Auch das Umland profitiert

Bremen liegt bei der Versorgung Schwerverletzter überm Schnitt

Bei schweren Verletzungen – zum Beispiel durch einen Verkehrsunfall – spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle. In Bremen und im Umland werden Schwerverletzte überdurchschnittlich gut versorgt, heißt es im neuen Bremer Krankenhausspiegel.
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Bei schweren Verletzungen – zum Beispiel durch einen Verkehrsunfall – spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle. In Bremen und im Umland werden Schwerverletzte überdurchschnittlich gut versorgt, heißt es im neuen Bremer Krankenhausspiegel.
  • Thomas Kuzaj
    vonThomas Kuzaj
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Bremen – Schwerverletzte werden in Bremen und dem Umland überdurchschnittlich gut versorgt. Zu diesem Ergebnis kommt der Bremer Krankenhausspiegel. In der aktuellen Ausgabe werden erstmals Qualitäts- und Leistungsdaten des Traumanetzwerks Bremen veröffentlicht. Damit vereint der Krankenhausspiegel nun Daten aus 19 Behandlungsgebieten, darunter Altersmedizin, Geburtshilfe und Gelenkersatz.

Und nun eben auch die Behandlung von Unfallopfern. Im Bereich des Traumanetzwerks Bremen vergehen zwischen Unfall und Klinikaufnahme des Verletzten im Durchschnitt 77 Minuten – drei Minuten weniger als im Bundesdurchschnitt, wie es am Mittwoch bei der Präsentation des neuen Krankenhausspiegels hieß.

Das Traumanetzwerk – der Name geht auf das altgriechische Wort „Trauma“ (Wunde) zurück – wurde im Jahr 2007 gegründet. In dem Netzwerk kooperieren elf Krankenhäuser mit Traumazentren unterschiedlicher Versorgungsstufen – darunter drei aus Niedersachsen: das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg (Wümme), die Helios-Klinik Cuxhaven und das Krankenhaus Johanneum in Wildeshausen.

Kooperation im Traumanetzwerk Bremen funktioniert

Sie stellen die flächendeckende Versorgung von Schwerverletzten sicher, so Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Bremer Krankenhausgesellschaft, die den Krankenhausspiegel (www.bremer-krankenhausspiegel.de) gemeinsam mit dem Gesundheitsressort initiiert hat. Das Johanneum Wildeshausen zählt – wie beispielsweise das Klinikum Bremen-Ost, das Klinikum Links der Weser und das Rot-Kreuz-Krankenhaus – zu den „lokalen Traumazentren“. Die nächste Versorgungsstufe bilden „regionale Traumazentren“, die auch Schädel-, Hirn und Rückenmarkverletzungen behandeln. Im Netzwerk sind es das Klinikum Bremen-Nord, Bremerhaven-Reinkenheide und Cuxhaven. Die oberste Stufe bilden die beiden „überregionalen Traumazentren“ des Netzwerks – das Klinikum Bremen-Mitte und das Diakonieklinikum Rotenburg.

In diesem Netzwerk sind im Auswertungsjahr 2018 etwa 470 Schwerverletzte behandelt worden – knapp 69 Prozent dieser Patienten waren Männer; der Altersdurchschnitt lag bei 55 Jahren. Im Bereich des Traumanetzwerks Bremen wurden, so die Statistik, mehr Unfallopfer mit lebensbedrohlichen Verletzungen eingeliefert (nämlich: 46,5 Prozent) als im Bundesdurchschnitt (39,9 Prozent). 44 Prozent hatten ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten (bundesweit: 26 Prozent).

Bremer Top-Werte bei Dagnose und Behandlung

Im Bremer Netzwerk seien überdurchschnittlich gute Werte bei der schnellen Diagnose und Behandlung der Verletzungen erreicht worden, hieß es am Mittwoch. Und unter anderem aufs Tempo kommt es an, so Prof. Dr. Michael Paul Hahn, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Mitte und Sprecher des Traumanetzwerks. Denn: „Für uns ist die Zeit ganz entscheidend.“ Letalität etwa hänge wesentlich davon ab, wieviel Blut ein Verletzter verliert – je schneller er also ins Krankenhaus kommt, desto besser.

Und auch im Krankenhaus steht der Zeitfaktor stark im Fokus. „Im Schnitt vergehen nur 13 Minuten von der Aufnahme in einem Krankenhaus bis zu einer Computertomografie des Schädels und 15 Minuten bis zu einer Röntgenaufnahme des verletzten Brustraums“, so Hahn. „Im Bundesdurchschnitt dauert dies länger, nämlich 18 beziehungsweise 20 Minuten.“ Bei der Zeit von der Aufnahme bis zum ersten Notfalleingriff liegt das Traumanetzwerk Bremen mit 105 Minuten genau auf Bundesniveau, hieß es weiter.

Bremer Senatorin: Umland profitiert

„Die Zahlen zeigen, dass wir im Land Bremen sehr gut aufgestellt sind, was die schnelle und hochqualitative Versorgung von Unfallverletzten angeht“, so Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). „Davon profitieren auch unsere niedersächsischen Nachbarn.

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