Ariane 5 startet am 9. März / Astrium-Standortleiter Menking beim „Tagebuch“

„Bremen“ verglüht im All

Bremen - Von Jörg Esser„Bremen“ soll verglühen. In einigen Wochen. Im Weltall. Ganz planmäßig. Die Trägerrakete Ariane 5, die am 9. März vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana abhebt, trägt den Schriftzug „Freie Hansestadt Bremen“ und den Bremer Schlüssel.

„Das ist der Schlüssel in der entschnörkelten Version“, sagt Kirsten Leung, Sprecherin des Bremer Raumfahrtunternehmens Astrium, auf Nachfrage. Bremen hat derzeit den Vorsitz im Ariane-Städtebund und darum auch ziert der Schriftzug die Oberstufe der Rakete, also jenen Teil, der irgendwann im All verglüht.

2005 hatte Bremen ebenfalls den Vorsitz, die Ariane damals die Aufschrift „Brême“. Bremen in französischer Sprache. Nun denn. Am 9. März transportiert die Ariane 5 auf ihrer Mission den dritten europäischen ATV-Raumtransporter „Edoardo Amaldi“ in den Orbit. Die Oberstufe der Trägerrakete und der Raumtransporter werden zu großen Teilen im Astrium-Werk am Bremer Flughafen gebaut. Und das rundet die ganze Geschichte noch einmal ab.

„Bremen ist das Zentrum für bemannte Raumfahrt“, sagt Dr. Michael Menking. Der Diplom-Ingenieur ist Standortleiter bei Astrium. Und er ist an der Entwicklung des europäischen Weltraumlabors Columbus, das ein Herzstück der Raumstation ISS ist, sowie des Raumtransporters ATV maßgeblich beteiligt. Morgen, am Mittwoch, referiert Menking in der Film- und Vortragsreihe „Bremer Tagebuch“ über die Raumfähren, die ISS und die Zukunft der bemannten Raumfahrt. Die Veranstaltung im Haus der Wissenschaft an der Sandstraße 4 beginnt um 20  Uhr. Das Programm dauert rund 90 Minuten, heißt es. Der Eintritt ist frei.

Astrium ist Hauptauftragnehmer der europäischen Weltraumagentur Esa für den unbemannten europäischen Raumtransporter ATV. Im März 2008 ist das erste ATV, „Jules Verne“, erfolgreich zur ISS geflogen. Das zweite ATV, „Johannes Kepler“, hat 2011 die ISS versorgt und ist laut Menking eine „phantastische Mission geflogen“. Nach dem Start von „Edoardo Amaldi“ werden bis 2014 noch zwei weitere ATV-Raumtransporter in Bremen gebaut und mit einer Ariane 5 von Kourou aus in eine Erdumlaufbahn um die Erde geschickt. „ATV 4“ wird nach Albert Einstein benannt.

Die Ariane 5 wiederum ist eine zweistufige Trägerrakete, die aus einer Hauptstufe mit zwei Boostern und einer Oberstufe besteht, wobei die Oberstufe immer die Nutzlast ins Weltall bringt. Sie setzt das ATV in einer Erdumlaufbahn in Höhe von 260 Kilometern ab. Zehn Tage später dockt der ATV an die ISS an, wo der Raumtransporter maximal ein halbes Jahr „kleben“ bleibt. Auf dem Rückweg nimmt „Amaldi“ Abfall von Bord mit und verglüht beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Auch die Ariane gilt als Erfolgsgarant. Derzeit stehen 46 erfolgreiche Starts in Folge im Stammbuch. Für 2012 sind neben dem Start am 9. März weitere sechs Missionen geplant.

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