Die Historie der Hansestadt

Bremens neues Geschichtsbuch

Blick in das Buch von Asmut Brückmann – hier Bremens Kampf gegen die Schweden.
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Blick in das Buch von Asmut Brückmann – hier Bremens Kampf gegen die Schweden.

Bremen – Die Geschichte Bremens von den Anfängen bis zum Bau der Überseestadt am zugeschütteten Überseehafen – neu erzählt und aufbereitet, übersichtlich und lesefreundlich dargestellt auf 432 Seiten: Vergleichbares hat es lange Zeit nicht gegeben. Nun aber, noch rechtzeitig vor Weihnachten, ist ein neues Bremen-Geschichtsbuch herausgekommen.

Nachschlagewerk und Sofa-Lektüre zugleich, das ist der Band mit dem hanseatisch zurückhaltend formulierten Titel „Bremen – Geschichte einer Hansestadt“. Erschienen ist das Buch (Preis: 42 Euro) von Asmut Brückmann in der Edition Falkenberg.

Mit 720 farbigen Abbildungen sowie 70 Kastentexten mit Hintergrunderläuterungen beleuchtet der Band Bremens Historie auf der Basis von Forschungsergebnissen und umfangreicher Recherche. Ein detailliertes Register erleichtert die Themensuche, es reicht vom Aalto-Hochhaus in der Vahr bis zu Selma Zwienicki (1882 bis 1938). Sie gehörte zu den fünf jüdischen Bürgern, die in der Reichspogromnacht in Bremen von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Autor Brückmann hat in Bibliotheken, Archiven und Museen recherchiert.

„Die Gesamtdarstellung ist chronologisch geordnet“, sagt Verlegerin Linda Falkenberg über das Buch. „Bestimmten Themen sind eigene Kapitel gewidmet, unter anderem der Bremer Automobilindustrie und der Geschichte der Häfen und Werften. So kann man bestimmte Probleme und ihre Entwicklung über einen längeren Zeitraum im Zusammenhang verfolgen.“

Andauernder Kampf um Bremens Selbstständigkeit

Und so geht es Schritt für Schritt durch Bremens Geschichte. Machtbewusste Erzbischöfe treffen auf eifrige Reformatoren, mutige Seeleute auf klug kalkulierende Kaufleute. Um ihre Selbstständigkeit kämpften die Bremer schon vor Jahrhunderten – gegen die mächtigen Schweden im 17. Jahrhundert. Die industrielle Revolution veränderte die Strukturen und das Erscheinungsbild der traditionsbewussten Kaufmannsstadt. „Schiffbau und Textilindustrie, später auch Flugzeugbau und Automobilindustrie gaben der Stadt nicht nur ein neues Gesicht, sondern veränderten auch Zusammensetzung und Bewusstsein ihrer Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bremen zur Hochburg der Sozialdemokratie“, heißt es beim Verlag.

Brückmann schildert all das in einem lebendigen, gut lesbaren Stil – ohne dabei auf vordergründige Effekte zu setzen, so viel hanseatische Zurückhaltung muss dann doch sein! Der Text ist historisch präzise und verständlich; hier wird Geschichte buchstäblich erzählt. Ins Auge fällt auch die umfangreiche, üppige, auch mal ungewöhnlichere Blicke wagende Optik des Buchs. „All mein Wissen über Bremen ist in die Bildredaktion eingeflossen“, so schildert es Verlegerin Falkenberg – und nennt den Band ihr „Meisterstück aus 20 Jahren Bremen-Bücher-Machen“.

Autor Asmut Brückmann übrigens ist Hansestädter nicht von Geburt an. Er wurde in Wuppertal geboren, ist dort auch aufgewachsen und lebt „erst“ seit 50 Jahren in Bremen. Brückmann ist mit der Bremer Schriftstellerin Truxi Knierim („Die Revolution von Fräulein Mindermann“) verheiratet. Er hat evangelische Theologie und Geschichte studiert und am Alten Gymnasium als Lehrer gearbeitet. Seit seiner Pensionierung arbeitet er ehrenamtlich im Focke-Museum in Schwachhausen. Auch dort hat er für „Bremen – Geschichte einer Hansestadt“ recherchiert, versteht sich.

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