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Bremens erste Polizeibeauftragte Sermin Riedel über ihre zukünftigen Aufgaben

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Von: Thomas Kuzaj

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Streifenwagen parken am Wall: Bremens erste Polizeibeauftragte bekommt eine Doppelfunktion – sie ist Ansprechpartnerin für Bürger und zugleich für Polizei- und Feuerwehrbeamte.
Streifenwagen parken am Wall: Bremens erste Polizeibeauftragte bekommt eine Doppelfunktion – sie ist Ansprechpartnerin für Bürger und zugleich für Polizei- und Feuerwehrbeamte. © Kuzaj

Bremen – Jüngst hat die Bremische Bürgerschaft die Juristin Sermin Riedel (40) – wie berichtet – zur ersten Polizeibeauftragten des Landes Bremen gewählt. Riedel ist seit 2009 im Innenressort beschäftigt und leitet gegenwärtig das Migrationsamt. Ihr neues Amt als Polizei- und Feuerwehrbeauftragte tritt sie zum 1. März an. Riedels Amtszeit beträgt zunächst fünf Jahre.

Die Einrichtung der Stelle geht auf eine Forderung der Grünen zurück, die im rot-grün-roten Koalitionsvertrag landete. Nach dem Feuerwehrskandal um diskriminierende Vorfälle und rechtsextreme Chats wurde dann eine Polizei- und Feuerwehrbeauftragte daraus. Riedel soll einerseits Ansprechpartnerin für Bürger sein, die Probleme mit der Polizei oder der Feuerwehr haben. Andererseits ist sie Kontaktperson für Beschwerden von Mitarbeitern der Bremer und Bremerhavener Polizei sowie der Bremer Feuerwehr. Fachlich wird sie weisungsunabhängig, dienstrechtlich dem Präsidenten der Bürgerschaft unterstellt sein. Im Interview spricht Sermin Riedel über ihre zukünftigen Aufgaben.

Was hat Sie daran gereizt, Bremens erste Polizei- und Feuerwehrbeauftragte zu werden?

Als Polizei- und Feuerwehrbeauftragte bin ich direkte Ansprechperson für die Bürgerinnen und Bürger und kann zugleich an sehr entscheidenden Stellen Gehör für diese Anliegen verschaffen. Diese besondere Schnittstellenfunktion reizt mich sehr. Außerdem bin ich gleichzeitig Ansprechpartnerin für die Beschäftigten bei der Polizei und Feuerwehr und darf auch hier als Vertrauensperson agieren. Das finde ich für die wertvolle und herausfordernde Arbeit dieser Menschen wichtig. Dafür setze ich mich gerne ein.

Gibt es Dinge, die Sie gleich ganz zu Anfang von sich aus angehen möchten?

Zu Beginn ist mir wichtig, diese für alle neue Funktion verständlich zu machen, gut ins Arbeiten zu bringen und zu etablieren. Ich bin mir sicher, dass sich dabei auch sehr schnell konkrete Themen abzeichnen werden.

Werden Sie sich in Ihrer Arbeit an Polizeibeauftragten anderer Bundesländer orientieren?

Selbstverständlich werde ich Kontakt zu meinen Kolleginnen und Kollegen in anderen Bundesländern aufnehmen und mir genau anschauen, wie dort gearbeitet wird. Ob ich mich daran orientieren werde, wird davon abhängen, ob und welche Verfahren auf uns hier in Bremen übertragbar sind.

Ab 1. März Polizeibeauftragte in Bremen: Sermin Riedel.
Ab 1. März Polizeibeauftragte in Bremen: Sermin Riedel. © Innenressort

Wo wird das Büro der Polizeibeauftragten ab 1. März 2022 zu finden sein?

Mein Büro wird direkt bei der Bürgerschaft im Börsenhof A liegen.

Wie können Bürger Sie dort erreichen?

Telefonisch, schriftlich oder elektronisch, also sehr unkompliziert.

Wie ist der weitere Ablauf, wenn sich Bürger an Sie wenden?

Gesetzlich ist ein sehr formalisiertes und fristgebundenes Verfahren vorgesehen. Ganz vereinfacht lässt es sich so darstellen, dass nach jedem Eingang eines Hinweises oder einer Beschwerde mindestens ein Gespräch mit der eingebenden Person folgt, um zunächst einmal die Beschwerdepunkte genau zu erfassen. Davon hängt dann ganz entscheidend das weitere Vorgehen ab.

Und wie ist der Ablauf, wenn Polizeibeamte oder Feuerwehrleute zu Ihnen kommen?

Genauso. Auch hier ist das Eingangsgespräch sehr wichtig, um möglichst viel über die Eingabe zu erfahren und das weitere Vorgehen daran auszurichten. Wichtig ist auch, die weiteren Schritte mit den eingebenden Personen gut rückzukoppeln und das Verfahren transparent auszugestalten. Nur so kann Vertrauen entstehen. Und das wird schließlich das Fundament meiner Arbeit sein.

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