Vier Bremer Brauereien kreieren ein neues Altbier

„Das Produkt ist der Star“

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Anspruchsvolle Aufgabe für die Juroren: Aus acht Varianten wählten sie das „Norddeutsche Altbier“, das im November auf den Markt kommt. Gewinner ist die Nummer 3 (das ziemlich leere Glas, hintere Reihe, 2.v.r.). 

Bremen - Von Jörg Esser. Bremen bekommt wieder ein Altbier. Ein norddeutsches Altbier, gebraut von und in vier Bremer Brauereien. Der Fassanstich ist für Anfang November geplant – im Rahmen des Craft-Beer-Events auf der Messe „Fisch & Feines“. Seit Donnerstagabend steht fest, welche Mixtur auf den Markt kommt.

Altbier – das gehört nach Westfalen und an den Niederrhein, vor allem nach Düsseldorf. Auch in Bremen ist bis in die 80er Jahre mit dem „Remmer Alt“ ein Altbier gebraut, gezapft und verkauft worden. Jetzt naht das Comeback des „dunklen obergärigen Bitterbieres“. Die Idee dazu entwickelten vier Bremer Brauereien – die Freie Brau Union, die Gasthausbrauerei Schüttinger, Grebhahns Bierhandwerk und die Lehrbrauerei am Schulzentrum Rübekamp.

„Unter Kennern gilt das Altbier als die am meisten unterschätzte Biersorte“, sagt Schüttinger-Braumeister Palle Jensen. Die Brauer stießen mit der Idee eines „norddeutschen Altbieres“ bei Julia Schröder und Jürgen Fricke, den Projektleitern der „Fisch & Feines“ bei der Messe Bremen auf offene Ohren. So kommt die Bremer Biertrinker-Gemeinde am 9. November wieder in den Genuss eines obergärigen Gerstensafts aus heimischer Produktion.

Vier Braumeister, acht Rezepturen, ein neues Altbier: Doreen Gaumann (Freie Brau Union, v.l.), Tobias Grebhahn, Boris von Schaewen und Palle Jensen. 

So weit, so gut. Die vier Brauereien haben je zwei Biere eingebraut – und sich zuvor „auf einige Eckdaten geeinigt“, sagt Boris von Schaewen, Fachlehrer an der einzigen Berufsschule für Brauer und Mälzer in Norddeutschland. So galt es, eine rubinrot- bis dunkelbernsteinfarbene Biersorte zu kreieren, „die von hopfenbetont bis karamellig und malzaromatisch schmecken darf“. Der Alokoholgehalt liegt um die fünf Prozent.

Gesagt, getan. Und acht Biere kommen am Donnerstagabend im „Beckstage“ auf den Tisch einer zehnköpfigen Jury. Unter ihnen Messe-Chef Hans Peter Schneider, Sascha Mühlenbeck, Inhaber von „Holtorfs Heimathaven“ im Ostertor, und Vertreter der Medien.

Die acht Biere werden in zwei Viererserien gereicht. Gucken, riechen, schmecken. Das erfordert mehr Feingefühl als Durst. Die Probegläser sind ja nur zu einem Drittel gefüllt. Nuancen entscheiden. Die etwas moorige und markante Mischung („sieht ja aus wie Kaffee“) fällt beim Verfasser dieser Zeilen durch. Und auch die süßliche Variante, die nach Vanille oder so schmeckt.

Es gewinnt schließlich das Bier aus Glas Nummer 3. Wer das verzapft hat, wird nicht verraten. „Das Produkt ist der Star“, sagt von Schaewen. Kurze Zeit später weiß auch die Jury, wie das Altbier, für das sie sich entschieden hat, nun wirklich schmecken soll. Laut von Schaewen hat das Gremium ein dunkles und ausgewogenes Bier gewählt, „nicht zu bitter, süß oder malzig, mit deutlichen Röstmalzaromen“. Kurzum: „Ein Bier, das sich gut trinken lässt.“ Soll wohl heißen: süffig. Übrigens: Auch das Jurymitglied der Mediengruppe Kreiszeitung hat für Glas 3 votiert.

Als „Norddeutsches Altbier“ der Bremer Brauer in der Edition 2018 soll das Bier im Anschluss ans Craft-Beer-Event auf der Fisch & Feines“ (9. bis 11. November) von November bis Januar in den Brauereikneipen ausgeschenkt und abgefüllt in Flaschen im Einzelhandel erhältlich sein.

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