„Mit voller Wucht“

Tritte in der Disco: 20-Jähriger steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht

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In dieser Bremer Disco am Hillmannplatz soll es im November 2017 zu einer Schlägerei mit Folgen gekommen sein. Zwei Männer müssen sich daher seit Dienstag wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht verantworten. 

Bremen - Von Steffen Koller. Nachdem ein junger Mann im November 2017 fast totgeprügelt worden war, müssen sich seit Dienstag zwei Männer, 20 und 24 Jahre alt, vor dem Bremer Landgericht verantworten. Die Anklage wirft den Deutschen mit Migrationshintergrund unter anderem versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor. Einer der Angeklagten, der 20 Jahre alte Rehber T., soll einem Discobesucher viermal ins Gesicht getreten haben, als das Opfer bereits am Boden lag.

Laut Staatsanwaltschaft feierten die Angeklagten, Azad T. (24) und sein jüngerer Bruder Rehber T. (20), in einer Disco am Hillmannplatz in der Bahnhofsvorstadt. Gegen kurz nach 3 Uhr kam es, so die Staatsanwältin, zu ersten Beleidigungen zwischen der Gruppe um die Angeklagten und einer anderen Gruppe, die sich womöglich Zutritt zum VIP-Bereich verschaffen wollte. Frauen sollen beleidigt worden sein, Gläser flogen durch die Luft, Getränke wurden verschüttet. Unter anderem soll der Angeklagte Rehber T. einem Gast ein Getränk über den Kopf gegossen haben. Sein Gegenüber, das damals 19-jährige mutmaßliche Opfer, tat es ihm laut Anklage gleich. Nun soll sich auch Azad T. körperlich in die Angelegenheit eingemischt haben. Zunächst, so die Anklage, schlug er einem Gast ins Gesicht, mindestens ein weiterer Schlag folgte.

Als das mutmaßliche Opfer bereits am Boden lag, soll Rehber T. dem jungen Mann „mindestens viermal mit voller Wucht seitlich gegen das Gesicht getreten haben“, so die Staatsanwältin, die von einem „bewussten und gewollten Zusammenwirken“ der Angeklagten sprach.

Insbesondere Rehber T. habe mit den „gezielten Tritten“ den Tod des Opfers „zumindest für möglich gehalten und billigend in Kauf genommen“. Rehber T. wird aufgrund seines Alters als Heranwachsender geführt, sein 24-jähriger Bruder fällt unter das Erwachsenenstrafrecht.

Mit schweren Verletzungen kam der damals 19-Jährige ins Krankenhaus. Dort stellten Ärzte unter anderem eine Jochbeinfraktur, mehrere Hämatome am Kopf und eine Kopfplatzwunde oberhalb des Ohres fest. Anwalt Julian Habekost, der den 19-jährigen Nebenkläger vor Gericht vertritt, sagte am Dienstag, sein Mandant leide bis heute unter den Folgen der Tat. Bei Anstrengungen überfallen den Mann regelmäßig Schwindelgefühle, auch sei er in stetiger zahnärztlicher Behandlung. „Aus medizinischer Sicht sind die Folgen aktuell noch gar nicht absehbar“, so der Anwalt.

Die Angeklagten äußerten sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Matthias Koch, Anwalt von Rehber T., sagte jedoch, sein Mandant werde „sich positionieren“. Ob das am nächsten Verhandlungstag passieren werde, sei aber offen.

Der Prozess wird am Montag, 25. Juni, fortgesetzt. Unter anderem soll das mutmaßliche Opfer als Zeuge aussagen.

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