Frisch und voller Energie

Tony Hadley begeistert mit knackigem Rocksound

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Ein stimmgewaltiges Energiebündel: Tony Hadley, Ex-Sänger der Band „Spandau Ballet“. Eines seiner nur vier Deutschland-Konzerte gab er am Sonntagabend in Bremen. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. Tony Hadley, Ex-Sänger von „Spandau Ballet“, eroberte die Bühne im „Modernes“: dunkle Schuhe und Anzug, ein weißes Hemd, höfliche Umgangsformen. Ein Gentleman, eine Ehre für Bremen. Hadley besucht mit seiner Tour „Tonight belongs to us“ nur vier deutsche Städte. Mehr als 600 Zuschauer kamen am Sonntagabend in die Neustadt.

Der Sänger hat Feuer. Seine Stimme wirkt voller, körperhafter und souliger als in „Spandau-Ballet“-Tagen. Dazu erklingt ein sanftes Keyboard-Intro, dann harte Drums, kräftige und angezerrte E-Gitarren. Ein echter Rocksound geht durch den Saal. Die Show beginnt mit dem David-Bowie-Cover „Life on mars?“. Hadley hat den seichten und poppigen Sound der frühen 80er ein ganzes Stück weit hinter sich gelassen. Das mittelalte Publikum geht sofort mit.

Der Stil bleibt konstant, auch bei „Spandau-Ballet“-Klassikern wie „Highly Strung“. Der Song wirkt frisch und aufgeladen mit viel Energie. Hadley bewegt sich ruhig, aber mit viel Kraft und Ausdruck. Seine Hand schlägt kräftig an sein Herz, dann saust sie nach vorne, so als wolle Hadley seinem Blick ins Publikum Nachdruck verleihen. Das ist sie wieder, die alte Pose.

In der Mitte der Show wendet Hadley sich dem Publikum zu. „Bremen, es ist toll Euch zu sehen. Das hier ist eine wunderbare Spielstätte“, sagt er. Er habe sich in Bremen umgesehen. Es sei schön, vor allem der Park. „Ich wünsch Euch allen ein schönes, gesundes und glückliches Leben.“ Er stellt sein Whiskey-Glas ab. „Nun kommt mein Lieblingssong von ,Spandau Ballet‘ über den Nordirland-Konflik, ,Through the barricades‘“. 

Das Intro wird in dieser Version nicht akustisch, sondern auf einer E-Gitarre gespielt. Hadley singt viel mit geschlossenen Augen, mal mit einem etwas angespannten, dann mit einem eher verträumten Gesicht. Im Publikum schalten viele ihre Handy-Lampen an und schwenken ihre Arme. In den vorderen Reihen zücken Fans ihre Handys und filmen. Etwas härter als das Original, verbreitet auch die Live-Version eine tiefsentimentale Stimmung – gepaart mit einer enormen Explosivität.

Band-Perkussionistin Lady Gonzales verlässt ihren mit Bongos bestückten Platz, ein Gesangsmikro in der Hand. Hadley und sie singen gemeinsam. Gonzales entfaltet eine kräftige, soulige Stimme. Hadley nimmt sie zwischendurch in den Arm. Als die Perkussionistin den Gesang eine Zeit lang ganz übernimmt, genießt Hadley sichtlich das Geschehen, tanzt mit runden Bewegungen, sein rechter Arm zeichnet dazu die Schläge des Schlagzeugers nach.

Die zwei Stunden voll fetziger, gefühlvoller und wirklich brillant dargebotener Musik vergehen wie im Fluge, viel zu schnell. Das Publikum ist begeistert, darunter Sandra (49) aus Bremen. „Er ist ein Charmeur. Seine Stimme ist immer noch unverwechselbar“, sagt sie.

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