Zahl der Abtreibungen in Bremen gestiegen

Bremen - In Bremen haben sich im vergangenen Jahr wieder mehr Frauen für eine Abtreibung entschieden. Rund 2500 ließen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen und damit gut 7 Prozent mehr als 2014, wie das Statistische Landesamt am Montag mitteilte.

In den letzten Jahren war die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche rückläufig gewesen. Von den Frauen, die 2015 eine Schwangerschaft beenden ließen, waren 70 minderjährig. Mehr als 1500 waren zwischen 25 und 39 Jahren. Knapp zwei Drittel der Schwangeren waren ledig. Bundesweit ist die Zahl der Abtreibungen seit 2004 kontinuierlich gesunken. Im vergangenen Jahr waren es rund 99 000 und damit 0,5 Prozent weniger als 2014.

Nach Paragraf 218a des Strafgesetzbuchs darf eine Frau innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen abtreiben lassen. Voraussetzung ist, dass sie mindestens drei Tage vor dem Abbruch an einem Beratungsgespräch teilgenommen hat. Danach bleibt eine Abtreibung straffrei, wenn eine Gefahr für das Leben der Schwangeren besteht oder wenn mit der Geburt eine schwerwiegende körperliche oder seelische Beeinträchtigung der Mutter zu erwarten ist.

In Bremen machte der Großteil der Frauen von einer Beratung Gebrauch. In 76 Fällen war der Abbruch medizinisch begründet. Am häufigsten wurde er mit der Absaugmethode durchgeführt, in 157 Fällen mit einer Abtreibungspille. Auch dann ist eine Beratung verpflichtend.
dpa

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