WFB: Zwischennutzungskonzept geht auf

Bremer „City-Lab“: Sprungbrett für Start-ups

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Boris Schimanski (v.l.), Frederik Niemann und Malte Blank haben als Mieter des Zwischennutzungskonzeptes „City-Lab“ wichtige Erfahrungen gesammelt.

Bremen - Von Viviane Reineking. Für Frederik Niemann und Malte Blank war das „City-Lab“ im Lloydhof ein Sprungbrett. Nun starten die Jungunternehmer an anderer Stelle mit ihren Läden durch. Mit dem Zwischennutzungskonzept in dem Gebäude im Ansgariviertel soll es derweil noch bis Ende 2018 weitergehen.

Statt eines „City-Centers“ kam das „City-Lab“: Als 2015 der portugiesische Investor für ein großes Einkaufszentrum im Bereich von Lloydhof und Brill-Parkhaus absprang, musste die Stadt umdisponieren. Sie hatte den Lloydhof vor einigen Jahren für rund 25 Millionen Euro gekauft. Er sollte, ebenso wie das Parkhaus, für den „großen Wurf“ abgerissen werden.

Stattdessen zogen Zwischennutzer in das Gebäude: Existenzgründer und Start-ups – „junge und frische Konzepte“, so Thorsten Tendahl von der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) – die mit günstigen Mieten Gelegenheit erhalten, ihre Markttauglichkeit zu testen. Insgesamt 19 Konzepte haben sich der WFB zufolge bislang dort angesiedelt. „Das ,City-Lab’ hat sich als Probierraum für neue Ideen bewährt“, sagt Tendahl, der die temporäre Einrichtung gemeinsam mit Projektleiterin Karin Take betreut.

Mit dem „City-Lab“ geht es nach Angaben der Wirtschaftsförderung Bremen noch bis Ende 2018 weiter.

Für Frederik Niemann und seine Geschäftskollegen sei das Konzept eine „Superchance“ gewesen. Vor drei Wochen sind sie mit ihrem Laden „Wedderbruuk“, in dem Vintageliebhaber etwa Möbel der 50er, 60er und 70er Jahre finden, in neue Räumlichkeiten im Hulsberg-Viertel gezogen.

Nach eineinhalb Jahren „City-Lab“ teilt sich Malte Blank mit seinem Unternehmen BLNKS, das Sneakers nach Maß anfertigt, nun ein neues Zuhause an der Bischofsnadel mit Vanessa Just und ihrer „Nur Manufaktur“. Ohne die Unterstützung im „City-Lab“ hätte er den Sprung in die Selbstständigkeit wohl nicht gewagt, so der Quereinsteiger ohne Einzelhandelserfahrung. 

„Es bot eine gute Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen.“ Viel über seine Produkte gelernt hat auch Boris Schimanski von „Calafant“, Der Comiczeichner bietet seine Spielwelten aus Karton bereits erfolgreich im Internet an, schließt seinen Laden im „City-Lab“ aber Ende 2017.

„City-Lab light“ für Pop-up-Stores geeignet

Bis dahin will die Stadt das Gebäude an „DLH Bremen“ – hinter dem unter anderem das oberfränkische Unternehmen „Denkmalneu“ steckt – verkaufen (wir berichteten). Der neue Eigentümer wolle die Mietverträge zu Konditionen, „die sich an denen der WFB anlehnen“, übernehmen.

Weil mit Blick auf das nahende Ende aber vermehrt Mieter ausziehen würden, rechnet er für das kommende Jahr mit einem „City-Lab light“ und mehr leerstehenden Flächen. „Die bieten sich eigentlich nur noch für Pop-up-Stores“ an.“ Derzeit gibt es im „City-Lab“ aber auch Neues zu sehen: darunter die „Fashion-Exchange-Pop-up-Boutique“, die vom heutigen Mittwoch bis Sonnabend, 16. Dezember, Kollektionen von Jungdesignern präsentiert.

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