Bremen-Titelverteidiger denkt noch nicht an Aufgabe

Kalz: „Betäubungscreme wirkt nur eine Stunde“

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Jesper Mörkov (links) und Morgan Kneisky haben ihre Anlaufprobleme überwunden und gingen gestern in Führung.

Bremen - Von Gerd Töbelmann. Zwischen Sonntag und Montag haben die Fahrer des 52. Bremer Sechstagerennerns mehr als einen Tag Pause – so viel wie sonst nie. Zwei Profis sehnten diese Erholungsphase gestern ganz besonders herbei: Marcel Kalz und Christian Grasmann.

Besonders Vorjahressieger Kalz, der zusammen mit dem Dänen Alex Rasmussen fährt, beißt auf die Zähne. Bereits beim Rennen zuvor in Rotterdam hatte sich der 28-jährige Berliner mit Problemen am Gesäß herumgeplagt und war vor der letzten Jagd zur Bremen-Schonung vom Rad gestiegen.

Doch die Schmerzen wurden nicht weniger. Im Gegenteil. „Ich freue mich momentan nicht gerade aufs Radfahren, denn am Hintern ist alles wund und kann nicht ausheilen“, sagt Kalz, der momentan so jede Creme ausprobiert, um den Schmerzen beizukommen. „Doch so richtig hilft das alles nicht. Meine jetzige Betäubungscreme wirkt nur etwa eine Stunde. Und ich kann die Dosis auch nicht unendlich erhöhen, denn dann spüre ich auch rundherum nichts mehr, was fürs Radfahren nicht gerade gut ist“, schildert der BVB-Fan.

Wäre es da aus gesundheitlicher Sicht nicht besser, ganz vom Rad zu steigen, um den für Radfahrer nach den Beinen wohl zweitwichtigsten Körperteil zu schonen? Kalz jedoch hat noch nicht an Aufgabe gedacht: „Dafür liege ich mit Alex in der Gesamtwertung noch zu gut im Rennen, auch wenn das mit dem Sieg schwer wird. Wenn ich jetzt Achter wäre, würde ich absteigen, um für Berlin gerüstet zu sein.“ Bis dahin kann der dortige Lokalmatador sich etwas mehr schonen als zuletzt, denn an der Spree geht es erst am 28. Januar los.

Auch Christian Grasmann kommt (wie fast schon traditionell) nicht ohne Blessuren durch die sechs Tage. Am Samstagabend platzte beim Münchner während der großen Jagd bei voller Fahrt ein Ventil. Das Hinterrad schmierte ab und riss den 34-Jährigen zu Boden. „Ich habe mir einen Muskel am linken Knie verletzt und der rechte Daumen ist grün und blau. Aber alles nicht so schlimm. Das Rennen in Bremen ist so schön, dass ich das durchziehen werde“, sagte Grasmann gestern Nachmittag und fügte hinzu: „Mein Partner Kenny de Ketele ist eine Bombe auf der Bahn.“

Das Rennen in der Hansestadt ist nicht nur schön, sondern es könnte noch schöner werden, sollte Grasmann morgen gegen Mitternacht seinen ersten Sieg überhaupt einfahren. „Das ist natürlich auch eine Motivation“, bestätigte der Chef des Rennstalls „Maloja Pushbikers“ gestern.

Nach dem gestrigen vierten Tag liegen Grasmann/de Ketele rundengleich hinter den führenden Jesper Mörkov und Morgan Kneisky auf Platz zwei. Mit einer Runde zurück folgen Kalz/Rasmussen. Quasi aus dem Rennen um den Sieg sind Andreas Müller und Wim Stroetinga. „Das war’s. Für uns liegt höchstens noch das Podium drin“, erklärte Müller, dem mit seinem Partner schon vier Runden fehlen.

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