Bremer Demenz-Fachtag mit Clowns, Vorträgen und Infos zur Erkrankung

Spontane Begegnungen

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Penny Penski und seine Kollegin Deborah von Teubern arbeiten als Klinikclowns auch mit Demenzkranken.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Rote Lippen soll man küssen! Das wusste nicht nur Cliff Richard, das weiß auch der Bremer Clown Penny Penski, der sich seit langer Zeit schon unter anderem als Klinikclown engagiert. Gestern trat er mit seiner Kollegin Deborah von Teubern auf dem Marktplatz auf – beim Fachtag zum Thema „Demenz“.

Dort präsentierten sich Einrichtungen und Verbände, Beratungsstellen und Stadtteilinitiativen. Und eben die Bremer Klinikclowns, die in Altenheimen und Seniorenstiften auch mit Demenzkranken arbeiten. Oder besser: für sie auftreten. Zu zweit etwas vorführen oder das Publikum auch einbeziehen ins Programm, wie Penny Penski erzählt.

Wie ist er, der Kontakt zu den Menschen, die an Demenz erkrankt sind? „Sehr direkt, sehr sofort.“ So formuliert es Penski. „Die nehmen uns so, wie wir sind. Es ist eine kurze, spontane Begegnung.“ Es gebe verschiedene Möglichkeiten, die Demenzkranken „abzuholen“.

Besonderen Erfolg haben die Klinikclowns, wenn sie alte deutsche Schlager spielen. Penski hat da schon besondere Reaktionen erlebt. „Menschen, die lange nicht gesprochen haben, bewegen die Lippen, kennen den Text.“ Lieder wie „Rote Lippen soll man küssen“ und „Schuld war nur der Bossa Nova“ sind es beispielsweise, die so starke Reaktionen hervorrufen.

„Und der ‚Schneewalzer‘“, sagt Penski. „Da kommt Schunkelstimmung auf.“ Obendrein bringen die Klinkclowns inzwischen auch den einen oder anderen Titel aus der Rock‘n‘Roll-Zeit.

Nicht allein um Musik und Lachen ging es gestern auf dem Marktplatz (und bei Vorträgen in der Stadtwaage), sondern noch um einiges mehr. Was ist zu tun, wenn ein Angehöriger an Demenz erkrankt? Darüber informierte unter anderem die Bremer Demenz-Beratungsstelle. Es gibt Angehörigengruppen, die sich regelmäßig treffen – auch Gruppen, in denen beispielsweise Türkisch gesprochen wird. Es gibt Projekte wie die „Demenzpaten“, die in Hemelingen über Demenz und Hilfsangebote informieren. Und es gibt ein neues Nachschlagewerk. Die Bremer Demenz-Informations- und Koordinationsstelle (DIKS) stellte gestern den zweiten Teil des „Bremer Handbuchs Demenz“ vor (Preis: sechs Euro), in dem es um ambulant betreute Wohngemeinschaften und Pflegeheime in Bremen geht.

Und es gibt eine Reihe von Forderungen, die gestern ebenfalls Thema des Demenz-Fachtags waren: Pflege personell besser ausstatten, mehr niedrigschwellige Hilfsangebote in den Bremer Stadtteilen, eine größere Würdigung der Leistung pflegender Angehöriger. Und, und, und. Nicht zuletzt stand eine stärkere Aufklärung der Öffentlichkeit über den Umgang mit Demenz auf einem Plakat, das die Forderungen vereinte.

Der publikumswirksam aufgezogene (und mittlerweile bereits siebte) Bremer Demenz-Fachtag war da schon mal ein entscheidender Beitrag. Zudem wurde eine Petition mit Vorschlägen zu weiteren Verbesserungen für den Umgang mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind, präsentiert.

www.diks-bremen.de

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