Fast ein Viertel der Anbaufläche wird ökologisch bewirtschaftet

Bremens Landwirte erobern Spitzenplatz

Bremer Pioniere: Die Blumenthaler Bioland-Bauern Ulli und Carola Vey züchten seit 1993 Angus-Rinder.
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Bremer Pioniere: Die Blumenthaler Bioland-Bauern Ulli und Carola Vey züchten seit 1993 Angus-Rinder.
  • Jörg Esser
    vonJörg Esser
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Bremen – Seit fünf Jahren ist Bremen Biostadt – mit dem Ziel, eine gesunde und ökologische Ernährung für alle Bremer Bürger zu ermöglichen. Der Aktionsplan 2025 sieht vor, das Essen in städtischen Schulen, Kitas und Krankenhäusern auf regionale Bioprodukte umzustellen. Auf dem Weg dorthin hat Bremen jetzt einen Meilenstein erreicht: 24,3 Prozent und damit fast ein Viertel der landwirtschaftlichen Anbaufläche des Bundeslandes Bremen werden ökologisch bewirtschaftet, sagt eine Sprecherin des Bioland-Verbands. Damit ist das Land Bremen bundesweit Spitzenreiter vor Berlin mit 22,3 Prozent und dem Saarland 18,1 Prozent Ökolandbau. Bundesweit liegt die Quote lediglich bei 9,7 Prozent.

Die neue Veröffentlichung der Strukturdaten vom Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung besagt, dass im Jahr 2019 in Bremen 30  nach ökologischen Richtlinien zertifizierte Betriebe auf 1 960 Hektar landwirtschaftlicher Fläche arbeiteten. Mehr als die Hälfte der Betriebe gehören dem Bioland-Verband an. Die meisten der Bremer Bioland-Landwirte sind Milchbauern. Hinzu kommen Mutterkuhhalter, Gärtner, Ackerbauern und Imker.

„Bremen geht mit gutem Beispiel voran“, sagt Yuki Henselek, Geschäftsführerin des Bioland-Landesverbandes. „Jetzt müssen aber auch die anderen Bundesländer schleunigst nachziehen, wenn wir deutschlandweit das von der Bundesregierung gesetzte Ziel 25 Prozent Ökolandbau bis 2030 erreichen wollen.“

Rückenwind in Corona-Krise

Rückenwind bekommt der Ökolandbau nach Bioland-Angaben derzeit durch eine enorme Nachfrage der Verbraucher. „Gerade in der Corona-Krise haben viele Menschen ihr Konsumverhalten umgestellt und begonnen, mehr Bio-Lebensmittel zu kaufen“, so Henselek. „Die Direktvermarkter haben alle Hände voll zu tun.“

Ulli Vey zählt zu den Bremer Bioland-Pionieren. Er züchtet mit seiner Frau Carola seit 1993 auf dem „Biolandhof Blumenthal“ Angus-Rinder. Deren Fleisch vermarkten sie regional direkt an Kunden. Seit dem Corona-Lockdown Mitte März sei die Nachfrage so stark gestiegen, „dass wir ausverkauft waren“, sagt Vey. Das gestiegene Interesse an Bio-Produkten macht sich im Angebot bemerkbar: „Wir können erst im Oktober wieder Fleisch anbieten.“

Öko-Fläche wächst weiter

In Bremen ist im Ökolandbau noch kein Ende des Wachstums in Sicht. Seit Beginn des Jahres wurden weitere Betriebe mit 85 Hektar auf eine biologische Wirtschaftsweise umgestellt.  je

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