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Bremer Focke-Museum auf dem Weg zum Kulturcampus

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Von: Thomas Kuzaj

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„Lebenswege“ im Focke-Museum: Direktorin Anna Greve, Besucher Andreas Bovenschulte.
„Lebenswege“ im Focke-Museum: Direktorin Anna Greve, Besucher Andreas Bovenschulte. © Focke-Museum

Bremen – Noch bis zum 1. Februar zeigt das Focke-Museum in Schwachhausen die Ausstellung „Lebenswege – Hayat Yollari“, die im Herbst vorigen Jahres zum 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen der Bundesrepublik und der Türkei eröffnet worden war. Andreas Bovenschulte (SPD), Bürgermeister und Kultursenator, wollte sie unbedingt noch einmal in Ruhe ansehen – und genau das hat er jetzt getan.

Er setzte damit die Reihe seiner Besuche in Kultureinrichtungen der Stadt fort. Im Gespräch mit Prof. Dr. Anna Greve, der Direktorin des Hauses, ging es zudem um die geplante inhaltliche und bauliche Neuausrichtung. Denn das Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte soll von 2023 bis 2026 durch die Überdachung zweier Innenhöfe und einen Anbau (für ein Café und einen Veranstaltungsraum) räumlich erweitert werden. Die denkmalgerechte Überdachung der Innenhöfe ergibt 500 Quadratmeter zusätzlicher Fläche, 400 Quadratmeter kommen für das größere Foyer, den Multifunktionsraum und das Café hinzu. All das kostet 10,2 Millionen Euro; der Bund steuert zu den Kosten knapp 4,6 Millionen Euro bei.

Die Schließungszeit in der Umbauphase soll genutzt werden, um das Focke-Museum in der Innenstadt zu präsentieren. Dafür werde eine „100 bis 300 Quadratmeter“ große Fläche gesucht, so ein Sprecher des Kulturressorts. Zudem werde das Focke-Museum in der City „mit Objekten und Wissen“ das „Stadtmusikantenhaus“ unterstützen. Das für 2025 geplante „Stadtmusikantenhaus“ im Kontorhaus am Markt droht gerade zu einem weiteren Koalitions-Streitthema zu werden – Grüne und Linke treten mit Blick auf mögliche Kosten auf die Bremse.

Bremens Geschichte – neu präsentiert

Zurück zum Focke-Museum. Zum Umbau kommt die inhaltliche Neujustierung, die Veränderung „von außen nach innen“, wie Direktorin Greve es immer formuliert. Die neue Dauerausstellung zu Bremens Geschichte wird ab 2026 auch die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts mit einschließen. Schwerpunkte wie Stadtentwicklung und wirtschaftlicher Wandel sollen dabei „vertieft“ dargestellt werden, so eine Museumssprecherin.

„Ich begrüße es, wenn das Focke-Museum noch stärker als Bremer Landesmuseum wahrgenommen werden möchte“, erklärte Bovenschulte. „Als erfolgversprechend empfinde ich zudem den Ansatz, sich auch mit Bürgerbeteiligung zu einem Kulturcampus zu entwickeln, zu einem für alle Bremerinnen und Bremer offenen Ort, wo unsere Landesgeschichte vermittelt wird, aber auch aktuelle gesellschaftspolitische Fragen behandelt werden können.“

Kooperation mit Schloss Schönebeck im Bremer Norden

Für die Neugestaltung der Sammlungsausstellung ist ein Bürgerbeirat in Gründung, der „die Zusammensetzung der bremischen Gesellschaft abbilden soll“, wie es weiter heißt. Der Beirat – gedacht wird an 30 Personen – soll sich zwei bis drei Mal im Jahr im Museum treffen, um Ideen und Ansprüche an „sein“ Landesmuseum zu formulieren. „Mitmachen kann jede Person ab 16 Jahren, die in Bremen oder Bremerhaven wohnt“, so die Museumssprecherin. E-Mails mit Fragen oder Anregungen können an wettbewerb@focke-museum.de gesendet werden.

Ein weiteres Thema des Bovenschulte-Besuchs war unterdessen die Vernetzung des Focke-Museums – und das ist nicht allein digital gemeint. Neben Ausstellungskooperationen mit anderen Museen und gesellschaftlichen Initiativen sollen zukünftig Gruppen aus Stadtteilen ohne eigenes Bürgerhaus für ihre Aktivitäten Raum im Landesmuseum finden. Als Form der Vernetzung gilt auch die Zusammenarbeit des Focke-Museums mit dem Heimatmuseum Schloss Schönebeck in Bremen-Nord: Gemeinsam werden die Partner eine Ausstellung zum 400-jährigen Bestehen des Vegesacker Hafens erarbeiten, die zuerst im Schloss Schönebeck und später im Focke-Museum gezeigt wird, heißt es im Kulturressort.

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