Unternehmen gründen Cluster „Maritime Sicherheit“ / Bündelung von Kompetenzen

„Bremen ist das Zentrum“

Unterzeichnung für den Kompetenzverbund „Maritime Sicherheit“: Verena Beckhusen (sitzend, v.l.), Dr. Frank Pohlemann, stehend (v.l.): Georg Morawitz, Andreas Heyer, Dr. Fritz Merkle, Dr. Stephan Holsten, Dieter Rottsieper und Heiner Heseler.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke· Führende Unternehmen der Luft- und Raumfahrt sowie aus dem maritimen Bereich bündeln ihre Kompetenzen. Sie haben das Cluster „Maritime Sicherheit und Überwachung“ gegründet. „Die Welt soll wissen: Bremen ist bei dem Thema das Zentrum“, betonte gestern Wirtschafts-Staatsrat Heiner Heseler.

Die Zusammenführung der Kernkompetenzen soll der Region Gewicht verleihen, soll dabei helfen, EU-Mittel einzuwerben und neue Projekte auf den Weg zu bringen. Das betonten gestern Heseler ebenso wie Andreas Heyer, Chef der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB), und die Vertreter der Unternehmen.

Das Thema „Maritime Sicherheit“ gewinne durch internationales Wachstum der Märkte sowie den Umweltschutzgedanken immer mehr an Bedeutung, sagte Heyer. Die Akteure des Clusters brächten ihre unterschiedlichen Kompetenzen ein, „die sich hervorragend ergänzen“. Heyer: „Wir wollen die Branche am Standort weiter stärken.“

Heseler betonte, dass Bremen schon seit Jahren am Thema dran sei. „Wir sind da ganz stark“, betonte er. Sicherheit der Meere und Küsten, Umweltschutz, Containersicherheit, Erdfern-

erkundung – Bremen sei dabei gut aufgestellt, wolle sein Know-how nach außen hin nun jedoch noch besser präsentieren und „seine Exzellenz“ ausbauen.

Das Cluster besiegelten gestern Vertreter von Atlas Elektronik, Astrium, Beluga Shipping, OHB-System, Rheinmetall Defence Electronics und Ceon mit ihrer Unterschrift. Für Management und Koordination ist die WFB zuständig. Heyer: „Unsere Rolle ist es, eine Brücke zwischen den Unternehmen, der Politik und der Verwaltung zu schlagen.“

Innovative Kompetenzen bündeln, Ressourcen in der Metropolregion nutzen und anwendungsnah umsetzen, das ist die Absicht von Beluga, wie Sprecherin Verena Beckhusen deutlich machte. Ein großes Thema sei satellitengestützte Technologie, gerade im Kampf gegen Piraterie. Ebenso wichtig: Analyse von Meeresströmungen, um die Beluga-Schiffe auf optimierte Routen zu schicken. Atlas Elektronik bietet beispielsweise elektronisches Equipment für Verkehrsleitsysteme, auch an der Küste. Ein großer Partner sei China, so Dieter Rottsieper. Ein weiterer Trumpf: autonome Unterwasserfahrzeuge, die ohne Kabel und Fernsteuerung ihre Arbeit erledigen. Rottsieper erhofft sich eine weitere Verbreitung durch das Cluster. Aus einem Unternehmen für Schiffshydraulik entstanden, gehört OHB heute auf dem Feld Luft- und Raumfahrt zur Spitze. OHB, so Dr. Fritz Merkle, sei stark auf Erdbeobachtung konzentriert. Satelliten beobachten beispielsweise aus dem Weltraum heraus Schiffe. Auch mit über 200 Farben habe man die Erde im Blick und könne viele Schlüsse daraus ziehen. OHB schwebt ein autonomes Luftfahrzeug vor. Seit mehr als 100 Jahren in Bremen ansässig, ist Sicherheits- und Verteidigungselektronik das Feld von Rheinmetall Defence, das eine Partnerschaft mit der Uni Oldenburg hat. Ein System, so Georg Morawitz, ist in Afghanistan eingesetzt.

Den Part Logistiksicherheit übernimmt Astrium. Das Raumfahrtunternehmen bietet, so Dr. Frank Pohlemann, beispielsweise eine lückenlose Dokumentation als Sicherheitskette für Container an. Ceon als Koordinator will die Technologien der Unternehmen zusammenführen und „Anwendungen stricken“, wie Dr. Stephan Holsten sagte. Schwerpunkt: zivile Sicherheit.

WWW.

maritime-sicherheit-bremen.de

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