Urteil seit Dezember rechtskräftig

Ex-Beluga-Chef Stolberg muss Haftstrafe in Kürze antreten

Ex-Beluga-Chef Stolberg legt Revision gegen Haftstrafe ein
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Ex-Beluga-Chef Stolberg legte Revision gegen Haftstrafe ein.

Bremen - Nach einem der längsten Wirtschaftstrafverfahren am Bremer Landgericht legen die Prozessbeteiligten Revision ein, scheitern aber. Nun steht der Haftantritt von Ex-Baluga-Chef Niels Stolberg kurz bevor.

Update, 16. Januar 2020: Der frühere Chef der Bremer Beluga-Reederei, Niels Stolberg, ist zum Antritt seiner dreieinhalbjährigen Haftstrafe wegen Kreditbetrugs und Untreue vorgeladen worden. Das sagte ein Sprecher Staatsanwaltschaft Bremen am Donnerstag auf Anfrage. Die Frist für den 59-Jährigen laufe, sich bei einer Justizvollzugsanstalt in seinem Wohnsitzland Schleswig-Holstein einzufinden. Nähere Angaben zu den Terminen machte der Sprecher nicht.

Der frühere Reeder war vom Landgericht Bremen im März 2018 verurteilt worden. Das Urteil wurde im Dezember 2019 rechtskräftig, nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) die von Stolberg angestrengte Revision verworfen hatte.

Kreditbetrug, Betrug, Bilanzfälschung und Untreue

Die Schwergut-Reederei Beluga war 2011 in Insolvenz gegangen. In einem Gerichtsprozess ab 2016 wurden die Vorwürfe Kreditbetrug, Betrug, Bilanzfälschung und Untreue geprüft. Mit fingierten Rechnungen und Scheinverträgen für mehr als ein Dutzend Schiffsneubauten hatte Stolberg Banken getäuscht und sie zu Kreditvergaben in insgesamt dreistelliger Millionenhöhe bewegt.

Update, 18. Dezember 2019: Die Verurteilung des früheren Chefs der Bremer Beluga-ReedereiNiels Stolberg, zu einer Haftstrafe ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof verwarf nach Mitteilung vom Mittwoch in Karlsruhe die Revision des 59-jährigen Unternehmers. Wegen Kreditbetrugs und Untreue  war der Ex-Reeder im März 2018 vom Landgericht Bremen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 5. Strafsenat des BGH in Leipzig veränderte zwar die Gewichtung der einzelnen Taten untereinander. Dadurch ändere sich aber das Strafmaß nicht, hieß es.

Zur Frage eines Haftantritts sagte Stolbergs Anwalt Gerhard Strate der Deutschen Presse-Agentur, dass dies noch nicht abzusehen sei. Üblicherweise dauere die Einleitung der Vollstreckung mehrere Wochen. Vor Weihnachten sei nicht damit zu rechnen. Zuständig ist die Staatsanwaltschaft Bremen. Sie werde Stolberg nach Eingang der Akten vorladen, sagte ein Sprecher.

Originaltext, 21. März 2018: Der frühere Chef der Bremer Beluga-Reederei, Niels Stolberg, will die Verurteilung zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren nicht hinnehmen. Der 57-Jährige habe Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt, teilte das Bremer Landgericht am Mittwoch mit. Auch die Staatsanwaltschaft legte dem Gericht zufolge Revision ein. Sie hatte in dem Prozess viereinhalb Jahre Haft gefordert. Stolbergs Anwalt hatte auf eine Bewährungsstrafe gehofft.

Das Landgericht hatte den einstigen Vorzeigeunternehmer in der vergangenen Woche des gemeinschaftlichen Kreditbetruges und der Untreue in besonders schwerem Falle für schuldig befunden. Drei mitangeklagte Ex-Manager der 2011 in Insolvenz gegangenen Schwergutreederei verurteilten die Richter zu Bewährungsstrafen zwischen acht Monaten sowie einem Jahr und sieben Monaten.

In dem seit Januar 2016 laufenden Verfahren wurden die Vorwürfe Kreditbetrug, Betrug, Bilanzfälschung und Untreue geprüft. Ein zentraler Punkt war das Finanzierungsmodell, das der Reeder für den raschen Ausbau seiner Schiffsflotte nutzte. Mit fingierten Rechnungen und Scheinverträgen für über ein Dutzend Schiffsneubauten hatte er Banken getäuscht und diese zu einer höheren Kreditvergabe in insgesamt dreistelliger Millionenhöhe bewegt. Der an Krebs erkrankte Stolberg hatte dies als branchenübliche Praxis bezeichnet und betont, dass die Banken über das Modell Bescheid wussten. Dafür sah die Kammer keine Anhaltspunkte.

dpa

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