Schausteller-Kritik

Bremens Umgang mit dem Erfolg

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Kreiszeitung Syke

Bremen - Von Thomas KuzajNatürlich – Kaufleute sind nie zufrieden. Ein gewisses Maß an Jammern und Meckern gehört zum Geschäft, und das gilt sicher auch für Schausteller. Aber ihre scharfe Kritik an der Stadt Bremen, an Politik und Verwaltung geht tiefer. Es wird Alarm geschlagen und nicht mehr auf Diplomatie gesetzt. Eine zunehmende Entfremdung von Parteien, die eigentlich Partner sein müssten, ist zu erkennen.

Hier geht es nicht mehr nur rund wie im Karussell, sondern direkt aufeinander zu – Konfrontationskurs pur. Die Ankündigung einer Klage, Formulierungen wie „willkürliche Entscheidungen der Tagespolitik“ und „Nicht-Interesse einiger Verwaltungsangestellter“ machen deutlich, dass Vertrauen verlorengegangen ist – Vertrauen, das beide Seiten brauchen im Umgang mit einander.

Die Schaustellerverbände wissen, dass sie einen Trumpf haben – ohne wie würde es keine Osterwiese geben und erst recht keinen Freimarkt. Jedenfalls nicht auf dem gewohnten Niveau mit einem Angebot für Jung und Alt, für wilde und weniger wilde Karussellfahrer, für Freunde von Klassikern und für Fans von Neuheiten. Das Publikum nimmt dieses Angebot an.

Bremen braucht Jahrmärkte in dieser Qualität, sie gehören zu einem Oberzentrum. Selbstverständlich wollen die Schausteller dabei Geld verdienen – das ist schließlich ihr Geschäft. Aber Bremen profitiert ja auch. Die Osterwiese und besonders der Freimarkt locken Menschen nach Bremen – Besucher aus dem Umland und auch Touristen. Sie geben hier ihr Geld aus. Das ist nicht zum Schaden der Stadt.

Bremen aber lässt zuweilen im Umgang mit seinen Erfolgen das richtige Gespür vermissen. Das erklärte jüngst – und mit Recht – auch einer, der auf eine ganz andere Weise als die Schausteller mit Erfolgen zu Bremens Ansehen und Attraktivität beiträgt, Kunsthallen-Direktor Dr. Christoph Grunenberg nämlich. „Erfolg wird nicht unbedingt belohnt“, sagte er.

Nüchterne Worte, in denen eine durchaus ernüchternde Erfahrung steckt.

Bremen muss lernen, mit seinen Erfolgen umzugehen, seinen Erfolgen zu vertrauen. Für das aktuelle Beispiel der Jahrmärkte bedeutet dies, dass Stadt und Schausteller wieder zu Partnern werden müssen.

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