Abbrucharbeiten gehen zügig voran

„Harms Am Wall“: Ruine mit Durchblick

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Der Blick auf die Reste der Brandruine in der Straße Am Wall. An der linken und rechten Seite wird jetzt von Hand gearbeitet, um die Nachbargebäude vor Erschütterungen durch schweres Gerät zu schützen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Jetzt ist der Blick frei, Passanten können vom Wall bis zur Herdentorswallstraße blicken. Ein Durchblick, den es bislang nicht gab.

Aber der Abriss der Harms-Brandruine in der Straße Am Wall ist weit fortgeschritten. „Das geht gut voran“, sagt Daniel Günther, Sprecher des Eigentümers Müller & Bremermann. „Alles im Plan.“ 

Bis zum Jahr 2020 soll dort mit dem „Wallkontor“ ein Geschäftshaus für Einzelhandel und Büros entstehen. Müller & Bremermann investiert einen zweistelligen Millionenbetrag. Doch noch ist natürlich einiges zu tun, um die Brandruine von „Harms Am Wall“ ganz abzutragen.

Der Blick fällt nicht allein vom Wall in die Herdentorswallstraße, sondern auch ins verwüstete Innere des Bauwerks aus dem Jahr 1909. Das Textilkaufhaus war im Mai 2015 durch ein Großfeuer zerstört worden, es entstand ein Sachschaden in zweistelliger Millionenhöhe. Ursache: Brandstiftung. Wer aber das Feuer gelegt hat, ist bis heute nicht geklärt.

Noch ist der Wall wegen des Abrisses voll gesperrt. Am 18. Juni wird die Fahrspur in Richtung Osterdeich freigegeben.

Die Ruine wurde nun in den oberen Geschossen mit der Hilfe eines mächtigen 60-Tonnen-Baggers abgetragen. Inzwischen steht auf der Baustelle auch schon ein kleinerer Bagger bereit – für den weiteren Abriss bis zum Erdgeschoss.

Der 60-Tonnen-Bagger ist sehr schnell vorangekommen, sagt Günther. „So schnell, dass der Handabriss gar nicht hinterherkam.“ Und der Handabriss ist wichtig, um die Nachbargebäude zu schützen. Ein 60-Tonnen-Bagger sorgt für schwere Erschütterungen. Deshalb wird die Ruine auf der linken und rechten Seite praktisch „von Hand“ abgerissen. „Links ist es fast fertig, rechts sind die Arbeiter noch dabei“, so Günther am Donnerstag.

Bis Ende nächster Woche sollen die Arbeiten erledigt sein – und damit rechtzeitig vor dem „Wallfest“ am Sonntag, 17. Juni. Das wird in der Zeit von 12 bis 17 Uhr gefeiert – mit Live-Musik, Stelzenläufern und großen Klappradrennen („German Folding Bike Open“, ab 10.30 Uhr). „Außerdem gibt es einen Surf-Simulator, Torwandschießen und an zwei Standorten werden Fotoboxen aufgestellt“, heißt es bei der Einzelhändlervereinigung City-Initiative. „Überall am Wall werden die Wall-Liegestühle zu finden sein.“

Am 17. Juni ist zudem der letzte Tag des Straßentheaterfestivals „La Strada“. Die Einzelhändler in der Innenstadt und im Viertel öffnen in der Zeit von 12 bis 17 Uhr ihre Geschäfte.

Die Gebäuderückseite an der Herdentorswallstraße.

Lauter Gründe, die (eigentlich mit dem Ruinen-Abriss zusammenhängende) gegenwärtige Vollsperrung der Straße Am Wall so lange aufrechtzuerhalten – damit das „Wallfest“ dort ganz in Ruhe gefeiert werden kann. Vor diesem Hintergrund ist geplant, die Vollsperrung am Montag, 18. Juni, in eine Teilsperrung zu verwandeln, so Martin Stellmann vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV). Ab 18. Juni ist der Wall in Fahrtrichtung Osterdeich dann wieder frei – so der aktuelle Planungsstand.

In der Folgezeit entsteht auf dem Brandruinen-Grundstück dann das „Wallkontor“. Das Gebäude umfasst 5500 Quadratmeter Gewerbeflächen. Der Komplex ersetzt alle drei durch den Großbrand am 6. Mai 2015 vernichteten Häuser. 

Die Fassade wird laut Entwurf aus Naturstein bestehen. Als architektonische Besonderheit gilt die neue „Wall-Passage“. Sie führt durch das „Wallkontor“ über die Herdentorswallstraße direkt auf die Museumstraße – praktisch ein Durchgang vom Wall Richtung Schüsselkorb und Domshof.

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