Bremens Innensenator Ulrich Mäurer bezeichnet Länderspielabsage als alternativlos

„Absolute Sicherheit gibt es nicht“

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Ulrich Mäurer

Bremen - „Die Absage hat alle überrascht“, sagte gestern Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Und weiter: „Es gab keine Alternative dazu.“ Angesichts der vorliegenden konkreten Hinweise auf einen Anschlag wäre es unverantwortlich gewesen, das Länderspiel Deutschland gegen Holland in Hannover anzupfeifen und „ein Debakel zu riskieren“. Mäurer resümierte: „Es war alles richtig, was Niedersachsen gemacht hat.“

Bremen werde seine Strategie bei Großveranstaltungen nicht ändern, so Mäurer. „Die absolute Sicherheit gibt es nicht.“ Doch es gebe keine Veranlassung, panisch zu reagieren. „Wir handeln nur bei ganz konkreten Hinweisen.“ Nur dann werden gegebenenfalls Veranstaltungen abgesagt. Generell müsse die Devise gelten: „Wir lassen uns unser Leben nicht durch die Terrormilizen vom Islamischen Staat (IS) zerstören.“

Es gebe keine konkreten Hinweise darauf, dass Anschläge in der Hansestadt geplant seien. Und es gebe auch keinen Generalverdacht. So gelte auch für die Weihnachtsmärkte eine hohe Polizeipräsenz. Und so werde auch beim Nordderby zwischen Werder und dem HSV am 28.November im Weserstadion der Nordverbund der Polizei anrücken – „wie immer, wenn unsere Freunde aus Hamburg kommen“.

Deutschland und damit auch Bremen seien in einer angespannten Lage: „Es gibt ein erhebliches Potenzial an Gefährdern.“ So seien aus Bremen 22 erwachsene Salafisten sowie elf Kinder nach Syrien ausgereist. Vier Erwachsene seien bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen. Die Zahl der Syrien-Rückkehrer bezifferte er auf acht Erwachsene und drei Kinder. „Es ist die Aufgabe des Staatsschutzes, diese Personen eng zu begleiten.“ Und das sei eine große Herausforderung.

Der Chef der CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, Thomas Röwekamp, hat gestern in einem ökumenischen Gottesdienst zum Buß- und Bettag den militärischen Kampf gegen den IS befürwortet. Es sei richtig, dem IS auch mit Waffen entgegenzutreten. „Nicht als Form von Vergeltung, sondern, um diesen Herd der unfassbaren Gewalt und des Terrors unschädlich zu machen“, sagte Röwekamp in einer Kanzelrede in der Stadtkirche Unser Lieben Frauen.

Wer die Waffe erhebe, mache sich vor dem Hintergrund des biblischen Tötungsverbots schuldig, räumte der CDU-Politiker ein. „Wir haben aber auch eine Verantwortung für andere und werden auch dann schuldig, wenn wir die Opfer alleine lassen.“ Wegsehen helfe nicht, und auch beten alleine werde nicht reichen. „Wir sind aufgefordert, uns aktiv für den Frieden und die Verteidigung unserer demokratisch-freiheitlichen Werte einzusetzen“, sagte er.

je/epd

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