Inzidenz kaum verändert

Bremer Experte: Inzidenzwerte sind keine Tempolimits

Weil die Infektionszahlen ansteigen, warnt der Bremer Epidemiologe Zeeb vor zu vielen Kontakten. Zum Herbst erwartet er strengere Corona-Regeln und Schutzmaßnahmen.

Bremen – Angesichts steigender Corona-Inzidenzen empfiehlt der Bremer Wissenschaftler Hajo Zeeb, die Anzahl der Kontakte möglichst gering zu halten. „Man kann mehr machen, wenn man geimpft ist. Aber jeder sollte überlegen: Muss das unbedingt sein?“, sagte der Epidemiologe vom Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie der Deutschen Presse-Agentur.

Stadt:Bremen
Fläche:326,7 km²
Bevölkerung:569.352 (2019) Eurostat
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte

Gerade bei der Delta-Variante sei Vorsicht geboten. Auch an Freiheiten müsse man sich wieder gewöhnen. Es gebe genügend Beispiele, bei denen es schiefgegangen sei.

Bremer Experte Zeeb erwartet Corona-Beschränkungen zum Herbst und Winter hin

„Ich erwarte zum Herbst und Winter, dass wir von öffentlicher Seite aufgerufen werden, die Kontakte zu reduzieren“, sagte Zeeb. „Wir dürfen nicht wieder in schlimme Situationen kommen.“ Insofern seien Urteile wie des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg, die Schließung von Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 10 zu kippen, nur Momentaufnahmen. „Es kann sein, dass sich das schnell erledigt. Mit der Reiserückkehrer-Welle rechne ich mit veränderten Verordnungen.“

Diese verschärften Corona-Verordnungen sind laut übereinstimmenden Medienberichten in einem internen Bericht des Bundesgesundheitsministeriums um Jens Spahn bereits als Empfehlung an den Bundestag sowie die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Ländern herausgegangen. Dabei handelt es sich um einen möglichen Corona-Lockdown im Herbst und das Beibehalten der Maskenpflicht bis ins Frühjahr 2022.

Bremen: Aktuelle Corona-Verordnung eher als Übergangsregelung

Zeeb erwartet, dass in den Verordnungen höhere Inzidenzwerte in Verbindung mit Daten der Intensivstationen gebracht werden – möglicherweise sogar regional unterschiedlich. „Dann wird es wieder unklarer. Aber es ist ein dynamisches Geschehen und nicht so wie beim Tempolimit auf Straßen. Das gilt ewig.“

Bremer Experte Hajo Zeeb sieht die derzeitige Corona-Verordnung nur als Momentaufnahme. (kreiszeitung.de-Montage)

Auch die Landesregierung Bremen sieht die aktuelle Corona-Verordnung eher als Übergangsregelung. Man habe sich auf Bundesebene dafür starkgemacht, dass die Ministerpräsidenten-Konferenz zeitnah stattfinde, um bei der Neubewertung möglichst zu bundeseinheitlichen Parametern zu kommen, hieß es. Diese müssten sowohl die Belastung des Gesundheitssystems als auch die Impfquote berücksichtigen.

Inzidenz in Niedersachsen und Bremen: Wert beinahe unverändert in beiden Bundesländern

Derweil ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen ist im Vergleich zum Vortag fast unverändert geblieben. Landesweit lag der Wert am Mittwoch bei 17,1. An den beiden Tagen zuvor hatte er bei 17,2 gelegen. Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Menschen pro 100 000 Einwohner an, die sich innerhalb einer Woche neu mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervorgeht, kamen 301 neue bestätigte Corona-Infektionen hinzu. Es wurden zwei weitere Todesfälle registriert. In Bremen lag die Inzidenz bei 25,2 (Vortag 25,5). 39 Neuinfektionen wurden im kleinsten Bundesland registriert. Weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gab es nicht.

Corona-Hotspot Salzgitter: In Niedersachsen noch immer am höchsten – Covid-19-Lage beruhigt sich

In der kreisfreien Stadt Salzgitter lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag niedersachsenweit mit 54,7 am höchsten. Weil in Salzgitter drei Tage hintereinander die Schwelle von 50 überschritten wurde, greifen strengere Kontaktbeschränkungen. Der Landkreis Lüneburg und in Wolfsburg entspannt sich zusehends die Lage.

Während Lüneburg weiterhin mit einer Inzidenz von 32,6 auf dem zweiten Platz rangiert, ist Wolfsburg mit einem Wert von 28,1 noch hinter dem Landkreis Vechta (32,2) und der Stadt Emden (32,1) auf dem fünften Platz in Niedersachsen zurückgefallen.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters vom Mittwoch wurden in Niedersachsen 22 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt und 9 von ihnen invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 349, davon haben 147 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten. Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. (dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Carmen Jaspersen/Sebastian Budde/dpa

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