Trio überfällt älteres Ehepaar - mehrjährige Haftstrafen

Bremen - Sie verkleideten sich als Postboten und bedrohten ein älteres Ehepaar in Bremen mit einem Messer und einer Pistole. Kaltblütig und herzlos nannte der Richter den Raubüberfall von drei Männern und verhängte lange Gefängnisstrafen.

Wegen eines schweren Raubüberfalls auf ein älteres Ehepaar in Bremen hat das Landgericht drei Männer im Alter von 22, 24 und 28 Jahren zu langen Freiheitsstrafen verurteilt. Die Kammer sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass das Trio im Mai vergangenen Jahres eine damals 66-jährige Frau und ihren 88-jährigen Ehemann in deren Haus überfallen und ausgeraubt hat. Wegen dieser und anderer Straftaten soll der 22-Jährige neun Jahre, der 24-Jährige sieben Jahre und der 28-Jährige acht Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Für den 24-Jährigen ordnete das Gericht zudem die Unterbringung in einer Erziehungsanstalt an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Während der rund sieben Monate langen Verhandlung hatten zwei der Angeklagten die Tat gestanden. Demnach klingelten zwei Männer als Paketboten verkleidet an der Tür und bedrohten die Eheleute mit einem Messer und einer Pistole. Sie zwangen sie, alle Geldverstecke zu verraten und nahmen Geldkarten, Schmuck und Bargeld an sich. Insgesamt erbeuteten sie rund 2000 Euro und eine Uhr. Danach fesselten sie das Paar, knebelten die Frau kurzzeitig und schlossen beide im Keller ein. Der dritte Täter, der die Tat mit den beiden anderen geplant hatte, wartete mit einem Fluchtauto. Mit den gestohlenen EC-Karten hoben sie später etwa 2500 Euro vom Konto der Opfer ab. Der fast 90 Jahre alte Mann befreite seine Frau und sich, indem er die Kellertür mit einem Hammer kaputt schlug.

„Sie haben ein kaltblütiges und herzloses Vorgehen gezeigt“, sagte der Vorsitzende Richter Thorsten Prange zu einem der Angeklagten. „Diese Tat hat bei der Frau Todesangst ausgelöst.“ Bis heute öffne sie keinem Unbekannten die Tür. Ihm sei bewusst, dass es sich um sehr hohe Freiheitsstrafen handele, aber:„Das Tatbild hat uns keine andere Wahl gelassen.“ Bei den Urteilen wurden weitere Straftaten wie Wohnungseinbrüche und Diebstähle berücksichtigt.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den 22-Jährigen eine Strafe von neun Jahren und drei Monaten, für den 28-Jährigen acht Jahre und zehn Monate und für den 24-Jährigen und sieben Jahre und sechs Monate sowie Unterbringung in eine Erziehungsanstalt gefordert. Die Verteidigung forderte für den 22-Jährigen einen Freispruch, für den 28-Jährigen höchstens fünf Jahre und für den 24-Jährigen eine milde Strafe und die Unterbringung in eine Erziehungsanstalt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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