Die Bremer Firma QSI sorgt für Qualität beim Kaffeegenuss

Floh im Swimmingpool

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Voll mit hochsensibler Technik: Uwe Karassek steht bei dem Bremer Unternehmen „Quality Services International“ an einem sogenannten Rotationsverdampfer. Nur ein Gerät von vielen, die eine gleichbleibende Qualität von Kaffee sicherstellen sollen.

Bremen - Von Steffen Koller. Er ist der Muntermacher Nummer eins in Deutschland, es gibt ihn löslich, gemahlen, in Kapseln und auch mit Schaumkrone: Kaffee. Die Bremer Firma „Quality Services International“, kurz QSI, prüft täglich, ob die Kaffeebohnen auch den deutschen und internationalen Standards entsprechen. Dabei bedienen sich die Mitarbeiter hochspezialisierter Technik – und ihrer feinen Nase.

Graue Metallfassade, ein kleiner Parkplatz, an der Außenhaut ein rotes Logo – das Gebäude der Firma QSI am Flughafendamm wirkt eher unscheinbar. Doch im Inneren wird schnell deutlich: Hier ist hochsensible Technik im Einsatz. Mitarbeiter in Kitteln arbeiten in Laboren, Maschinen schütteln Reagenzgläser, Proben werden genommen.

Seit 1954 kümmert sich das Unternehmen um „Qualität und Sicherheit“ von Genussprodukten wie Honig, Tee und Kaffee, berichtet Uwe Karassek, Leiter Administration bei QSI.

2014 konsumierte jeder Bundesbürger im Schnitt 162 Liter Kaffee und verwies somit Wasser (143,5 Liter) und Bier (107 Liter) auf die weiteren Plätze der flüssigen „Nahrungsmittel“. Und dass sich Kaffee den einsamen Platz an der Spitze dieses Rankings sicherte, liegt nicht zuletzt daran, dass die Qualität der Bohnen an ganze konkrete Vorgaben gebunden ist. Genau diese überwacht und kontrolliert QSI und untersucht nach Aussagen von Uwe Karassek den Muntermacher im Rohstadium, in ganzer gerösteter Bohne, gemahlen und auch in löslicher Form.

Dazu kommt die Kaffeeprobe zunächst ins Labor und wird im zweiten Schritt für die Untersuchung vorbereitet. Jede Probe erhalte eine Nummer, mit der im Verlauf genau geprüft werden könne, was mit dem jeweiligen Produkt aktuell gemacht wird, so Karassek.

Dann kommt die Probe zu Biologen, Laboranten und zum Lebensmittelchemiker und wird analysiert. Dabei sind nicht nur Chemikalien wertvoll, sondern auch die menschlichen Sinnesorgane. Denn jede Probe wird, so Karassek, auf Aussehen, Geruch und Geschmack jeweils vor und nach der Zubereitung untersucht.

Im Messraum erfolgt der finale Schritt einer jeden Untersuchung. Uwe Karassek nennt ihn das „Herzstück“: Winzige Proben werden durch Roboterarme zum jeweiligen Gerät transportiert, jede Abweichung wird genauestens geprüft. Karassek beschreibt die filigranen Maschinen so: „Wenn ein Floh in einem Swimmingpool husten könnte, diese Geräte würden es hören.“

Für Laien wären die abschließenden Ergebnisse wohl kaum zu entziffern, Computer spucken riesige Tabellen aus, Kurven entstehen am Bildschirm. Doch genau mit diesen Daten könne später analysiert werden, ob beispielsweise der Koffeingehalt stimme oder die Zusammensetzung von Bohnensorten eingehalten werde, weiß Karassek.

Dass sich QSI vor mehr als 60 Jahren genau in Bremen angesiedelt hat, ist kein Zufall. „Bremen war schon immer Kaffeestadt“, sagt Thomas Hülseberg, Technischer Direktor am Standort. Umso schöner sei es, „dass das Unternehmen im Herzen der Stadt“ angesiedelt ist. In Hamburg werde Kaffee schon seit Jahrzehnten im Hafen angeliefert und Bremen röste ihn, sagt Hülseberg, und nimmt einen Schluck des schwarzen Heißgetränks. Auf die Frage, ob man trotz stetiger Arbeit mit Kaffee noch Lust auf ihn habe, sagen beide unisono: „Wir trinken ihn täglich – und viel.“

Am „Tag des Kaffees“ (Sonnabend, 5. September) öffnet das Speziallabor am Flughafendamm 9a in der Zeit von 10 bis 14 Uhr.

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