlass Franks bekommen, der 1936 sein Atelier in Lilienthal aufgeben musste, um aus dem nationalsozialistischen Deutschland zu flüchten – in die USA. Damit endete eine Fotodynastie in Lilienthal, die mit dem Großvater 1872 begonnen hatte und von Sohn und Enkel weitergeführt worden war.

Julius Frank war ein virtuoser Meister der Lichtsetzung, der in den Vereinigten Staaten mit vielen Auszeichnungen geehrt wurde. Er starb früh, an einem Herzinfarkt im Jahr 1959. Der frühe Tod trug dazu bei, dass sein Wirken in Vergessenheit geriet. Erst die Spurensuche des Heimatvereins Lilienthal änderte dies. Der Verein nahm 2004 mit der Witwe und den Kindern Franks in Amerika Kontakt auf. Der Verein brachte die Familie auch mit dem Focke-Museum in Kontakt, das eine renommierte Foto-Sammlung besitzt. Parallel zur Julius-Frank-Ausstellung zeigt das Focke-Museum Arbeiten des Bremer Fotokünstlers Olaf Schlote, der Überlebende des Holocausts porträtiert hat.

Im „Stadtlabor“ des Museums geht es am 4. März mit dem „Sprachenatlas“ weiter, anschließend geht es um den „Kolonialismus und seine Folgen in Bremen“, danach um Zwangsarbeit in Bremen.

Mit den Kunsthandwerkern der Arbeitsgemeinschaft Angewandte Kunst Bremen ist eine Ausstellung mit Objekten geplant, die im Dialog mit der Sammlung präsentiert werden. Seinen Garten will das Museum „intensiv für Feste und Konzerte“ nutzen – möglichst mit Bezug zu Haus, Ausstellungen und Sammlung. „Die Veranstaltungen im Freien haben sich gerade in der Pandemie bewährt“, so Prof. Dr. Anna Greve, Direktorin des Focke-Museums. Um das Haus für Familien noch attraktiver zu machen, sei ein Kinderspielplatz in Planung.

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