Mieterhöhungen in der Kritik

Immobilienfirmen im Visier: Mäurer kritisiert Anschläge scharf

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Mutmaßliche Linksextremisten haben in der Nacht zu Mittwoch mehrere Fensterscheiben des Vonovia Bürogebäudes eingeworfen.

Nach der Serie von Brandanschlägen auf Autos und Büros von Immobilienfirmen hat Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) die Täter am Freitag scharf kritisiert.

Update, 8. November: „Auf höchst destruktive Art nehmen die Täter in Anspruch, selbst zu richten und zu strafen, wen sie politisch ablehnen“, sagte Mäurer. Und fügte eine Selbstverständlichkeit an, die offenbar in Bremen doch besonderer Betonung bedarf: „Die nächtlichen Versuche, Forderungen durch Anwendung von Gewalt durchzusetzen, sind kein geeignetes Mittel der politischen Auseinandersetzung.“ 

Eine beschädigte Eingangstür, brennender Müll, Farbschmierereien an Hausfassaden, eingeschlagene Fenster, neun ausgebrannte Fahrzeuge – das ist die Bilanz von vier Anschlägen auf die Wohnungsbaugesellschaft Vonovia sowie ein Immobilienbüro in Bremen in nur fünf Tagen. „Ich verurteile diese Vorgehensweise der Täter, mit Sachbeschädigung Aufmerksamkeit zu erzielen, und diese Gewalteskalation aufs Schärfste“, sagte Mäurer. Angriffe auf den Rechtsstaat dürften nicht zugelassen werden, sagte auch Marco Lübke, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Zum Thema Bekämpfung des politischen Extremismus will die CDU jetzt einen Antrag in die Bürgerschaft einbringen. 

kuz

Update, 6. November: Mutmaßliche Linksextremisten haben in der Nacht zu Mittwoch die Scheiben an mehreren Fenstern des Vonovia-Bürogebäudes in der Straße „Tiefer“ in der Bremer Innenstadt mit Pflastersteinen eingeworfen. Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt drei Fenster beschädigt.

Auf der dem linken Spektrum zugehörigen Website indymedia.org tauchte dann am Vormittag ein linksextremes Bekennerschreiben auf, in dem sie die Taten zugegeben haben. „Militante Angriffe“ werden als „legitim und notwendig“ bezeichnet. Die Täter kritisieren unter anderem die Gewinnabsichten von Vonovia und Mieterhöhungen.

Erst am Wochenende waren im Bremer Stadtteil Woltmershausen mehrere Autos von Vonovia ausgebrannt. Auch auf diese Tat bezieht sich das am Mittwoch veröffentlichte Bekennerschreiben.

Die Polizei Bremen fragt: Wer hat zur Tatzeit zwischen 0 und 6.45 Uhr verdächtige Beobachtungen gemacht? Wer kann Hinweise zur Tat oder möglichen Tätern geben? Zeugenhinweise nimmt der Kriminaldauerdienst telefonisch unter 0421 362-3888 entgegen.

Politisch motiviert? Neun Fahrzeuge brennen in Woltmershausen

Originalmeldung, 4. November: Bremen - Gegen 3.15 Uhr meldeten Zeugen das Feuer auf einem Gelände in der Hermann-Ritter-Straße. Neun Fahrzeuge eines Wohnungsunternehmens und eines Dienstleisters haben gebrannt. 

Ob weitere umherstehende Autos durch das Feuer ebenfalls beschädigt wurden, wird geprüft. Ein 29-jähriger Tatverdächtiger konnte noch in der Nacht gestellt werden. Die weiteren Ermittlungen dauern an. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 250.000 Euro.

Die Polizei Bremen fragt, wem Sonntagnacht gegen 3.15 Uhr im Bereich der Hermann-Ritter-Straße etwas aufgefallen ist und möglicherweise Hinweise geben kann. Zeugen werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst telefonisch unter 0421 362-3888 zu melden.

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