Im Bremer-Bank-Gebäude entsteht eine Passage

Neuer Mix am Domshof

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Domshof, Ecke Sandstraße – der historische Teil des Bremer-Bank-Gebäudes.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Viel wird in Bremen über Innenstadtentwicklung geredet, sehr viel. Manchmal aber entwickelt sich auch einfach etwas, bisweilen sogar abseits der großen öffentlichen Diskussionen. Alle blicken auf das gescheiterte „City-Center“. Unterdessen verändert sich der Domshof markant. Nächstes Jahr eröffnet die Landesbank dort ihren Neubau. Gegenüber, im früheren Gebäude der Bremer Bank, entsteht jetzt eine Passage.

Thomas Stefes am Umbau-Modell des Architekten Frank Tappermann.

„Wir suchen, was zu uns passt“, sagt Dr. Christopher Heinemann. Er ist Geschäftsführer des Versandhändlers „Manufactum“ („Es gibt sie noch, die guten Dinge“), der bislang auch acht Warenhäuser betreibt. Sein neuntes will er im Herbst 2016 in Bremen eröffnen – als Ankermieter der Passage, die im Bremer-Bank-Bau entsteht. „Manufactum“-Ableger „Brot und Butter“ ist mit Backstube, Lebensmittelhandlung und Bistro dabei. Auch 100 Außenplätze mit Blick auf den (bis dahin hoffentlich etwas verschönerten) Wochenmarkt soll es geben.

Das von 1902 bis 1904 nach Plänen von Albert Dunkel und Diedrich Tölken im Stil der Neorenaissance errichtete Bremer-Bank-Gebäude steht seit 1994 unter Denkmalschutz. „Der historische Teil ist sehr schön, der Neubauteil von 1979/80 ist ein wenig in die Jahre gekommen“, sagt der Investor Thomas Stefes („Stefespro“), nun auch Geschäftsführer und Teilhaber der „Domshof 8–12 GmbH“. Alt und Neu haben eine Gesamtfläche von 21000 Quadratmetern.

Ursprünglich, sagt er, habe er das Gebäude nicht kaufen wollen. Es war eher Liebe auf den zweiten Blick. Dann aber richtig: „Jedes Gebäude hat eine Seele.“ Entstehen soll nun eine Passage, die praktisch vom Parkhaus Violenstraße zum Domshof führt; Stefes investiert einen Millionenbetrag im „unteren zweistelligen Bereich“. „Wir hatten die ersten Mieterzusagen, bevor wir Eigentümer waren.“ Eine Frage war dann noch, was aus der prachtvollen über ein kunstvolles Oberlicht von Tageslicht durchfluteten etwa 1000 Quadratmeter großen Kassenhalle im historischen Gebäudeteil werden soll. Stefes: „Wir dachten, das ist etwas für ‚Manufactum‘.“

Blick in die Kassenhalle – hier kommt das „Manufactum“- Warenhaus hinein.

Stefes fuhr mit seiner Frau ins „Manufactum“-Warenhaus nach München und schätzte die Grundfläche ab, während „meine Frau die Beschäftigten aushorchte“. Es passte. Die „Manufactum“-Chefs sahen es ebenso. Seit fast zehn Jahren habe man in Bremen einen geeigneten Ort gesucht, sagt Geschäftsführer Heinemann. „Manufactum“ habe im Bereich Bremen „mehr als 30000“ Versand- und Internetkunden. Und bald „einen Laden ohne Schaufenster“. Heinemann: „Nach Lehrbuch der Tod eines Einzelhändlers. Aber in anderen Städten funktioniert das bei uns auch.“

Die historische Fassade bekommt einen zusätzlichen Eingang zur Sandstraßen-Seite. „Den hat es früher schon mal gegeben. Wir würden die Immobilie nicht vergewaltigen.“

Für die Passage will Stefes Mieter gewinnen, die „Zielkundschaft“ mitbringen – und so für zusätzliche Belebung sorgen. Dazu soll auch der weitere Mix beitragen. Es gibt Pläne, eine Kindertagesstätte eines privaten Trägers zu integrieren. Sogar an den Betrieb einer öffentlichen Toilette denkt Stefes – nicht zuletzt „für die Touristen“. Er kann sich auch vorstellen, das Dachgeschoss eines Tages für Wohnungen zu nutzen.

Und unten im Keller, wo einst die Bremer Bank ihre Schließfächer hatte? Nun, die Tresore sind noch drin, und das bleiben sie auch. Die Bremer Wertschließfach AG werde sie Interessenten vermieten, sagt Stefes. Mit Autozufahrt direkt zur Sicherheitsschleuse.

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