Gastro-Gemeinschaft bietet Zertifikat und Corona-Kontaktapp an

Bremen: Wirte planen sichere Zukunft

Leere Stühle und Tische hinter einem Zaun.
+
Nichts geht mehr: Seit Anfang November sind die Restaurants geschlossen.

Nichts geht mehr: Seit Anfang November sind die Bremer Kneipen geschlossen. Die Wirte planen eine virussichere Zukunft.

  • Gastro-Gemeinschaft bietet Sicherheitszertifikat an.
  • 18 Prüfer sind in Zweier-Teams im Einsatz.
  • Vorgehen ist mit Gesundheitsamt abgestimmt.

Für das Bestehen eines „Corona-Eindämmungs-Checks“ zur Umsetzung von Regeln und Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Gastronomien soll es ein Zertifikat geben. Besucher der erfolgreich geprüften Betriebe sollen eine App nutzen können, die die Abgabe der Kontaktdaten ermöglicht, so Oliver Trey, Vorsitzender der BGG und unter anderem Mitbetreiber der Schlachthof-Kneipe. Die Daten werden erhoben für einen etwaigen Zugriff durch das Gesundheitsamt zur Kontaktverfolgung bei Corona-Infektionen. Eine Bremer Software-Firma erstelle die App. Der Besucher müsse nur noch mit einem Smartphone einen je Gastronomie eigenen QR-Code scannen. Wer die App heruntergeladen hat, müsse seine Daten nur einmal eingeben, so Trey. Sie würden automatisch auf dem eigenen Telefon hinterlegt. Ansonsten werde der Besucher durch den QR-Code auf eine Seite weitergeleitet, auf der er seine Daten eingeben kann. Es werden also keine Zettel mehr beschrieben. Vier Wochen blieben die Daten auf Servern, die die Datenschutzstandards einhalten. „Dann werden sie gelöscht“, so Trey.

Die Checks erfolgen immer durch zwei Prüfer. 18 Prüfer sollen die Hygiene-Tests durchführen, sobald die Gastronomie wieder öffnen darf. Zwölf davon haben eine entsprechende Qualifikation als Fachkräfte, sechs weitere bekämen das Vorgehen von diesen erklärt, sagt Thorsten Lieder, Geschäftsführer der Gastro-Gemeinschaft.

Prüfung dauert 30 Minuten

Die Fachkräfte seien für den Bereich Hygiene in Betrieben und auch Großbetrieben zuständig. Bei den Fachkräften handelt es sich nach Angaben des Vereins um zertifizierte Hygienebeauftragte und Hygieneauditoren. Bei den Kontrollen werde auf die Einhaltung der Abstandsvorgaben geachtet und auch darauf, ob ausreichend Mund-Nase-Bedeckungen genutzt werden. „In einer Acht-Stunden-Schicht müssen diese mindestens einmal gewechselt werden“, sagt Lieder, selbst zertifizierter Hygieneauditor. Auch nach ausreichend Desinfektionsmitteln werde geschaut. Lieder schätzt, dass eine Prüfung im Durchschnitt 20 bis 30 Minuten dauere.

Geprüft werde auch, ob es ein Hygienekonzept gibt, dass auf die jeweilige Situation vor Ort eingeht. „Wir wollen sehen, da ist eine Analyse gemacht worden und das ist die Umsetzung“, sagt Lieder. Der Verein hat einen Leitfaden zur Gefährdungsbeurteilung erstellt, anhand dessen sich die Betriebe vorbereiten können. Ein Thema: das Lüften. „Der Gastronom muss prüfen, ob er überhaupt geeignete Fenster hat oder eine Lüftungsanlage als Alternative“, sagt Lieder. „Ansonsten kann man auch ein mobiles Lüftungskonzept nutzen.“

