Bürgerschaftswahl 2019

CDU und Grüne beginnen bei Weserblick und veganen Keksen mit Sondierung

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Hinein ins Getümmel: Vor der Grünen-Zentrale am Altenwall – von links gesehen: Hermann Kuhn, Alexandra Werwath und Maike Schaefer (alle von den Grünen). Von der CDU zu erkennen: Carsten Meyer-Heder, Thomas Röwekamp und Heiko Strohmann. Halb verdeckt im Hintergrund: Jens Eckhoff. 

Aufgeräumte Tische, vegane Kekse – am Mittwochvormittag um 10 Uhr haben die Sondierungsgespräche über mögliche Koalitionen nach der Bremer Bürgerschaftswahl begonnen. Zum Auftakt kommen Wahlsieger CDU und die von CDU und SPD gleichermaßen umworbenen Grünen zusammen.

Bremen Gut drei Stunden später wird viel von „konstruktiven Gesprächen“ die Rede sein. Das Verfahren wirkt kurios: Eingeladen hat die CDU, die Delegationen treffen sich aber bei den Grünen. Die Grünen haben für die nächsten Tage auch die Vertreter von SPD, Linken und FDP zu sich gebeten. Salopp gesagt, dürfen alle bei den Grünen antanzen. Am Donnerstag zum Beispiel kommen die Sozialdemokraten zu ihnen. Am Mittwoch drängten sich Journalisten und Kamerateams vor der Grünen-Zentrale am Altenwall in der Bremer Altstadt. Hinein durften die Reporter nicht. „Bilder nur draußen“, so die Ansage. Warum? „Unser Treppenhaus ist zu eng.“

Wahlprogramm griffbereit auf dem Tisch

Worüber wird gesprochen? Alle Fragen danach wehren die Grünen-Vertreter ab, während auf die CDU-Delegation gewartet wird, die zu Fuß vom Wall 135 (CDU-Haus) zum Altenwall kommt. „Wir haben extra noch aufgeräumt“, sagt Grünen-Spitzenkandidatin Maike Schaefer. „Unser Wahlprogramm liegt auf dem Tisch – in Kurz- und Langfassung. Wir wollen jetzt erst einmal gucken, wo Gemeinsamkeiten sind.“ Parteichefin Alexandra Werwath: „Und es gibt auch vegane Kekse.“

Alles Wichtige zur Wahl gibt es in unserem Ticker.

Für die Grünen sondieren neben Schaefer und Werwath Parteichef Hermann Kuhn, der Abgeordnete Björn Fecker und Sozialsenatorin Anja Stahmann.

Ein Spaziergang mit dem Ziel Weserblick

Es wird 10 Uhr – und da kommen die Christdemokraten um die Ecke. Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder hat Fraktionschef Thomas Röwekamp, die Vize-Parteichefs Jens Eckhoff und Yvonne Averwerser sowie den Abgeordneten Heiko Strohmann dabei. Nicht Teil der Delegation ist Vorstandsmitglied Dirk Hoffmann, von Haus aus Jurist. Er protokolliert für die Christdemokraten. 

Warum trifft man sich bei den Grünen? Meyer-Heder, ohne Schlips, in Jeans und Blouson: „Wir wollten einen Spaziergang machen, um den Kopf klar zu kriegen.“ Schaefer: „Hier ist der Ausblick schöner.“ Die Grünen bieten: Weserblick. Und – wahlweise – einen Blick über das Schnoor-Viertel.

Klimaschutz trennt Grüne und FDP - und erschwert so Jamaika

Aus der Bürgerschaftswahl am 26. Mai ist die CDU als stärkste Partei hervorgegangen. Zum Regieren in einer Jamaika-Koalition braucht sie die Grünen und die FDP als Partner. Bei Themen wie Klimaschutz allerdings könnte es zwischen Grünen und FDP eng werden. Ob die Grünen-Basis den Weg nach Jamaika mitgeht, bleibt abzuwarten. 

Die SPD hatte schon vor ihrer Wahlniederlage erklärt, mit der CDU gar nicht erst sprechen zu wollen. Als einzige Option bleibt ihr nun Rot-Rot-Grün, da es für Rot-Grün allein nicht reichen wird. Beim Thema Finanzen allerdings könnte es zwischen Linken und Grünen Probleme geben. Die Grünen sind gegen neue Schulden. Und? Wie lief es mit der CDU und den Grünen? Gegen 13.45 Uhr kommen Maike Schaefer und Carsten Meyer-Heder vor die Tür. Inhaltliches gibt‘s nicht, nur ein Stimmungsbild: „Es war total konstruktiv – in sehr freundlicher Atmosphäre. Wir haben viel gelacht.“ Per Du war man auch, aber das sei man vor dem Gespräch auch schon gewesen. 

„Es hat Spaß gemacht“

Beide Parteien haben Vertraulichkeit vereinbart, was Inhalte und Themen angeht. So lässt sich auch Meyer-Heder nicht mehr entlocken als: „Es hat Spaß gemacht.“ Und: „Bisher läuft‘s gut.“ Und: „Wir hatten beide Listen dabei, wo es Gemeinsamkeiten gibt, wo nicht. Die sind wir durchgegangen.“ Bei Verkehrsthemen etwa sei man sich vor der Wahl ja schon einig gewesen. Meyer-Heder macht noch ein paar Witze über die veganen Kekse – und dann gibt‘s doch noch eine Information: „Wir werden Anfang nächster Woche nochmal zu dritt zusammenkommen.“ Mit der FDP also.

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