Wall und Martinistraße

Bremer City: Opposition fordert Abbruch der Verkehrsexperimente

Am Wall trennen Baken den Fahrradbereich – links im Bild – vom Einbahn-Autobereich auf der Seite mit den Häusern und Geschäften.
+
Am Wall trennen Baken den Fahrradbereich – links im Bild – vom Einbahn-Autobereich auf der Seite mit den Häusern und Geschäften.

Die Oppositionsparteien FDP und CDU fordern, die Verkehrsexperimente in der Bremer Innenstadt zu beenden. Sie schließen sich damit Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen an, die den Stopp der umstrittenen Maßnahmen am Wall und in der Martinistraße zuerst gefordert hatte. Auch der Ton wird nun schärfer.

Bremen – „Die Verkehrsexperimente am Wall und in der Martinistraße haben die Situation in der Innenstadt weiter verschlechtert“, sagt die FDP-Fraktionsvorsitzende Lencke Wischhusen. „Der Senat hat mit seiner dilettantischen Kommunikation und chaotischen Umsetzung für nachhaltiges Kopfschütteln in der Bremer Bevölkerung und im Umland gesorgt.“ Leidtragende seien die Unternehmen und deren Mitarbeiter in der Innenstadt.

Wie berichtet, ist der Wall früher als vorgesehen zur Einbahnstraße geworden. Zwischen Herdentor und Polizeihaus wurde provisorisch ein geschützter Radfahrstreifen („Protected Bike Lane“) eingerichtet. Das war ursprünglich für Frühjahr 2022 geplant gewesen. Mit Blick auf die Experimente in der Martinistraße – im Rahmen des vom rot-grün-roten Senat gemeinsam beschlossenen „Aktionsprogramms Innenstadt“ – wurde die Maßnahme vorgezogen, damit das Verkehrsressort von Bürgermeisterin und Senatorin Maike Schaefer (Grüne) beide Versuche im Zusammenhang auswerten kann. Wall-Einzelhändler fühlten sich überrumpelt.

Die Experimente des Senats bedeuten für die City-Unternehmen „weniger Umsatz“, so Wischhusen. „Insbesondere mit Blick auf das nahende Weihnachtsgeschäft ist der momentane Zustand nicht länger tragbar.“ Die FDP werde einen Dringlichkeitsantrag zum Thema in die Stadtbürgerschaft einbringen, kündigte Wischhusen an. Die Stadtbürgerschaft kommt am Dienstag, 12. Oktober, wieder zusammen.

Die Martinistraße als Experimentierfeld.

Bremer CDU: „Schluss mit den irren Schikanen“

„Die grünen Verkehrsexperimente in der Bremer Innenstadt sind vollends gescheitert“, so sieht es Heiko Strohmann, Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion – und fordert in plakativ scharfem Ton: „Schluss mit den irren Straßen-Schikanen!“ Am Wall und in der Martinistraße sei die Situation „zum Teil chaotisch“. Bei „Bürgern, in der Händlerschaft sowie bei Menschen, die in der Innenstadt arbeiten“ wachse der Unmut.

Auch die Polizei hat mit der experimentellen Einbahn-Verkehrsführung am Wall zu kämpfen – rücken Polizeiautos vom Kommissariat Mitte zu Einsätzen aus, müssen sie zuweilen Umwege einplanen. „Dass Einzelhändler, Kunden und Berufspendler durch die Teilsperrungen eingeschränkt werden, ist bereits bedenklich – dass nun auch die Polizei in ihrer Arbeit behindert wird, ist allerdings untragbar“, so der Bremer FDP-Chef Thore Schäck. Und weiter: „Die Absperrung aus Klappbaken, die nach Aussage des Verkehrsressorts einfach überfahren werden sollen, richten fatale Schäden an den Polizeiautos an und zeigen demonstrativ, wie unausgegoren das grüne Verkehrsprogramm ist.“

Polizei: Probleme bei Einsatzfahrten am Wall – Innensenator verärgert

CDU-Fraktionschef Strohmann: „Wenn Einsatzwagen der Polizei nur noch über den Fußweg durch die Stadt kommen und ellenlange Staus unsere schöne Luft mit Stickoxiden vollblasen, dann ist das wohl kein Erfolg unserer grünen Radfahr-Senatorin. Dieser ganze Unsinn muss sofort aufhören. Abgase müssen runter und Verkehre fließen, nicht das Gegenteil.“

Bei der Polizei richtet man sich unterdessen ohnehin auf einen Umzug des Kommissariats Mitte ein – weg vom Wall. Der jetzige Standort erfülle die Anforderungen „aufgrund der räumlichen Kapazitäten nicht“, heißt es in einer Deputationsvorlage des Innenressorts. „Angesichts der aktuellen verkehrspolitischen Vorhaben“ und angesichts der „damit verbundenen Nachteile für den derzeitigen Standort des Einsatzdienstes“ sei die Suche nach einem neuen Standort für das Polizeikommissariat Mitte „jetzt forciert“ worden.

Denn: „Aufgrund der Einbahnstraßenregelung wird der direkte Weg der Einsatzfahrzeuge vom Standort am Wall in den Bereich Hauptbahnhof – seit Jahren ein Kriminalitätsbrennpunkt – spürbar eingeschränkt, so dass die Polizei nicht in allen Fällen rechtzeitig am Einsatzort eintreffen kann und zusätzlich die Gefahr von Konflikten beziehungsweise Unfällen auf den Einsatzfahrten steigt.“ Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) fordert deshalb nun Veränderungen am Wall. Schaefer entgegnet, alles sei zuvor eng abgestimmt worden – auch mit der Polizei, die den Standort Wall überdies ja ohnehin verlassen wolle.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

Relax Pur für 2 – jetzt zum Schnäppchenpreis von 29,99 Euro

Relax Pur für 2 – jetzt zum Schnäppchenpreis von 29,99 Euro

Kalte Füße im Bett? Diese Bettdecken sorgen für einen guten Schlaf

Kalte Füße im Bett? Diese Bettdecken sorgen für einen guten Schlaf

Meistgelesene Artikel

Freimarkt Bremen eröffnet: Anfahrt, Parken und die wichtigsten Fakten

Freimarkt Bremen eröffnet: Anfahrt, Parken und die wichtigsten Fakten

Freimarkt Bremen eröffnet: Anfahrt, Parken und die wichtigsten Fakten
Freimarkt in Bremen 2021 – das sind die Corona-Regeln

Freimarkt in Bremen 2021 – das sind die Corona-Regeln

Freimarkt in Bremen 2021 – das sind die Corona-Regeln
Pistolen, Hammer und Baseballschläger: „Hochemotionaler“ Clan-Streit eskaliert in Bremen

Pistolen, Hammer und Baseballschläger: „Hochemotionaler“ Clan-Streit eskaliert in Bremen

Pistolen, Hammer und Baseballschläger: „Hochemotionaler“ Clan-Streit eskaliert in Bremen
Feiern fast wie früher: Freimarkt-Party in Bremen läuft noch bis 31. Oktober

Feiern fast wie früher: Freimarkt-Party in Bremen läuft noch bis 31. Oktober

Feiern fast wie früher: Freimarkt-Party in Bremen läuft noch bis 31. Oktober

Kommentare