Verdi-Protestaktion zwischen Rathaus und Dom

„Casting-Show“ bei Minusgraden

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Eiskalter Protest – Verdi-Aktion bei Minusgraden. Anlass: die Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Fast zehn Grad Frost und ein eiskalter Winterwind zwischen Rathaus und Dom – brrr. Aber geplant ist geplant. Und so zogen die Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Mittwoch ihre Protestaktion durch. Schließlich hatten sie die „Casting-Show für den öffentlichen Dienst“ ja auch groß angekündigt.

Hintergrund ist der vielfach beklagte Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst. Bremen, so die Gewerkschafter, habe zunehmend Probleme, Feuerwehrleute, Erzieherinnen und Sozialarbeiter zu finden. Nicht anders sehe es bei den Gärtnern, beim Pflegepersonal und im Justizvollzug aus. Und so weiter, und so fort.

„Mehr von uns ist besser für alle“ – so lautete der Schlachtruf beim „Casting“ vor den Rathaustoren. Gut 30 Gewerkschafter hatten sich hier eingefunden und machten mit Papierklatschen auch tüchtig Lärm. Gute Arbeitsbedingungen und ausreichend Personal seien wichtig – wie auch eine „bessere Entlohnung und Besoldung“, heißt es bei Verdi.

Wie berichtet, hat die Tarif- und Besoldungsrunde im öffentlichen Dienst begonnen. Es gelte, „den Anschluss zur allgemeinen Tariflohnentwicklung zu halten, damit der öffentliche Sektor auch morgen ein attraktiver Arbeitgeber ist“, argumentiert Verdi. Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Geld – mindestens 200 Euro.

Diese Forderung „würde Bremen rund 18 Millionen Euro pro Jahr kosten“, sagt Dagmar Bleiker, Sprecherin von Finanzsenatorin und Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne). In Linnerts Ressort sieht man es folglich so: „In den Verhandlungen kommt es darauf an, einen fairen Ausgleich zwischen den Interessen der Beschäftigten und den Kommunen zu finden, von denen viele erhebliche finanzielle Probleme haben.“

Die Gewerkschafter fordern, den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber attraktiv zu halten. Landesbezirkstarifkoordinator Oliver Bandosz: „Wir haben eine seit Jahren florierende Wirtschaft, wir sind voll im Aufschwung. Daran partizipieren die öffentlichen Haushalte über Steuern und Einnahmen.“

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