Bremen will zweite Erstaufnahme einrichten

Asylunterkunft in Vulkan-Zentrale

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Das alte Vulkan-Gebäude wird zur Asylunterkunft.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Bremen wird eine zweite Erstaufnahme für Asylbewerber einrichten. Mit ganz knapper Mehrheit (acht zu sieben) hat sich der Beirat Vegesack am Donnerstagabend dafür ausgesprochen, dass das Sozialressort seine Pläne verwirklichen und in der ehemaligen Konzernzentrale der Vulkan-Werft eine neue Erstaufnahme mit 750 Plätzen einrichten kann. Die ersten Menschen, die bereits einen Asylantrag gestellt haben, sollen noch dieses Jahr einziehen.

Erneut hat sich die Zahl der Flüchtlinge, auf die sich Bremen dieses Jahr vorbereitet, erhöht. Nach 8 000 im August und 10 000 im September rechnet das Sozialressort nun für 2015 „ganz grob“ mit 11 000 Asylsuchenden und zusätzlich rund 2 000 unbegleiteten minderjährigen Ausländern (früher: unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, UMF – jetzt UMA), wie der Sprecher des Sozialressorts, Bernd Schneider, sagte. Zuverlässige Zahlen gebe es allerdings nicht.

Da angesichts des Ansturms die Kapazitäten der Zentralen Erstaufnahme (Zast) in Obervieland erschöpft sind, will Bremen die alte Vulkan-Zentrale in Vegesack anmieten. Platz sei für 750 Menschen, so Schneider. 500 Plätze sollen seinen Angaben zufolge umgehend als Notunterkünfte hergerichtet werden. Dazu sollen Sanitärcontainer aufgestellt werden. Die ersten Asylbewerber können voraussichtlich zum Jahresende einziehen. In einem zweiten Schritt soll ein anderer Gebäudeteil entkernt und saniert werden. Die Fertigstellung ist für Mitte 2016 anvisiert. Um asylrechtliche Fragen direkt vor Ort abklären zu können, werden das Sozialressort und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Büros eröffnen. Mit einer zweiten Zast will Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) Schulen und Sportvereine entlasten. Sie müssen zur Zeit auf fast die Hälfte der großen 30 Turnhallen verzichten, da hier Asylbewerber untergebracht sind. Da deshalb Sport- und Trainingsstunden ausfallen, gibt es daran von mehreren Seiten Kritik.

Kochgelegenheiten wird es im Vulkan-Gebäude nicht geben. Die Erstaufnahmen, dazu gehören auch die Dependancen in Zelten und Turnhallen, werden dreimal am Tag von Caterern beliefert. Laut Schneider wird „kultursensibel“ auf unterschiedliche Speisen geachtet, Muslime bekämen beispielsweise kein Schweinefleisch. Es könne allerdings nicht für jede Religion oder Nation extra gekocht werden. Der Sprecher bestätigte Hinweise von Fahrern, dass jugendliche Flüchtlinge auch mal „impulsiv“ reagierten, wenn ihnen das Essen nicht zusage. So sollen dann schon mal Essenspakete durch die Gegend fliegen. Schneider betonte: „Das sind aber Einzelfälle.“ Man habe zudem den Caterer gewechselt, nun habe sich die Lage verbessert.

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