Verkehrspolitik

Bremen will Lärmblitzer einsetzen

Der neue Lärmradar „Méduse“ (deutsch: Qualle) von Bruitparif. Daneben montiert zwei Polizisten, die den Auspuff eines Autos untersuchen.
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In Frankreich werden die sogenannten Lärmblitzer bereits in Pilotprojekten eingesetzt. In Deutschland mangelt es derzeit noch an der juristischen und technischen Umsetzung. (kreiszeitung.de-Montage)

Lärmblitzer sollen dabei helfen, den Krach von Motoren im Verkehr zu reduzieren. Schweiz und Frankreich testen bereits und auch in Bremen liebäugelt man damit.

Bremen/Hannover – Die Probleme mit Autoposern und Rasern nehmen auch in der Bremer City immer mehr zu: illegale Autorennen, Treffen der Tuning-Szene – kaum ein Wochenende vergeht, an dem solche Pressemeldungen nicht von den Polizeidienststellen in Bremen und Niedersachsen herausgegeben werden. Erst im Sommer hatte Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) an den Wochenenden die Straßen rund um die Sielwall-Kreuzung sperren lassen, da diese von Posern und Rasern immer mehr in Beschlag genommen wurden. Grund: zu viel Lärm für die Anwohner. Geht es nun nach dem Willen der SPD, sollen in Bremen zukünftig sogenannte Lärmblitzer helfen, die Probleme in den Griff zu bekommen. Zuerst berichtete der Weser-Kurier.

Stadt in Deutschland:Bremen
Fläche:325,56 Quadratkilometer
Einwohner:566.573 (Stand: 31. Dezember 2020)
Vorwahl:0421
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte (SPD)

Diese Lärmblitzer sollen dabei helfen, den Krach von Motoren erheblich zu reduzieren. Es handelt sich dabei um Radargeräte, mit denen mehrmals in der Sekunde der Umfang und die Richtung gemessen wird, aus der der Lärm kommt. Zum Einsatz kommt in diesem Zusammenhang auch eine Kamera, die über das Kennzeichen des gemessenen Fahrzeugs Rückschlüsse auf den Halter zulässt.

Bremen will Lärmblitzer einsetzen: Geräte sind in Europa nur in Frankreich und der Schweiz im Testeinsatz

Getestet werden die Lärmmesser bisher nur im europäischen Ausland – in Frankreich und in der Schweiz. Im November wird Paris mit einem weiteren Pilotprojekt folgen, darüber hinaus sind sieben Vorhaben in anderen Städten geplant. In der Nähe von Bern testen aktuell auch die Schweizer ein solches Gerät. Das weckt in Bremen Begehrlichkeiten, diese Geräte auch zu nutzen.

„Es wäre schön, wenn man auf Bundesebene die juristische Grundlage legen würde, damit man solche Lärmblitzer einsetzen kann“, zitiert der Weser-Kurier den Sprecher des Bremer Verkehrsressorts, Jens Tittmann. Damit bemängelt Tittmann, dass es derzeit in Deutschland sowohl an den juristischen als auch an den technischen Voraussetzungen für den regulären Betrieb von Lärmblitzern mangele.

Tittmann verweist auch darauf, dass Lärm krank mache, was auch wissenschaftlich bewiesen sei. Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien nur zwei der Probleme, die durch die Beschallung mit Dauerlärm auftreten könnten. Aus diesem Grunde wäre es sehr begrüßenswert, diesen Lärm sanktionieren zu können, so Tittmann zum Weser-Kurier.

Bremen will Lärmblitzer einsetzen: Posing vor allem im Viertel, an der Schlachte und Überseestadt ein Problem

Zwar besitzt die Polizei Geräte, um Lärm zu messen und diese würden auch regelmäßig eingesetzt – beispielsweise in Wohn oder Industriegebieten. Allerdings nicht mit sich bewegenden Fahrzeugen. Dies sei ein ganz neuer Bereich.

Inzwischen hat die SPD-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft unter dem Titel „Lärm-Blitzer gegen Verkehrsemissionen“ eine Anfrage gestellt, um herauszufinden, welche Hürden noch genommen werden müssten, um Lärmblitzer einzusetzen. Ins Plenum kommt diese Anfrage bei der nächsten Sitzung der Bürgerschaft.

Gestellt hat die Anfrage der innenpolitische Srecher der SPD-Fraktion, Kevin Lenkeit. „In den Sommermonaten war das Posing vor allem im Viertel, an der Schlachte und in der Überseestadt ein Problem, das wir dringend angehen müssen“, rückt er gegenüber dem Weser-Kurier in diesem Zusammenhang die Sperrung der Sielwall-Kreuzung in den Mittelpunkt.

Bremen will Lärmblitzer einsetzen: Innenpolitischer Sprecher der SPD stellt Anfrage an den Senat

  • Welche Gefahren sieht der Senat für Bürger und Bürgerinnen durch Straßenverkehrslärm, insbesondere innerorts?
  • Wie steht der Senat grundsätzlich zu Lärmblitzern, wie sie zukünftig in Frankreich pilotweise getestet werden und kann sich der Senat vorstellen, diese auch im Land Bremen einzusetzen?
  • Müssten nach Ansicht des Senats gesetzliche Anpassungen vorgenommen werden, die einen Einsatz von Lärmblitzern auch zur Verkehrsüberwachung im Hinblick auf Auto-Poser ermöglichen und wenn ja welche?

Ob das Projekt also in Bremen auch verwirklicht werden kann, steht weiterhin in den Sternen. Genau wie in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover, wo bereits 2019 Lärmblitzer in den Fokus gerückt waren. Bisher hat sich aber auch hier noch nichts getan. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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