Bremen trauert um einen großen Sohn der Stadt

Wo James Hansi blieb

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Erinnerungen: James Last im November vergangenen Jahres mit alter LP im Dorint Park Hotel.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Helmholtzstraße 33 im Bremer Stadtteil Sebaldsbrück. Hier hat alles angefangen. Zu Beginn der 30er Jahre wohnte Familie Last hier in einem Neubau. Seine Eltern hatten sich dafür „jeden Ziegelstein vom Munde abgespart“, erinnerte sich Hans Last in seinem Buch „Mein Leben“, das zu einer Zeit erschien, als er schon seit Jahrzehnten James Last war.

In Sebaldsbrück aber ist er zeitlebens Hans geblieben, oder besser: Hansi. So nannten ihn seine Brüder, so nannten ihn die Jungen aus der Nachbarschaft, mit denen er Tischtennis spielte und zum Fußball ging.

2009, zum 80. Geburtstag, schenkten die Sebaldsbrücker Kumpel von einst Hansi ihre Erinnerungen – aufgeschrieben in einer „Rückschau“. „Schon der kleine Hansi verstand es meisterhaft, Musikinstrumenten schönste Tonfolgen zu entlocken“, heißt es darin.

„Der Hansi“ kam aus einer musikalischen Familie. Schon im Alter von sechs Jahren erhielt er Klavierunterricht. Louis Last (1889 bis 1972), sein Vater, spielte Bandoneon. Er arbeitete bei den Stadtwerken und baute dort mit Kollegen ein Akkordeonorchester auf.

Hansis Bruder Robert Last (1921 bis 1986) wurde Schlagzeuger. Sein Bruder Werner Last (1926 bis 1982) machte unter dem Namen Kai Warner als Orchesterleiter und Produzent Karriere. Zu dritt hatten sie nach dem Zweiten Weltkrieg gemeinsam im frisch gegründeten Tanzorchester von Radio Bremen gespielt – Hans stand zunächst am Bass.

1955 wechselte er zum Tanzorchester des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) nach Hamburg, bevor er als Bandleader mit seinem eigenen Sound Weltkarriere machte. Immer, wenn er mal nach Bremen zurückkam, feierten ihn die alten Wegbegleiter. Ihn, ihren Hansi. Der schrieb im Mai 2002 ins Goldene Buch seiner Heimatstadt: „Hier bin ich geboren – Hier komm ich immer wieder her.“ Wie zum Beweis hat er das typisch bremische Nuscheln nie abgelegt.

„Ungeachtet seiner späteren Übersiedlung in die USA hat sich James Last immer als ,Bremer Jung’ zu seiner Heimatstadt bekannt. Er hat sich als ‚Botschafter’ Bremens um das Ansehen der Hansestadt in der Welt verdient gemacht und wir sind tief getroffen von seinem Tod“, sagte Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD). „James Last war ein herausragender Botschafter unserer Stadt und unseres Senders. Trotz seines weltweiten Erfolgs blieb er immer ein Bremer – hanseatisch bescheiden und bodenständig“, so Jan Metzger, der Intendant von Radio Bremen.

2009 wurde Last mit der „Bremer Medaille für Kunst und Wissenschaft“ ausgezeichnet und zum Ehrensenator der Hochschule für Künste ernannt. Vor ein paar Wochen, Mitte April, stand er zum letzten Mal in Bremen auf der Bühne. Das Publikum rief ihn „Hansi“ – ihn, den „Bremer Jung“ aus der Helmholtzstraße.

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