Bremer bringt einen speziellen Hausnotruf für türkische Senioren auf den Markt

Hilfe bei Knopfdruck

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Emre Turgul hat einen Hausnotruf für türkische Senioren entwickelt.

Bremen - Von Nina Seegers. Folgendes Szenario: Oma ist schon über 80 Jahre alt und bislang in ihrer Wohnung allein immer gut zurechtgekommen. Doch eines Tages fällt sie unglücklich und kann aus eigenen Kräften nicht mehr aufstehen. Dank eines bei ihr installierten Hausnotruf-Systems kann sie per Knopfdruck Hilfe bestellen und über die Sprechanlage mitteilen, was ihr fehlt. Doch was, wenn Oma gar kein Deutsch spricht?

Diese Frage hat auch Emre Turgul beschäftigt. Der türkischstämmige Bremer ist engagiertes Vorstandsmitglied in einer Moschee in Vegesack. Die Sorgen und Ängste der türkischen Senioren kennt er daher gut. „Die Älteren sprechen meistens nur schlecht oder gar kein Deutsch. Wenn ihnen zu Hause etwas passiert, könnten sie sich also gar nicht mitteilen“, erklärt der gelernte IT-System-Kaufmann die Problematik. Im Februar hat der 23-Jährige daher seine eigene Firma „Sozialer Hilfe Service“ (SHS) in Vegesack gegründet und bietet den Hausnotruf, der sich in den vergangenen Jahren bereits in vielen deutschen Haushalten etabliert hat, nun auch für türkische Senioren an. „Diese Dienstleistung ist in Norddeutschland bislang einzigartig“, betont Turgul.

Der Hausnotruf ist ein Rufsystem, das über die Telefonleitung eine Sprechverbindung in eine Hausnotrufzentrale aufbaut. Die Senioren tragen stets einen kleinen Funksender bei sich, den sie nur drücken müssen, wenn sie Hilfe brauchen. Je nach Notlage reagiert die Zentrale und benachrichtigt umgehend eine Bezugsperson, den Pflegedienst oder den Notarzt.

Turgul steht mit seiner Idee und seinem Service noch ganz am Anfang. Der IT-Kaufmann kümmert sich um das Vertragswesen, die Installation der Geräte und erklärt die Technik vor Ort. Um eine Erreichbarkeit rund um die Uhr zu gewährleisten, arbeitet er mit der Notrufzentrale des „Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe“ zusammen. Die geschulten Mitarbeiter dieser Zentrale können bei eingehendem Notruf sofort die Daten des hilfebedürftigen Menschen abrufen und sehen, dass es sich um einen Türkisch sprechenden Mitbürger handelt. Derzeit geht es für den Jungunternehmer vor allem noch darum, seine Dienstleistung publik zu machen. „Ich halte oft Vorträge und präsentiere meine Idee zum Beispiel in Moscheen. Der Bedarf ist jedenfalls da, die Nachfrage nimmt stetig zu“, sagt er.

Der Hausnotruf kostet 18,36 Euro monatlich. Für all diejenigen, die einer Pflegestufe zugeordnet sind, ist der Service kostenfrei oder wird von der Krankenkasse übernommen. Im eigenen Familienkreis hat Turgul den Hausnotruf bereits getestet und bei seiner eigenen Großmutter installiert. „Zuerst wollte sie nicht, aber nachdem ich ihr gezeigt habe, wie einfach es zu bedienen ist, und ich erklärt habe, dass es für Sicherheit im Alltag sorgt, hat sie zugestimmt“, sagt er.

Emre Turgul ist unter 0421/84739133 telefonisch zu erreichen.

www.shsnord.de

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