Ziel: Vertrauen der Gäste stärken

Lieder sagt: „Wir übernehmen keine behördlichen Aufgaben.“ Das Vorgehen sei aber mit dem Gesundheitsamt abgesprochen. Die Kampagne soll das Vertrauen der Gäste stärken. Lieder sagt, dass nach dem ersten Lockdown sich einige wenige Betriebe nicht an die Vorgaben gehalten hätten und die Gäste besonders gerne dorthin gegangen seien. Es sei dort nicht so eng gesehen worden, ob etwa beim Gang zur Toilette eine Maske aufgesetzt wird oder sich auch mal eine elfte Person an den Tisch setzt. „Wir glauben, dass die Gäste nach dem zweiten Lockdown sensibler sind“, sagt Lieder. Die Teilnahme an der Kampagne böte man allen interessierten Gastronomen in Bremen an.

In einer Medienkampagne soll auf die Gastronomien hingewiesen werden, die getestet wurden und bestanden haben. Es hätten sich bisher etwa 400 Betriebe angemeldet. Lieder hofft, dass sich bis zu 1500 Betriebe prüfen lassen. Die Prüfung kostet 25 Euro. Die App ist kostenlos. Die Software-Firma unterstütze das Projekt, indem es die App für wenig Geld erstelle. Finanziert werde die Kampagne durch die Senatorin für Wirtschaft und die BGG. Weitere Sponsoren sollen noch hinzukommen, sagt Trey.

Zwei weitere Todesfälle

Das Gesundheitsamt hat am Wochenende für das Land Bremen insgesamt 154 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Davon entfallen 113 auf die Stadt Bremen und 41 auf Bremerhaven. Zudem wurden zwei weitere Corona-Tote registriert. Damit ist die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie im kleinsten Bundesland mit oder an Corona gestorben sind, auf 232 gestiegen.

Aktiv infiziert sind derzeit 1301 Bremer und Bremerhavener. Seit Anfang März 2020 sind damit im Land Bremen 14 939 Corona-Infektionen bestätigt worden, davon 1557 in Bremerhaven. Die Zahl der als genesen gemeldeten Personen liegt bei 13406. Die Inzidenzwerte liegen derzeit bei 82,8 in Bremen und 82,4 in Bremerhaven. Geimpft worden sind weiteren Angaben aus dem Gesundheitsressort zufolge bis Sonnabendabend insgesamt 9 904 Menschen in Bremen und 1 567 in Bremerhaven.

Aus den Kliniken werden am Wochenende keine aktuellen Zahlen gemeldet. Am Freitag wurden 143 Corona-Patienten stationär behandelt (minus sechs), davon stammten 31 nicht aus Bremen oder Bremerhaven. 30 Patienten lagen auf Intensivstationen, 15 wurden beatmet.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Leipzig im Halbfinale - Poulsen und Hwang treffen gegen VfL

Leipzig im Halbfinale - Poulsen und Hwang treffen gegen VfL

Elfmeter und Doppelschlag: Bayern-Schreck Kiel stoppt Essen

Elfmeter und Doppelschlag: Bayern-Schreck Kiel stoppt Essen

Hefezopf und Rüblikuchen: So wird Ostern richtig fluffig

Hefezopf und Rüblikuchen: So wird Ostern richtig fluffig

Meistgelesene Artikel

Fahrlehrerin erwischt ihn am Steuer: Fahrschüler fährt mit Auto zur Prüfung

Fahrlehrerin erwischt ihn am Steuer: Fahrschüler fährt mit Auto zur Prüfung

Fahrlehrerin erwischt ihn am Steuer: Fahrschüler fährt mit Auto zur Prüfung
Corona-Ambulanz am Klinikum Mitte eröffnet

Corona-Ambulanz am Klinikum Mitte eröffnet

Corona-Ambulanz am Klinikum Mitte eröffnet
Zum Date ins Geschäft

Zum Date ins Geschäft

Zum Date ins Geschäft
Bremer Innenstadt: CDU wettert gegen Online-Umfrage

Bremer Innenstadt: CDU wettert gegen Online-Umfrage

Bremer Innenstadt: CDU wettert gegen Online-Umfrage

Kommentare